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Neues Volksblatt: "Wahlmissbrauch?" (von Herbert Schicho)

Ausgabe vom 24. Dezember 2012

Linz (OTS) - Als bei der Wiener Wahl FPÖ-Chef Strache antrat, heuchelte er zumindest Interesse an der Landespolitik vor, Frank Stronach tut nicht einmal mehr das, wörtlich ließ er ausrichten: "Ich werde mich als Spitzenkandidat voll engagieren, aber nicht in den Landtag einziehen. Mein großes Ziel bleibt nach wie vor die Bundesebene." Dies ist auf jeden Fall Etikettenschwindel und grenzt schon fast an Missbrauch: Denn man stellt sich zur Wahl, obwohl man gar nicht bereit ist, die Wahl anzunehmen.
Aber auch ein anderes Projekt könnte unter diesem Marketing-Gag leiden. Eigentlich wurde das Demokratiepaket ja erfunden, um die direkte Demokratie zu fördern. Die Abgeordneten sollten sich mehr dem Wähler, als der Partei verpflichtet fühlen. Daher wurde dem Wähler die Möglichkeit eingeräumt, die Wahllisten auf allen Ebenen durch seine Stimme umzureihen. Nun, man kann davon ausgehen, dass Stronach zwar den ersten Listenplatz seiner Partei einnehmen, aber trotzdem einen Vorzugsstimmenwahlkampf führen wird.
Im Übrigen liegt die Vermutung nahe, dass Stronach auch nicht in den Nationalrat einziehen will. Auf seiner Homepage sind EU-Themen und EU-News auf jeden Fall sehr präsent. Vermutlich rüstet sich Stronach bereits für die Europawahl 2014. Offensichtlich taugt dem 80-Jährigen das Wahlkämpfen, aber nicht die Zeit zwischen den Wahlen, doch genau für diese Zeit werden die Politiker gewählt.

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