- 11.01.2013, 11:35:21
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Mikl-Leitner: Kostenexplosion durch Sozialjahr
Universität Wien belegt beinahe Verdoppelung der Kosten bei Sozialjahr
Utl.: Universität Wien belegt beinahe Verdoppelung der Kosten bei
Sozialjahr =
Wien (OTS) - "Die Information zur Volksbefragung braucht Sachlichkeit
und Ehrlichkeit. Deshalb war es wichtig, dass eine unabhängige
Institution eine wissenschaftlich fundierte Berechnung des
Zivildienstes und des Sozialjahrs vornimmt. Und die wissenschaftliche
Analyse des von Minister Hundstorfer vorgelegten Konzepts des
bezahlten freiwilligen Sozialjahres belegt endgültig: Die Einführung
des Sozialjahr-Modells würde eine Kostenexplosion für die
Steuerzahler verursachen. Im Vergleich zum bestens bewährten
Zivildienst ist beinahe von einer Verdoppelung der bisherigen Kosten
auszugehen", so Innenministerin Mag.a Johanna Mikl-Leitner zu den
Ergebnissen der Analyse des Arbeits- und Sozialrechtsexperten
Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Mazal der Universität Wien. "Das bezahlte
freiwillige Sozialjahr wird als vollwertiger Ersatz für den
Zivildienst, bei fast gleichen Kosten, beworben", sagte Mazal. "In
Wahrheit ist es eine deutliche Kürzung der eingesetzten Personen und
der Bereiche vorgesehen. Da hat das BMASK schlicht unseriös
gerechnet. Da ist bei mir als Wissenschaftler und Bürger der Ofen
aus."
Die Studie der Universität Wien zeigt auf, dass die Berechnungen in
dem vom Sozialministerium vorgelegten Sozialjahr-Modell falsch sind.
Zum einen wird belegt, dass, selbst bei den vom Sozialminister
geplanten Leistungskürzungen (bisherige personelle Unterstützungen
für Bereiche wie Katastrophenschutz, Feuerwehren, Kinderbetreuung
oder Gedenkdienst sind in seinem Modell nicht vorgesehen) trotz allem
erhebliche Mehrkosten auf Österreich zukommen. Des Weiteren ist bei
gleichbleibendem Leistungsumfang mit einem eklatanten Kostenanstieg
von 157,9 Millionen Euro zu rechnen. Der Zivildienst würde 172,4
Millionen Euro und das Sozialjahr 330,3 Millionen Euro kosten.
"Wer soll das bezahlen?", so Mikl-Leitner und erläutert weiter: "Der
Zivildienst hat sich zu einer tragenden, nicht mehr wegzudenkenden
Säule des sozialen Lebens in Österreich etabliert." Die kürzlich
veröffentlichten Zivildienst-Zuweisungszahlen der
Zivildienstserviceagentur belegen, dass das Jahr 2012 ein Rekordjahr
für den Zivildienst war: In ganz Österreich wurden im vergangenen
Jahr knapp 14.000 junge Männer Trägerorganisationen zugewiesen, so
viele wie nie zuvor.
"Abgesehen von den Kosten: Das Ende des Zivildienstes würde das Ende
des Ehrenamtes einläuten. Wir wissen, dass 7 von 10 Zivildienern als
ehrenamtliche Helfer ihrer Einrichtung erhalten bleiben, die sonst
nicht mit diesen Blaulichtorganisationen in Berührung gekommen
wären", sagte die Innenministerin. "Warum also sollten wir dann mit
einem freiwilligen Sozialjahr eine Zwei-Klassen-Gesellschaft von
unbezahlten und hochbezahlten Freiwilligen einführen?"
Die Innenministerin verwies dabei auch auf den Mehrwert des
Zivildienstes in der persönlichen Entwicklung der Zivildiener. "Junge
Männer lernen dabei Verantwortung für sich und die Gesellschaft zu
übernehmen. Dabei erwerben sie soziale Kompetenzen, die anders kaum
vermittelt werden können", erklärte die Innenministerin. "Die
Entscheidung für die Beibehaltung der Wehrpflicht und das
Erfolgsmodell Zivildienst ist für mich nicht nur eine
sicherheitspolitische Frage. Sie ist vor allem auch eine grundlegende
gesellschaftspolitische Frage."
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