ASciNA-Awards für österreichische Nachwuchswissenschaftlerinnen in Nordamerika

Wissenschafts- und Forschungsminister Töchterle verlieh Wissenschaftspreise im Rahmen der Festveranstaltung "10-Jahre ASciNA" in Wien

Wien (OTS) - Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle verlieh gestern Abend gemeinsam mit Hubert Zajicek, Präsident von ASciNA (Austrian Scientists and Scholars in North America; Vereinigung österreichischer Wissenschafter/innen in Nordamerika) die ASciNA-Awards 2012 an die beiden österreichische Nachwuchswissenschaftlerinnen Eva M. Fast und Bernadette Wegenstein. Beide publizierten international vielbeachtete Arbeiten während ihrer Forschungstätigkeit in Nordamerika. "Wissenschaft und Forschung leben von Internationalität und Mobilität, und es ist sehr erfreulich, dass zahlreiche junge Forscherinnen und Forscher ihre Chance nutzen und wertvolle Erfahrungen im Ausland sammeln", gratulierte Töchterle den Preisträgerinnen.

Die Verleihung der mit je 10.000 Euro dotierten ASciNA-Awards fand gestern Abend im Rahmen einer Festveranstaltung zum 10-jährigen Jubiläum von ASciNA in Wien statt. Zajicek: "Die Arbeiten der Preisträgerinnen, welche zum 10-jährigen Geburtstag von ASciNA ausgezeichnet wurden, belegen eindrücklich den hochkarätigen Stellenwert der von Österreicherinnen und Österreichern Nordamerika erbrachten Forschungsarbeit."

Der von ASciNA ausgeschriebene und vom Wissenschafts- und Forschungsministerium (BMWF) finanzierte ASciNA-Award wird seit 2008 jährlich vergeben. Dieser Wissenschaftspreis wird ausschließlich an Nachwuchsforscher/innen für exzellente wissenschaftliche Publikationen vergeben, welche sie innerhalb der letzten 12 Monate vor Einreichung veröffentlicht und während eines Aufenthaltes an einer nordamerikanischen Forschungseinrichtung erarbeitet haben. Die Einreichungen wurden von einer vom Wissenschaftsfonds FWF nominierten Fachjury begutachtet, welche auch die beiden Preisträgerinnen ermittelte.

Mit dem Young Scientists Award wurde DI (FH) Eva M. Fast ausgezeichnet, die am Department of Biology der Boston University, in Boston, Massachusetts, forscht. Sie überzeugte mit ihrer Publikation "Wolbachia Enhance Drosophila Stem Cell Proliferation and Target the Germline Stem Cell Niche" in Science 334, 990 (2011). Fast untersuchte in ihrer Arbeit die Interaktion von Wolbachia-Bakterien mit dem Insekten-Wirt der Drosophila. Es konnte gezeigt werden, dass Wolbachia-Bakterien die weiblichen Ovarien infizieren und die dadurch erwirkte Steigerung der Eiproduktion für Bakterienverbreitung verantwortlich ist. Die Fachjury des FWF bezeichnete die Erkenntnisse als Pionierarbeit, in der Eva M. Fast einen sehr wertvollen Beitrag zu einem besseren molekularen Verständnis, welche einen Schlüssel dazu liefern könnte, wie in Zukunft von Insekten übertragene Erkrankungen besser bekämpft werden können. Eva M. Fast ist weiters Absolventin des ASciNA Mentoring Programms, einem Förderprogramm für österreichische Wissenschaftler/innen in Nordamerika.

Die an der Johns Hopkins University, Department of German and Romance Languages and Literature, in Baltimore, Maryland forschende Dr. Bernadette Wegenstein, wurde für ihre Publikation "The Cosmetic Gaze:
Body Modification and the Construction of Beauty", The MIT Press 2012, mit dem Junior Principal Investigators Award ausgezeichnet. Wegensteins kulturwissenschaftliche Arbeit nimmt bei US-Fernsehshows zur Schönheitschirurgie ihren Ausgang, und widmet sich systematisch dem kosmetischen Ideal vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Die FWF-Fachjury: "Gewiss ist noch niemand auf den Gedanken gekommen, von diesem banalen Phänomen her einen anspruchsvollen theoretischen Entwurf zu entfalten. Aber dass Kosmetik einen Menschen umkrempeln, also einen anderen aus ihm machen können soll, statt seinen Typ - wie man traditionell meinte - nur vorteilhaft zu unterstreichen, ist, ungeachtet der Oberflächlichkeit der Shows, sehr wohl eine theoretische Herausforderung: und das ist eine originäre Einsicht Wegensteins." Mit dem von Wegenstein postulierten "kosmetischen Blick", liefert die Autorin, multimedial illustriert, relevante Denkanstöße zur Geschlechtergeschichte, Kulturgeschichte und Ästhetik.

Im Anschluss an die Preisverleihung fanden die Feierlichkeiten zum 10-jährigen Gründungsjubiläum von ASciNA statt, in deren Rahmen BM a.D. Caspar Einem die Festrede hielt. Das Wissenschaftler/innen-Netzwerk ASciNA, mit nun mehr als 1.000 Mitgliedern, wurde 2002 vom Office of Science and Technology (OST) an der österreichischen Botschaft in Washington ins Leben gerufen. Neben den ASciNA-Awards stellen das ASciNA Mentoring-Programm, die lokalen Treffen, und die aktive Beteiligung an den alljährlich vom OST veranstalteten Austrian Science Talks zentrale Aktivitäten dar.

Für ASciNA-Interviewanfragen, inklusive den Preisträgern:
Dietrich Haubenberger, ASciNA, dietrich.haubenberger@meduniwien.ac.at, Tel: 0676-9231940

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