• 13.12.2012, 12:31:59
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Darabos: Studie zeigt hohes Freiwilligenpotenzial für Profiheer

Für viele Frauen mit hohem Bildungsniveau ist Bundesheer eine attraktive berufliche Option

Utl.: Für viele Frauen mit hohem Bildungsniveau ist Bundesheer eine
attraktive berufliche Option =

Wien (OTS/SK) - "Wir haben die Chance, durch die Volksbefragung am
20. Jänner eine weitreichende Strukturänderung einzuleiten, die die
Qualität des Österreichischen Bundesheeres stärken, die
Katastrophenhilfe ausbauen und tausende Jugendliche von einer nicht
mehr notwendigen Dienstpflicht befreien wird", betonte
Verteidigungsminister Norbert Darabos am Donnerstag in einer
gemeinsamen Pressekonferenz mit der Meinungsforscherin Imma Palme. Um
das zu erreichen soll das Bundesheer in ein Profiheer mit starker
Milizkomponente umgewandelt werden. Das Ifes-Institut hat erhoben, ob
genügend Interessentinnen und Interessenten dafür zur Verfügung
stünden. Das Ergebnis der Studie zeigt, dass der Bedarf übererfüllt
wird und dass das Bildungsniveau dem österreichischen Durchschnitt
entspricht, bei den Frauen sogar weit darüber liegt. ****

Die Frage der Rekrutierung ist von Kritikern des Profiheer-Modells
immer wieder in den Raum gestellt worden. Die vorliegende Umfrage
unter 1.100 Österreicherinnen und Österreichern im Alter von 16 bis
30 Jahren räumt jedweden Zweifel aus. "Ja, wir werden genügend junge
Frauen und junge Männer finden", sei die "ganz klare Antwort",
betonte Darabos. Schon jetzt bewerben sich 6.000 bis 8.000 Personen
jährlich, die beim Österreichischen Bundesheer beschäftigt sein
wollen. Und bei den Zeitsoldaten entscheidet sich bereits die Hälfte
vor Beginn des Grundwehrdienstes dafür, Zeitsoldat zu werden. "Das
heißt, der Grundwehrdienst ist schon längst keine Rekrutierungsbasis
für das Österreichische Bundesheer."

Benötigt würden für das neue Modell in den ersten vier Jahren pro
Jahr 400 Berufssoldaten, 1.300 Zeitsoldaten und 850
Profi-Milizsoldaten. Geboten werden den Zeitsoldaten dafür
Einstiegsgehälter von 1.450 bis 1.800 Euro netto monatlich, eine
Auslandszulage von 7.200 Euro pro Jahr sowie Einsatzzuschläge bei
Auslandseinsätzen von 1.600 bis 2.700 Euro im Monat. Dazu kommt eine
breit angelegte Berufsförderung, um den Wiedereinstieg in das zivile
Erwerbsleben zu ermöglichen. Die Profi-Milizionäre erhalten eine
Anerkennungsprämie von 5.000 Euro netto pro Jahr sowie Abgeltungen
für Übungstätigkeiten und etwaige Einsätze. Das wird offensichtlich
als ein attraktives Angebot angesehen.

"Wir haben ein sehr hohes Rekrutierungspotenzial in Österreich",
betonte Darabos. Es wurden auf Basis der Umfrage 84.000 Personen
hochgerechnet, die über eine generelle Bereitschaft verfügen,
Berufssoldat auf Zeit zu werden und auch über jene Eigenschaften und
Einstellungen verfügen, die dem Anforderungsprofil entsprechen. "Das
ist das 32-fache des Bedarfs", sagte Darabos. 20.000 davon sind
Frauen. 26 Prozent der Männer verfügen über Matura, bei den Frauen
sogar 50 Prozent. "Wichtig ist für mich festzustellen, dass die
Gräuelpropaganda, dass mit einem Profiheer vor allem Kriminelle oder
Rambos zum Österreichischen Bundesheer kommen würden, den empirischen
Tatsachen nicht entspricht", hob Darabos hervor.

Als wesentliche Gründe für die Wahl des Arbeitsplatzes als Soldatin
oder Soldat beim Bundesheer wurde vor allem die Sicherheit des
Arbeitsplatzes genannt, erklärte Imma Palme. Weiters Wert gelegt wird
auf eine lebenslange Pensionszahlung, steuerfreie Pauschalen, Erwerb
von Führungserfahrung, das berufliche Ausbildungsangebot, Möglichkeit
von intensiver Sportausübung, etwas Positives für die Allgemeinheit
leisten und Kameradschaft.

"Gerade von weiblicher Seite ist auffallend häufig das
Möglichkeitenspektrum, das sie bei einem Berufsheer für sich sehen,
genannt worden", erklärte Palme. "Der durchschnittliche Österreicher
ist mit seiner Bildung und in den meisten Einstellungen identisch mit
dem durchschnittlichen Interessenten für ein Berufsheer. Anders bei
den Frauen. Hier finden wir in ungeheurem Maße hoch gebildete Frauen,
die für sich das Bundesheer, wenn es ein Berufsheer sein wird, als
echte Chance sehen auf eine Karriere, auf Leistungsmöglichkeiten, die
sie sonst nicht hätten."

Wesentlich sei, dass sich sowohl die Frauen als auch die Männer, die
sich für ein Berufsheer als Arbeitsplatz interessieren, durch
"überdurchschnittliche Leistungsbereitschaft und Einsatzfreude
auszeichnen", betonte die Meinungsforscherin. Es sei keinerlei Gefahr
zu erkennen "sozial schwache, psychisch instabile Personen
anzuziehen". Bei den Frauen seien es sogar "die extrem starken,
extrem gebildeten und bei den Männern die Österreicher, so wie wir
sie sonst finden". Wesentliche Anreize dafür Zeitsoldat zu werden,
seien vor allem die Möglichkeit des beruflichen Aufstiegs, weitere
Abschlüsse zu machen, Kurse, Fähigkeiten zu erlangen, die in einer
späteren Phase nach dem Berufsheer eingesetzt werden können. Auch das
potenzial für die Freiwilligen-Milizsoldatinnen und -soldaten sei
etwa gleich hoch, erklärte Palme. "Hier ist eine hohe
Rekrutierungsbasis für ein Berufsheer vorhanden", sagte Palme.
(Schluss) up/mis

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