• 12.12.2012, 17:00:33
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"KURIER"-Kommentar von Martina Salomon: "Bö(r)se Nachrichten aus Salzburg"

Der Skandal wird immer unglaublicher. Trotzdem ist das kein Grund, den Finanzmarkt weiter abzuwürgen.

Utl.: Der Skandal wird immer unglaublicher. Trotzdem ist das kein
Grund, den Finanzmarkt weiter abzuwürgen. =

Wien (OTS) - Nein, es waren nicht böse Finanz-Haie, die in Salzburg
vielleicht über eine Milliarde Euro verzockt haben, wie sich nun
langsam herausstellt. Es war eine biedere Vertragsbedienstete mit
Unterstützung der Landesregierung. Jetzt werden die Konsequenzen
gezogen - da wird wohl noch mehr kommen als die dramatische
Entschuldigung der Salzburger Landeshauptfrau. Die ÖVP schlachtet den
unfassbaren Skandal aus: Finanzministerin Fekter schickt - der
EU/Griechenland-Logik folgend - eine "Troika" in das möglicherweise
bankrotte Bundesland. Die ÖVP ist (vorübergehend) politische
Kriegsgewinnlerin, doch neben der Salzburger SPÖ könnte auch die
heimische Börse Verliererin sein. Denn nun fühlen sich wieder einmal
all jene bestätigt, die den Finanzmarkt immer schon für des Teufels
gehalten haben. Damit sind sie in bester Gesellschaft: Wichtige
Vertreter der Republik quer durch alle Parteien arbeiten seit Jahren
daran, der Börse das "R" im Namen abzujagen. Mittlerweile wird jeder
Verlust als Verbrechen hingestellt - was natürlich Schwachsinn ist.
Eigentlich sollte jeder Schulabsolvent wissen, dass sich am
Kapitalmarkt hohe Gewinne nur mit hohem Risiko erzielen lassen. Die
Mischung macht's. Nach der amerikanischen Lehman-Katastrophe zwang
die österreichische Regierung die (Pensions-)Versicherer, weniger in
Aktien zu investieren - eine populistische Panikreaktion. In
einigermaßen guten Börsejahren und bei so niedrigen Zinsen wie heuer
ist das ein Nachteil. Die Verluste von damals wurden amtlich
zementiert. Mit der neuen Steuer auf Kursgewinne wurde im
abgelaufenen Jahr der Börseplatz Wien außerdem ohnehin fast ruiniert.
Ein sorgsamerer Umgang der Länder bei der Finanzierung ihrer
Aufgaben ist nötig. Dabei sollte man aber bitte nicht gleich auch den
Kapitalmarkt versenken.

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