• 14.12.2012, 19:21:24
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32. Wiener Gemeinderat (9)

Dringliche Anfrage der FPÖ zum Thema "Danube Flats" an den Herrn Bürgermeister

Utl.: Dringliche Anfrage der FPÖ zum Thema "Danube Flats" an den
Herrn Bürgermeister =

Wien (OTS) - GRin Henriette Frank (FPÖ) behauptete, dass der
Masterplan 2010 noch keinen Wohnturm aufwies. Die geplanten 500
Wohnungen seien frei finanziert und daher für einkommensschwache
MieterInnen nicht leistbar. Sie bezweifelte, dass der Betreiber
Soravia, die von den Grünen vorgeschlagenen sieben Euro pro
Quadratmetern zulassen werde. Sie bezog sich auf einen im Februar
erschienen Zeitungsartikel, in dem von hohen Verlusten für die
Unternehmensbrüder Soravia die Rede gewesen sei. Sie hätten auch
Minopolis, das "Projekt der Superlative", in den Sand gesetzt.
Außerdem kritisierte sie den Umgang der SPÖ mit
BürgerInnen-Initiativen. Bürgermeister Häupl sei schlecht informiert,
denn die Architektin Harnoncourt sei sowohl bei Minopolis als auch im
neuen Projekt Wohnturm eingebunden. Die Regierungsparteien sollten
vom Projekt Abstand nehmen. Sie halte die vorgesehene
Fassadenbegrünung bis in die obersten Stockwerke für unrealisierbar.

GR Martin Flicker (ÖVP) erinnerte daran, dass gestern betont worden
sei, Wien brauche mehr Wohnungen. Es müsse aber auch saniert und
verdichtet werden, da die Prognose bis 2030 mit rund zwei Mio.
EinwohnerInnen in Wien rechne. Er begrüßte die Entwicklung des
Wohnungsbaus. Auch die Verkehrsanbindungen sei gut, ebenso wie der
Standort. Er bezweifelte aber die Finanzierung der geplanten
Überplattung der Autobahnzufahrt und sorgte sich um die künftige
Lärmentwicklung. Es sei "zwingend", die AnrainerInnen einzubinden und
gute Lösungen für alle Betroffenen zu finden.

GR Mag. Christoph Chorherr (Grüne) erklärte, dass einerseits
Widmungen nötig seien und andererseits habe die Stadt die Aufgabe,
Allgemeininteressen zu wahren. Dabei könnten nicht alle
Individualinteressen berücksichtigt werden. Als Mitglied der Fachjury
in diesem Projekt habe er politische Verantwortung übernommen. Daraus
wisse er auch, dass einige der Wünsche Eingang in die Planung fanden.
Gegen die Sorge der starken Lärmentwicklung brachte er vor, dass aus
diesem Grund Carsharing forciert werde und Parkpickerl-Zonen
erweitert. Dafür sei sogar der Umweltpreis verliehen worden. Es werde
an einem Projekt gearbeitet, das Radinfrastruktur, minimalen
Energieverbrauch, Wirtschaftsinfrastruktur und leistbare Wohnungen
berücksichtige. Bezugnehmend auf die Fassadenbegrünung verwies er auf
vorbildliche Beispiele für vertikales Grün in Alterlaa.

GRin Mag.a Muna Duzdar (SPÖ) erkenne den Komplex Cineplexx, wie er in
der Anfrage dargestellt werde, nicht wieder. Sie habe
Informationsveranstaltungen besucht und bei der Info-Hotline zum
Projekt angerufen. Daraus sei hervor gegangen, dass die dortige
Bevölkerung keine einzige Beschwerde eingebracht habe, sich im
Gegenteil für die Wohnungen interessiere. Duzdar bezog sich auf das
Hochhauskonzept, das es seit zehn Jahren gäbe und das die notwendigen
Voraussetzungen und Bedingungen für den Bau von Hochhäusern schaffe.
Eine Metropole wie Wien müsse das historische Erbe bewahren, dürfe
sich aber gleichzeitig moderner Architektur nicht verschließen. Es
mache städtebaulich Sinn, ein Hochhaus dort zu errichten, wo bereits
eines steht.

GR Ing. Mag. Bernhard Dworak (ÖVP) griff den Bezug zum
Hochhaus-Konzept auf und bezweifelte, dass die darin vorgesehenen
Blickachsen nicht mit den Plänen korrespondieren würden. Er
kritisierte, dass die Grünen "Anlasswidmung" gemeinsam mit der SPÖ
"vervollkommnen" würden. Er sprach in Zusammenhang mit Chorherrs
Jurymitgliedschaft von "Missbrauch" und werde sich die Widmungen an
denen die Grünen beteiligt seien, genau ansehen.

GR Anton Mahdalik (FPÖ) befürchtete, dass der freie Blick auf die
Donau künftig nicht gewährleistet sei. Chorherr habe "die Rede eines
großen Wohnbauträgers" geschwungen und die BürgerInnen-Interessen
"links liegen gelassen". Die Bevölkerung werde eingebunden, sie dürfe
aber nicht mitbestimmen. Leistbare Wohnungen für Bedürftige sehen für
ihn jedenfalls anders aus und "große Bäume im 3. Stock" könne er sich
nicht vorstellen. Auch die Lärmentwicklung sei "Augenauswischerei".
(Forts.) heb/gse

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