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OTS0021   23. Dez. 2012, 16:57

Neues Volksblatt: "Wahlmissbrauch?" (von Herbert Schicho)

Ausgabe vom 24. Dezember 2012


Als bei der Wiener Wahl FPÖ-Chef Strache antrat,
heuchelte er zumindest Interesse an der Landespolitik vor, Frank
Stronach tut nicht einmal mehr das, wörtlich ließ er ausrichten: "Ich
werde mich als Spitzenkandidat voll engagieren, aber nicht in den
Landtag einziehen. Mein großes Ziel bleibt nach wie vor die
Bundesebene." Dies ist auf jeden Fall Etikettenschwindel und grenzt
schon fast an Missbrauch: Denn man stellt sich zur Wahl, obwohl man
gar nicht bereit ist, die Wahl anzunehmen.
Aber auch ein anderes Projekt könnte unter diesem Marketing-Gag
leiden. Eigentlich wurde das Demokratiepaket ja erfunden, um die
direkte Demokratie zu fördern. Die Abgeordneten sollten sich mehr dem
Wähler, als der Partei verpflichtet fühlen. Daher wurde dem Wähler
die Möglichkeit eingeräumt, die Wahllisten auf allen Ebenen durch
seine Stimme umzureihen. Nun, man kann davon ausgehen, dass Stronach
zwar den ersten Listenplatz seiner Partei einnehmen, aber trotzdem
einen Vorzugsstimmenwahlkampf führen wird.
Im Übrigen liegt die Vermutung nahe, dass Stronach auch nicht in den
Nationalrat einziehen will. Auf seiner Homepage sind EU-Themen und
EU-News auf jeden Fall sehr präsent. Vermutlich rüstet sich Stronach
bereits für die Europawahl 2014. Offensichtlich taugt dem 80-Jährigen
das Wahlkämpfen, aber nicht die Zeit zwischen den Wahlen, doch genau
für diese Zeit werden die Politiker gewählt.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0021 2012-12-23 16:57 231657 Dez 12 NVB0001 0230



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