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Presserat: Verfahren gegen "Heute" wegen Verunglimpfung und Diskriminierung von Muslimen

Wien (OTS) - Der Senat 2 des Presserats hat in seiner gestrigen
Sitzung ein Verfahren gegen die Tageszeitung "Heute" eingeleitet. Anlass war ein Artikel vom 7.12.2012 über einen Mordfall in Klagenfurt. Darin wurde der mutmaßliche Täter jener Sorte Mann zugerechnet, "die zum Glück eher hinterm Halbmond lebt. In Ländern, wo das Gesäß beim Beten höher ist als der Kopf. Partnerinnen betrachten sie als Besitz. Macht sich der selbständig, sind sie im Stolz verletzt und drehen durch."

Der Senat wird in seiner Sitzung am 15. Jänner 2013 u.a. überprüfen, ob diese Passage Muslime verunglimpft und diskriminierend ist.

In dem Verfahren wird auch die Entschuldigung des Chefredakteurs
von "Heute" bewertet. Dieser hat auf der Webseite "heute.at" Rassismus und Fehlleistungen in dem Artikel eingestanden. In der Printausgabe fiel die Entschuldigung allerdings weniger deutlich aus; dort wurde in erster Linie auf das Engagement von "Heute" im Integrationsbereich hingewiesen.

Im vorliegenden Fall wandten sich 66 Leserinnen und Leser an den Presserat. Das ist die bisher größte Anzahl von Mitteilungen zu einem Medienbericht. Seit seiner Wiedergründung vor zwei Jahren hat der Presserat insgesamt 222 Fälle behandelt.

Der Senat 2 des Presserats hat hier aufgrund der Mitteilungen ein "selbständiges Verfahren" eingeleitet, in dem er seine Meinung äußert, ob ein Artikel den Grundsätzen der Medienethik entspricht. Die Tageszeitung "Heute" hat nun die Möglichkeit, innerhalb von zwei Wochen Stellung zu nehmen. Der Schiedsgerichtsbarkeit des Presserats hat sich "Heute" bisher nicht unterworfen.

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