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Höchste heimische Ordensfrau für Reformen in Kirche und Orden

"Kathpress"-Interview mit der scheidenden Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden Österreichs, Sr. Kunigunde Fürst, zur Situation der Orden, kirchliche Weiheämter für Frauen und der eigenen Zukunft in Kasachstan

Wien, 23.12.12 (KAP) Frauen in kirchlichen Weiheämtern und neue Perspektiven für die an Mitgliedszahlen geringer werdenden Frauenorden wünscht sich die Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden Österreichs (VFÖ), Sr. Kunigunde Fürst. Die Kirche sollte in den Augen von Sr. Kunigunde Fürst "nicht immer nur als mächtig und allwissend auftreten und den Moralapostel spielen. Statt um abgehobene Veranstaltungen geht es um eine dem Evangelium gemäße Lebensform, um das Sprechen mit den Menschen", so die scheidende VFÖ-Präsidentin im "Kathpress"-Gespräch.

Für die 68-jährige Franziskanerin, die als Anerkennung ihres jahrzehntelangen Einsatzes im Sozial- und Schulbereich am vergangenen Donnerstag das Große Ehrenzeichen der Republik Österreich verliehen bekam, steht ein großer Umbruch bevor: Nach Übergabe aller Ämter in Österreich wird sie fortan in einem Ordensprojekt in Kasachstan als Deutschlehrerin tätig sein. Im "Kathpress"-Interview gibt sie einen Rückblick auf ihr bisheriges Wirken und analysiert die Lage der Frauenorden und der Kirche in Österreich.

In der Frage der wiederverheirateten Geschiedenen sei eine Bewegung der Kirche wünschenswert, zudem auch in der Zulassung von Frauen zu Weiheämtern etwa für diakonale Dienste - Fürst nennt hier Krankenbesuche, Predigten oder die Liturgie. "Es gibt unglaublich viele Frauen, die das können, die das studieren und sich berufen wissen", so Fürst. Nachsatz: "Ich fühle mich dazu nicht berufen."

Als Schlüsselmoment verweist die Franziskanerin hier auf die Seligsprechung Hildegard Burjans am 29. Jänner 2012 im Wiener Stephansdom. Alle Priester und Bischöfe im Altarraum hätten sich umgedreht, als hinter ihnen das Bild der neuen Seligen aufgezogen wurde: "Das war beinahe wie eine Vision: Man schaut auf eine Frau, die aus ihrem Glauben Großes geleistet hat, und da staunen auch Männer."

Seit 2008 bekleidete Fürst das Amt der Präsidentin der 118 Frauenorden Österreichs, denen derzeit 4.368 Ordensschwestern angehören. "Hier ist es gelungen, die Generalsekretariate der Frauen- und Männerorden zusammenzulegen", so Fürst im Rückblick.

Die Franziskanerin war zudem als Mitglied des Kuratoriums der Opferschutzstiftung auch in der Aufarbeitung der kirchlichen Missbrauchsfälle involviert. "Vieles der Arbeit, die die diözesanen Kommissionen, Ombudsstellen und Präventionsbeauftragten heute leisten, passiert im stillen Bereich. Diese Tätigkeit ist hart und furchtbar, doch nicht nur: Immer wieder kommen Schreiben von Opfern, die sich für den Umgang mit Ihnen - für Gespräche, Therapien oder finanzielle Hilfen - bedanken. Das gibt es auch", so Fürst.

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