- 14.12.2012, 11:01:43
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Schönborn: "Religion bleibt Medien- und Menschheitsthema"
Kardinal lud ORF-Mitarbeiter zu Adventbegegnung - ORF-Generaldirektor Wrabetz: "Religionssendungen haben beim Publikum eine sehr starke Nachfrage"
Utl.: Kardinal lud ORF-Mitarbeiter zu Adventbegegnung -
ORF-Generaldirektor Wrabetz: "Religionssendungen haben beim
Publikum
eine sehr starke Nachfrage" =
Wien, 14.12.12 (KAP) "Religion ist und bleibt ein Menschheitsthema
und somit auch ein Medienthema": Das unterstrich Kardinal Christoph
Schönborn am Donnerstagabend in der Wiener Franziskanerkirche bei
einer Adventbegegnung mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des ORF.
Der Wiener Erzbischof wies auf die enorme Resonanz der "Highlights
des ORF-Religionsprogramms" hin: Bei den sonntäglichen
Radiogottesdiensten hörten durchschnittlich zwischen 500.000 und
600.000 Interessierte zu, in der Reihe "Feierabend" am Ostermontag
hätten heuer deutlich mehr als 1 Million Menschen einen Beitrag über
Jerusalem-Pilger mitverfolgt. Und ORF-Generaldirektor Wrabetz
bestätigte: "Religionssendungen haben beim Publikum eine sehr starke
Nachfrage."
"Zeigen nicht beide Beispiele, dass Religion, dass christlicher
Glaube in sehr ursprünglichen und authentischen Ausprägungen -
Gottesdienst bzw. Pilgern - die Menschen anzieht?", fragte der
Kardinal vor zahlreichen Gästen aus dem Medienbereich. Für ihn seien
die genannten Beispiele "Hoffnungssignale in einer Zeit der
Umbrüche" und gleichzeitig ein Beleg dafür, dass Religion zu Recht
einen festen Platz im Programmauftrag des ORF habe.
Kirche und ORF sind nach den Worten des Wiener Erzbischofs "in
gewisser Weise wesensverwandt": Beide wendeten sich "an alle", und
das nicht privat und heimlich, sondern öffentlich. Dementsprechend
würden beide rechtlich gesehen einen öffentlichen Status genießen -
"nicht als unangemessenes Privileg, sondern aufgrund des je eigenen
Auftrags im öffentlichen Interesse", sagte Schönborn.
Letztlich stünden Kirche wie auch ORF in unterschiedlicher Weise "im
Dienst der Wahrheit". Der Kardinal wörtlich: "Die Wahrheit bleibt
ein 'Stachel im Fleisch' - für die Kirche genauso wie für
Journalisten." Sich auf alle Menschen hin ausgerichtet zu wissen
biete auch die "Gefahr der Anbiederung", warnte Kardinal Schönborn:
"Was für die Kirche die Versuchung eines lauen Christentums ist, ist
für den Journalismus wohl das Liebäugeln mit dem Boulevard."
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