- 17.12.2012, 15:05:51
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Volkshilfe zum Internationalen Tag der MigrantInnen: Apell für mehr Chancengleichheit
Armutsgefährdung von MigrantInnen überproportional hoch
Utl.: Armutsgefährdung von MigrantInnen überproportional hoch =
Wien (OTS) - Anlässlich des "Internationalen Tages der MigrantInnen"
weist Volkshilfe Präsident Univ. Prof. Dr. Josef Weidenholzer auf die
große Armutsgefährdung von Nicht-ÖsterreicherInnen hin und fordert
dringend Maßnahmen, um der wachsenden Ungleichheit entgegen zu
wirken.
"Nach den von der Statistik Austria jüngst veröffentlichten Zahlen
zu Armut und sozialer Ausgrenzung in Österreich im Jahr 2011 sind
MigrantInnen in allen Bereichen überproportional betroffen. Das
ändert sich oft auch dann nicht, wenn sie die österreichische
Staatsbürgerschaft erhalten", so der Volkshilfe Präsident.
12,6% aller in Österreich lebenden Menschen sind armutsgefährdet,
11% aller österreichischen StaatsbürgerInnen und 29% aller
nicht-österreichischen StaatsbürgerInnen. Doch auch 23% aller
eingebürgerten ÖsterreicherInnen gelten als armutsgefährdet.
Ausgewogene Ernährung ist für 13% der Nicht-ÖsterreicherInnen und für
6% der ÖsterreicherInnen nicht möglich.
"Hier müssen wir dringend gegenwirken, damit es nicht zu einer
dauerhaften Spaltung der Gesellschaft kommt", fordert Weidenholzer.
"Österreich ist ein Einwanderungsland. Unser gesellschaftliches
Zusammenleben ist geprägt von einem Pluralismus der Lebensentwürfe
und einer kulturellen und sozialen Vielfalt. Diese Vielfalt
anzuerkennen und zu nutzen, ist mein Apell am Internationalen Tag der
MigrantInnen. Wir fordern Verbesserungen im Bildungssystem, einen
Abbau von Hürden beim Arbeitsmarktzugang und spezifische Beratungs-
und Weiterbildungsangebote."
Anti-Rassismus-Arbeit und Anti-Diskriminierungsstrategien im
Fokus
Nicht-ÖsterreicherInnen verdienen weniger als ÖsterreicherInnen,
arbeiten öfter in prekären Verhältnissen oder üben Hilfstätigkeiten
aus. Auch dann, wenn sie besser qualifiziert sind.
Auch Anti-Rassismus-Arbeit und Anti-Diskriminierungsstrategien müssen
in Zukunft im Fokus stehen. Wie die Anfang des Jahres publizierte
Europäische Wertestudie gezeigt hat, sagen in keinen anderen von 45
befragten Ländern so viele Menschen, sie würden sich "MigrantInnen
nicht als Nachbarn wünschen" wie in Österreich.
"Bei der Anerkennung von Bildungsabschlüssen wurden erste positive
Schritte gesetzt, ebenso im Bildungsbereich mit einem verbesserten
Angebot ann Ganztagsschulen. Doch wenn wir die Potentiale von
MigrantInnen nicht in vollem Ausmaß nutzen und Barrieren abbauen, ist
das eine große Gefahr für unser Land, denn ein hohes Maß an
Ungleichheit führt zu einer Spaltung der Gesellschaft", so der
Volkshilfe Präsident abschließend.
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