• 09.01.2013, 09:07:22
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(PM) Wende im Stift Admonter Misshandlungsskandal: Zwei Opfer mit Maximalsatz von Kirchen-Kommission entschädigt

Bischof Kapellari gerät als Mitwisser unter Druck

Utl.: Bischof Kapellari gerät als Mitwisser unter Druck =

Wien, Admont (OTS) - "Das zeigt, wie planlos und überfordert
Schönborns Klasnic Kommission ist", empört sich Sepp Rothwangl von
der Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt: Zwei Missbrauchsopfer,
die in Stift Admont als Kinder von zwei Kirchenangehörigen mehrfach
rituell vergewaltigt wurden, hatten sich an die Kommission gewandt.
In den von ihr beauftragten psychologischen Gutachten waren keine
Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Opfer offen geblieben. Trotzdem
verweigerte die Kommission jegliche Entschädigungszahlungen. Selbst
Caroline List, Richterin im OLG Graz und in befremdlicher
Doppelfunktion Mitglied der Schönborn-Kommission, hatte die Ablehnung
der Entschädigungsanträge der beiden Gewaltopfer vehement verteidigt.
www.youtube.com/watch?v=u2paHLCkqms

Nun, nach zwei Jahren der wiederholten Ablehnung, gibt es eine
unerwartete Wende: Die Betroffenen wurden mit jeweils 25.000 EUR
entschädigt. "Offensichtlich war der öffentliche Druck auf die
Kirchenkommission zu groß, zumal auch immer mehr Opfer bekannt
wurden", erklärt sich Rothwangl die plötzliche Wende.

Misshandlungs-Priester immer noch im Dienst

Erledigt ist die Sache für Stift Admont und Bischof Kapellari
freilich noch lange nicht. Denn einer der beschuldigten Priester ist
nach wie vor in der Obersteiermark im Dienst. Der zuständige Bischof
Kapellari hat gebetsmühlenartig wiederholt, dass er vom Vorwurf der
rituellen sexuellen Misshandlungen nichts wisse. Noch im Sommer hatte
er der Plattform Klagen angedroht, weil sich keine pädokriminellen
Priester in der Steiermark im Amt befänden, wie er meinte. Nun gerät
der steirische Medienbischof immer mehr unter Druck, seit offenbar
wurde, dass ihm, sowie Kardinal Schönborn, Unterlagen und Anzeigen
schon seit 2010 zur Kenntnis gebracht wurden. Außerdem plant eines
der kirchlichen Gewaltopfer eine zivilrechtliche Klage auf eine
angemessene Entschädigung.

Unwürdigem Treiben der Klasnic Kommission ein Ende bereiten
"Schönborns Klasnic Kommission arbeitet wie ein Salzamt: mal
entscheidet sie so, mal so. Stets langsam und nie transparent",
kritisiert Rothwangl. Oft ignoriere sie auch die von ihr selbst in
Auftrag gegebenen Gutachten, so die Erfahrungen der
Betroffenen-Plattform mit der Kommission. "Zwei Jahre sind genug. Die
kirchliche Aufarbeitung der eigenen Missbrauchsfälle ist gründlich
gescheitert", sagt Sepp Rothwangl. "Opfer werden mit Almosen
abgefertigt, pädokriminelle Priester bleiben im Dienst. Es ist
beschämend, dass das größte heimische Gewaltverbrechen seit dem
zweiten Weltkrieg von der Täterorganisation selbst aufgearbeitet
wird." Das kommende Volksbegehren gegen Kirchprivilegien fordert
deswegen auch ein Gesetz zur staatlichen Aufklärung der kirchlichen
Missbrauchs- und Gewaltverbrechen.

www.kirchen-privilegien.at, www.betroffen.at

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