• 17.12.2012, 11:46:57
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Darabos: Profiheer erhöht Berufschancen für Frauen beim Heer - 15 Prozent Frauen im Endausbau

Heinisch-Hosek - Großes Interesse von Frauen an Arbeitgeber Bundesheer - Keine Wehrpflicht für Frauen

Utl.: Heinisch-Hosek - Großes Interesse von Frauen an Arbeitgeber
Bundesheer - Keine Wehrpflicht für Frauen =

Wien (OTS/SK) - "Das Österreichische Bundesheer stellt nach wie vor
eine klassische Männerdomäne dar", betonte Verteidigungsminister
Norbert Darabos in einer gemeinsamen Pressekonferenz am Montag mit
Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek. Mit dem Wegfall der
Wehrpflicht und der Umstellung auf ein Profiheer ließe sich das
allerdings ändern, wie internationale Beispiele zeigen. Darabos
hofft, damit den Frauenanteil von derzeit lediglich zwei Prozent bei
den Kadereinheiten auf bis zu 15 Prozent anheben zu können. Das
entspricht etwa dem Frauenanteil bei der Polizei. ****

Die Tatsache, dass so wenige Frauen Soldatinnen sind hängt für den
Verteidigungsminister viel mit den Rollenbildern zusammen, die diesem
Beruf anhaften. Diese seien "klischeehaft vernebelt", sagte Darabos.

Der ganz wesentliche Grund, warum sich so wenige Frauen in den Kadern
des Österreichischen Bundesheeres finden (im Vergleich dazu: in der
Verwaltung des Bundesheeres gibt es einen Frauenanteil von 30
Prozent), ist die allgemeine Wehrpflicht. Das Bundesheer ist auf die
jährliche Einrückung von 23.000 jungen Männern konzipiert. "Ein
System, das es schwer möglich macht, für Frauen attraktiv zu sein",
betonte Darabos. "Denn Frauen kommen hier schlicht und einfach gar
nicht vor." Auch das Bemühen, nach neuen Potenzialen und weiblichen
Arbeitskräften für den Kader zu suchen, ist gering, wenn einem
Arbeitgeber ohnehin jährlich 23.000 Menschen zugeführt werden.

"Ich bin der Meinung, dass ein Berufsheer mit einer Freiwilligen- und
einer starken Milizkomponente hier ungeahnte Chancen und neue
Möglichkeiten bieten würde", erklärte Darabos und belegt das mit den
internationalen Zahlen. In Irland liegt der Frauenanteil bei sechs
Prozent, in Deutschland sind es zehn Prozent, in Tschechien liegt man
bei 11 Prozent und in Schweden bei 15 Prozent. Hier wurde erst im
Jahr 2010 umgestellt und bereits in dieser kurzen Phase ist der
Frauenanteil "rasant angestiegen". Mit Ende des Jahres 2012 rechnet
man mit einem Frauenanteil von 20 Prozent." Und in Ungarn liegt man
heute schon bei 20 Prozent.

Für Darabos ist klar: "Die Streitkräfte profitieren von Frauen beim
Bundesheer - im Umkehrschluss auch die Bevölkerung, weil wir einen
realen Sicherheitsgewinn daraus ableiten können." Etwa wurde eine
Genderbeauftragte dem KFOR-Kommandanten im Kosovo beigestellt,
wodurch eine geschlechtssensiblere Vorgehensweise beim Einsatz
ermöglicht wird. "Diese Beraterin hat einen bedeutenden Beitrag zu
einer geschlechtergerechteren Einsatzführung im Kosovo geleistet, was
auch international hohe Anerkennung erfahren hat."

Darabos betonte, dass das Österreichische Bundesheer auf das
Potenzial der Frauen nicht verzichten sollte. Deutlich allerdings
sprach sich der Verteidigungsminister gegen eine Wehrpflicht für
Frauen aus: "Solange die gesellschaftlichen Lasten so ungleich
verteilt sind, würde eine Wehrpflicht für Frauen, die immer von der
ÖVP auch als Möglichkeit ventiliert wird, eine weitere
Schlechterstellung bedeuten, das heißt: Die Wehrpflicht für Frauen
ist ein 'No go'!"

Das sieht auch Frauenministerin Heinisch-Hosek so, die sich ebenfalls
vehement gegen eine Wehrpflicht für Frauen ausspricht und erklärt:
"Wenn die ÖVP eine Wehrpflicht für Frauen will, soll sie das offen
sagen." Denn aufgrund des demografischen Wandels und der damit
verbundenen niedrigen Geburtenrate lässt sich der Dienst in
derzeitiger Form mit der Wehrpflicht der Männer nicht aufrecht
erhalten.

"Mehr Profis im Heer bedeutet auch mehr Frauen im Heer. Davon würde
das Bundesheer und davon würden die Frauen profitieren", ist
Heinisch-Hosek überzeugt. Die beiden Minister verweisen in dem
Zusammenhang auf eine IFES-Studie, aus der hervorgeht, dass es ein
großes grundsätzliches Interesse von Frauen an einem Arbeitgeber
Bundesheer gibt - als Zeitsoldatin oder als Berufssoldatin. Konkret
können sich hochgerechnet 84.000 geeignete Personen vorstellen, beim
Bundesheer tätig zu sein, 20.000 davon sind Frauen - und diese sind
zu 50 Prozent mit Maturaniveau. "Ich glaube, dass das Profiheer
sicherstellen wird, dass wir in Zukunft genug Männer und Frauen haben
werden, die freiwillig den Dienst an der Öffentlichkeit tun", sagte
Heinisch-Hosek.

"Ein Profiheer stellt sicher, dass wir in Zukunft genug Männer und
Frauen haben werden, die freiwillige den Dienst an der Öffentlichkeit
tun", sagte Heinisch-Hosek. Die Frauenministerin betonte, dass auch
im sozialen Bereich Profis benötigt würden. Es solle niemand glauben,
dass das freiwillige soziale Jahr nur für Frauen gedacht sei und man
sich daher die Frauen beim Heer sparen könne. "Wir wollen beides, wir
wollen für Männer und für Frauen Karriere beim Heer ermöglichen. Und
wir wollen auch, dass ein freiwilliges soziales Jahr für Männer und
Frauen attraktiv ist." Mit der breiten Anrechenbarkeit für
nachfolgende berufliche Perspektiven sei dies gewährleistet.
(Schluss) up/mis

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