- 15.12.2012, 11:13:17
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Wiener Finanzexperten: Gemeinde Velden ist mit dem Land Salzburg nicht vergleichbar
Bürgermeister hat frühzeitig gehandelt und Schaden abgewendet
Utl.: Bürgermeister hat frühzeitig gehandelt und Schaden abgewendet =
Wien (OTS) - "Die Finanzgebahrung der Gemeinde Velden ist mit jener
des Landes Salzburg in keiner Weise vergleichbar und ungeeignet, um
politisches Kleingeld zu wecheln", erklärt der Wiener Finanzexperte
Robert Süss von der Beratungsplattform Finanzbuddha. "Bürgermeister
Ferdinand Vouk hat rasch gehandelt und damit Schaden abgewendet.
Salzburg hätte nach Vorliegen des ersten Rechnungshofberichtes so
handeln müssen, wie Vouk heute", stellt der Experte fest.
Im Jahr 2007 wurde von der Unicredit Bank Austria der Gemeinde
Velden proaktiv eine Währungszinswette (Cross Currency Swap zwischen
Euro und Schweizer Franken) zur Absicherung bestehender Kredite
angeboten. Der Absicherungswunsch wurde im dafür rechtlich relevanten
Anlegerprofil dokumentiert und in einer KEG-Beiratssitzung bestätigt.
Das Geschäft ist so ausgestaltet, dass der Velden KEG ein
laufender positiver Beitrag zum Budget entstehen sollte. Tatsächlich
gab es bis dato Einnahmen in Höhe von Euro 544.866,-. Dennoch hat
sich der Bürgermeister nach mehreren Warnungen und Medienberichten
dazu entschlossen, das Risiko des Cross Currency Swaps vom
gerichtlich beeideten Sachverständigen Sascha Stadnikow
(Finanzbuddha) und vom Wiener Anlegeranwalt Ingo Kapsch untersuchen
zu lassen.
Die beiden Experten klärten den Bürgermeister auf, dass es sich
entgegen den Beteuerungen der Bank bei einem Cross Currency Swap um
ein Spekulationsgeschäft und nicht um eine Absicherung handle.
Weiters stellten Stadnikow und Kapsch fest, dass die
Verkaufsunterlagen für diesen SWAP den Richtlinien des
Wertpapieraufsichtsgesetzes widersprächen. Schließlich deckte der
Sachverständige Stadnikow auf, dass sich der nicht offengelegte
Verdienst der Bank bei diesem Geschäft auf Euro 245.870,-- beläuft.
Bei einer marktüblichen Vergütung der Bank hätte die Gemeinde statt
eines negativen Marktwertes einen Gewinn.
Auf Grund dieser Ergebnisse beauftragte der Bürgermeister ein
externes Expertenteam, um in außergerichtlichen Verhandlungen die
Gemeinde schad- und klaglos zu halten. So konnte in mehreren
Verhandlungsrunden ein vorläufiges Angebot ausverhandelt werden,
wonach die Bank 80 Prozent des entstandenen Nettoschadens zu tragen
hätte. Strittig ist noch die Frage des Verdienstes der Bank in Höhe
von Euro 245.870,--und der sich daraus abgeleiteten Verluste. Die
Berechnung des Sachverständigen Stadnikow wird von der Bank nämlich
bestritten.
"Ich habe die Bank eingeladen, meine Berechnungen mit den
tatsächlichen Zahlen abzugleichen, um etwaige Differenzen
festzustellen. Wie in vielen anderen Fällen wurde das jedoch
abgelehnt," erklärt dazu Sascha Stadnikow.
Letzte Woche wurde von der Gemeinde ein Gegenangebot unterbreitet,
das eine 100%ige Schadenswiedergutmachung sicherstellt. Andernfalls
müssen wohl strafrechtliche Schritte gegen die Bank ins Auge gefasst
werden so der Bürgermeister.
Finanzbuddha analysiert pro Jahr Finanzgeschäfte von rund 100
Gemeinden. "In durchschnittlich 70% Prozent der Fälle ergeben sich
Anspruchsgrundlagen für eine Rückabwicklung. Nur jedes fünfte
Gemeindeoberhaupt nimmt jedoch diese Möglichkeit dann auch
tatsächlich wahr," stellt Süss fest."Bürgermeister Vouk hat mit
seinem raschen und entschlossenen Handeln vorbildlich agiert," stellt
Finanzbuddha-Sprecher Robert Süss fest. "Aus unserer Erfahrung wird
mit außergerichtlichen Verhandlungen bei einer Rechtslage wie jener
von Velden zumindest 80 Prozent des Schadens von den Banken
rückerstattet." In diesem konkreten Fall bleibt beim momentanen
Verhandlungsstand ein Schaden von rd. EUR 90.000,00 und nicht die
kolportieren EUR 1 Mio.
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