• 10.01.2013, 11:34:55
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Pirklhuber fordert sofortigen Anbaustopp für Gentechpflanzen in Europa

Forscher finden antibiotikaresistente Gentech-Bakterien in Flüssen, die von Gentech-Pflanzen stammen können

Utl.: Forscher finden antibiotikaresistente Gentech-Bakterien in
Flüssen, die von Gentech-Pflanzen stammen können =

Wien (OTS) - WissenschaftlerInner der Universität Sichuan und des
chinesischen Umweltministeriums untersuchten Bakterien in sechs
Flüssen in China und kommen zu einem erschreckenden Ergebnis: Viele
der Mikroben haben Antibiotikaresistenzen entwickelt. Diese Zunahme
der Resistenzen stellt ein ernst zu nehmendes Risiko für die
öffentliche Gesundheit dar. Erstaunlicher Weise finden die
WissenschaftlerInnen in einem Viertel der Bakterien künstliche Gene.
Diese Gene können aus Gentech-Pflanzen stammen, immerhin wird in
China großflächig Gentechnik in der Landwirtschaft eingesetzt, oder
sie stammen aus dem Labor. "Diese Studie zeigt, wie unbeherrschbar
die Gentechnik ist. Die Biotech-Industrie hat ihre Produkte
offensichtlich nicht im Griff. Zumindest bis zur Klärung der Frage,
ob die Gene aus dem Labor oder von den Gentech-Feldern stammen, muss
ein sofortiger Anbaustopp dieser Risiko-Produkte verhängt werden",
fordert Wolfgang Pirklhuber, Landwirtschaftssprecher der Grünen.

Die Studie, die im Dezember im Fachmagazin "Environmental Science and
Technology" veröffentlicht wurde, fand transgene DNA von gentechnisch
veränderten Organsimen in allen sechs getesteten Flüssen.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa), der
Verstrickungen mit der Biotechindustrie immer wieder vorgeworfen
wurde, hält in einer Stellungnahme von 2009 den Gentransfer von
Gentechnikpflanzen auf Bakterien für unwahrscheinlich, spricht aber
von Unsicherheiten. "Die Efsa hält den Gentransfer für
unwahrscheinlich, somit aber auch für möglich. Die Ergebnisse der
chinesischen Studie zeigen neue Indizien für einen Gentransfer. Es
ist folglich ein Gebot der Stunde, im Sinne des Vorsorgeprinzips, den
Anbau von Gentechpflanzen in Europa sofort zu unterbinden", meint
Pirklhuber.

In vielen Gentech-Pflanzen werden Antibiotika-Resistenz-Gene
eingebaut. Sie haben die Funktion, den erfolgreichen Gentransfer
anzuzeigen. Antibiotikaresistenz-Gene können dazu führen, dass
Krankheiterreger gegen bestimmte Antibiotika unempfindlich werden und
damit nicht mehr mit diesen Antibiotika bekämpft werden können. Damit
stellen sie ein ernsthaftes Problem für die Humanmedizin dar. In der
EU müssen Antibiotika-resistent-Gene seit 2004 ersetzt werden.
Pflanzen, die solche Gene tragen können aber dennoch zugelassen
werden, wenn durch die Efsa kein Risiko festgestellt wird.
Beispielsweise wurde die Gentech Kartoffel Amflora, die gegen das
Antibiotikum Kanamycin resistent ist, in der EU zugelassen.

Die Studie, Environmental Science & Technology: A Survey of Drug
Resistance bla Genes Originating from Synthetic Plasmid Vectors in
Six Chinese Rivers (Dezember 2012):
http://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/es302760s?source=cen

EFSA: Position zu Antiobiotika-Resistenzgenen in Gentechnik-Pflanzen
(Juni 2009):
http://www.efsa.europa.eu/en/efsajournal/pub/1108.htm

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