- 03.01.2013, 17:51:21
- /
- OTS0141 OTW0141
Neues Volksblatt: "Wie es sich anfühlt" von Markus EBERT
Ausgabe vom 4. Jänner 2012
Utl.: Ausgabe vom 4. Jänner 2012 =
Linz (OTS) - Jetzt muss also auch der Bundespräsident her. Auch er
solle in der Wiener Votivkirche übernachten, damit er wisse, "wie es
sich anfühlt als Asylwerber in Österreich".
Die Besetzer der Kirche müssen immer höher anfahren, um die
angebliche Dringlichkeit und Bedeutung ihrer Anliegen zu
illustrieren. Dass vier Vertreter der Flüchtlinge mit der
Innenministerin konferieren konnten, hat nicht gereicht. Ebensowenig
wird zur Kenntnis genommen, dass selbst das
UN-Flüchtlingshochkommissariat, das der Aktion gar nicht so kritisch
gegenüber steht, mittlerweile zu einem Ende des Hungerstreiks rät.
Auf wen immer diese Personengruppe hört, gute Berater sind es nicht.
Denn mehr als die Zusage der Ministerin, die Einzelschicksale und die
Beschwerden etwa über die Quartiere zu prüfen, kann man sich gar
nicht erwarten. Erfreulicherweise hat Johanna Mikl-Leitner auch
klargestellt, dass es die geforderten strukturellen Änderungen nicht
geben werde. Um es unmissverständlich zu sagen: Mit einer (von wem
auch immer und aus welchen Gründen auch immer) ferngesteuerten Aktion
lässt sich kein Rechtsstaat der Welt etwas abpressen. Dazu kommt:
Auch wenn es immer etwas zu verbessern gibt, muss sich Österreich
seines Umgangs mit Flüchtlingen nicht schämen. Es wäre hoch an der
Zeit, dass auch die gut Angekommenen berichten, wie es sich "anfühlt
als Asylwerber in Österreich".
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NVB






