• 17.12.2012, 10:41:41
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Heinisch-Hosek: "Mehr Frauen zum Heer, mehr Männer in Sozialberufe"

Gemeinsame Pressekonferenz mit Verteidigungsminister Darabos

Utl.: Gemeinsame Pressekonferenz mit Verteidigungsminister Darabos =

Wien (OTS) - "Andere Länder zeigen, dass ein Umstieg zum Berufsheer
den Frauenanteil erhöht. Es ist daher an der Zeit, verkrustete
Strukturen aufzubrechen und das Potenzial der Frauen auszuschöpfen.
Das ist nur bei der Umstellung auf ein Profiheer möglich", sagte
Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek heute, Montag, bei der
gemeinsamen Pressekonferenz mit Verteidigungsminister Norbert Darabos
in Wien.

"Im Moment kann man die Soldatinnen im österreichischen Bundesheer
mit der Lupe suchen, der Frauenanteil beträgt gerade einmal 2
Prozent. Leider sind unser Rollenbilder von Frauen und Männern noch
immer viel zu oft traditionell geprägt", so die Frauenministerin.
Auch Verteidigungsminister Darabos wies darauf hin, dass das System
durch das verpflichtende Einberufen von jungen Männern Frauen kaum
berücksichtige. Durch ein Profiheer könnte sich dieser Berufszweig
daher auch für Frauen weiter öffnen.

"Mehr Profis zum Heer bedeutet auch mehr Frauen zum Heer. Laut einer
IFES-Studie könnten sich mehr als 20.000 Frauen eine Karriere beim
Bundesheer vorstellen", so die Ministerin. Die Hälfte davon seien
"High-Potentials", also Frauen, die über einen Matura- oder
Hochschulabschluss verfügen. "Auch mit Blick auf die kommenden
geburtenschwachen Jahrgänge ist es wichtig, Frauen mit einzubeziehen.
Wir brauchen ein System, das sicherstellt, dass wir Chancengleichheit
schaffen und sowohl Frauen und Männern eine Zukunft beim Bundesheer
bieten", sagte Heinisch-Hosek. Nicht nur im Inland, auch in
Krisengebieten zeige sich immer wieder, wie wichtig weibliche
Militärs seien. "Gerade in konfliktreichen Situationen ist eine
Geschlechterperspektive eine wichtige Variante, da Frauen von Frauen
besser angesprochen werden können", so die Ministerin.

Das freiwillige Sozialjahr sei indes kein Alternativangebot für
Frauen anstatt des Militärs. "Wir wollen beides: Profis beim Heer und
Profis im Sozialbereich. Das freiwillige Sozialjahr soll eine Chance
für Männer und Frauen sein. Unser Ziel ist es daher: Mehr Frauen zum
Heer, und mehr Männer in Sozialberufe", so die Ministerin. Die
freiwillige Komponente spiele im System Berufsheer generell eine
übergeordnete Rolle. "Sowohl das Sozialjahr als auch die Möglichkeit,
zum Bundesheer zu gehen, muss auf freiwilliger Basis passieren. Ich
lehne daher auch jegliche Überlegung zu einer Wehrpflicht für Frauen
vehement ab", so Heinisch-Hosek. Eine Wehrpflicht bei sinkenden
Geburtenzahlen könne ohnehin kein zukunftsweisendes Modell sein. "Ich
bin für ein Profiheer für Männer und Frauen", stellte die
Frauenministerin abschließend fest.

Fotos zu dieser Pressekonferenz sind über das Fotoservice des
Bundespressedienstes, http://fotoservice.bundeskanzleramt.at,
kostenfrei abrufbar.

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