• 12.12.2012, 13:54:24
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Neue ORF-Doku "Joschi und die Stars - Ein Roadmovie" präsentiert

"dok.film"-Premiere am 16. Dezember

Utl.: "dok.film"-Premiere am 16. Dezember =

Wien (OTS) - Brandauer, Hörbiger, Mangold, Markovics, Moretti,
Ofczarek, Palfrader, Steinhauer, Strauss, Zeller - und viele mehr:
Mit einer Promidichte, wie sie kaum ein Spielfilm zu bieten hat,
besticht der neue österreichische Dokumentartfilm: "Joschi und die
Stars - Ein Roadmovie", der heute, am Mittwoch, dem 12. Dezember
2012, im Wiener Filmcafé präsentiert wurde.

Im Rampenlicht der Koproduktion von Fischer Film und ORF, die am
Sonntag, dem 16. Dezember, im "dok.film" um 23.05 Uhr in ORF 2 zu
sehen ist, stehen aber nicht die großen Künstlernamen sondern der
Filmfahrer Josef Deininger. Seit vielen Jahren chauffiert "Joschi",
wie er liebevoll genannt wird, die Stars und für viele von ihnen ist
er selbst schon ein Star, ja sogar enger Vertrauter. Das alltägliche
Warten auf seine Künstler, zu denen auch Regiegrößen wie Haneke und
Ruzowitzky zählen, lässt Joschi viel Zeit für Gedanken über dieses
eigenartige Metier, das ständig changiert zwischen harter Arbeit und
"Jahrmarkt der Eitelkeiten". Wolfgang Beyers topbesetzter
Dokumentarfilm, der mit Unterstützung von Fernsehfonds Austria,
Filmfonds Wien sowie den Ländern Oberösterreich und Kärnten
hergestellt wurde, begleitet Josef Deininger ein Jahr lang bei seiner
Arbeit und bietet einen etwas anderen Blick auf die Branche - eine
ganz subjektive Geschichte des österreichischen Films. Entstanden ist
eine ebenso vergnügliche wie informative Liebeserklärung an die
heimische Filmproduktion und ihre Künstler.

ORF-Kulturchef Traxl: "Eine ganz andere Annährung an die
österreichische Filmszene"

Im Rahmen der exklusiven Vorschau auf die Dokumentation, zu der
ORF-TV-Kulturchef Martin Traxl geladen hatte, erschienen an der Seite
von Filmemacher Wolfgang Beyer und Produzent Markus Fischer auch der
Titelheld des Films gemeinsam mit einem seiner Stammfahrgäste:
Kammerschauspielerin Erni Mangold.

"Sie vertrauen ihm alle, sie legen ihm gleichermaßen ihr Leben in die
Hände, ohne ihn gibt es kein Fortkommen in der Branche: Joschi
Deininger ist Anlaufstelle für die Stars, Ansprechpartner für ihre
Sorgen und ihre Freude, vor allem aber ist er eine
Informationsdrehscheibe, was dieser Film sehr anschaulich zeigt.
Entstanden ist eine ganz andere Annäherung an die österreichische
Filmszene", kündigt ORF-TV-Kulturchef Martin Traxl das jüngste
Filmprodukt seiner Abteilung an, das sich noch in der Postproduktion
befindet und bereits kommenden Sonntag zu sehen sein wird.

Deininger: "Am Anfang habe ich das Ganze nicht ernst genommen"

"Die Idee zu diesem Film entstand 2007, doch es hat bis 2010
gedauert, Joschi zu überzeugen", erzählt Produzent Markus Fischer.
"Wir brauchten oft Monate, um einen Gesprächstermin zustande zu
bringen, denn oft war der einzige Ausweg, ihn für eine Fahrt zu
buchen und bei der Gelegenheit das Projekt weiterzutreiben."

Eine Erklärung dazu liefert der Titelheld gleich selbst ab: "Am
Anfang habe ich das Ganze nicht ernst genommen", gibt Joschi
Deininger zu. "Aber dadurch, dass mich alle dazu ermutigt haben, habe
ich es dann gemacht". Mit dem Ergebnis zeigt sich der bescheidene
Filmfahrer, der, wie er selbst sagt, für viele Künstler auch
Beichtvater ist, sehr zufrieden. "Ich bedanke mich bei allen, die
mitgemacht haben, dass mir mit ihrer Hilfe etwas gelungen ist, das
selbst Franz Antel nicht geschafft hat: und zwar so viele
Schauspieler kostenlos vor die Kamera zu bekommen", so Deininger.

Mangold: "Er rückt einem nicht auf die Pelle, er dient sich nicht an"

Als eine seiner Stamm-Beifahrerinnen hat auch Erni Mangold das
Doku-Projekt sehr unterstützt: "Joschi hat uns heimlich alle gefragt,
was wir davon halten, wenn er da mitmacht. Und es haben alle - weil
sie dich mögen (in Richtung Joschi) - gesagt: selbstverständlich! Für
dich machen wir das." Offensichtlich scheute keiner der
angesprochenen Stars davor zurück, vor die Kameras in Joschis Taxi zu
steigen - insgesamt 14 Künstler lässt Regisseur Wolfgang Beyer im
Film vorkommen. Bereiterklärt hatten sich jedoch weitaus mehr. Die
überwältigende Sympathie für Joschi Deininger ist für Erni Mangold
leicht erklärt: "Es ist sehr angenehm, wenn man sich gestreichelt
fühlt, ohne es spüren zu müssen. Er rückt einem nicht auf die Pelle,
und er dient sich auch nicht an. Joschi bleibt immer seine eigene
Persönlichkeit - und das mögen alle. Außerdem ist er ein guter
Zuhörer, man merkt bei ihm, dass er wirklich zuhört. Er ist sehr
angenehmen und kommunikativ." Doch bei all dem Lob muss auch ein
Tadel erwähnt sein: "Leider telefoniert er auch oft, das geht mir
persönlich auf die Nerven", neckt Mangold ihren "Leibfahrer". "Ja,
weil du dann nicht zu Wort kommst", ist dieser um keine
augenzwinkernde Antwort verlegen.

Dass Joschi auch anders kann, weiß Autor und Regisseur Wolfgang
Beyer: "Wenn Joschi grantig ist, ist nicht gut Kirschen essen mit
ihm. Da ist er selbst die größte Diva." Zum Glück attestieren dem
Filmemacher alle Beteiligten größte Sensibilität - ohne diese wäre
ein solches Projekt gar nicht möglich gewesen.

Die Welt des Joschi D.

Auf der Suche nach dem idealen Beruf verdingte sich Josef Deininger
Anfang der achtziger Jahre als Vertreter und Taxifahrer - und seit
1985 hat er sich immer mehr auf das Film- und Musikbusiness
konzentriert. Den idealen Job, sagt er, habe er noch immer nicht
gefunden, aber sein derzeitiger bietet zumindest jede Menge
interessanter Begegnungen, die über das reine Chauffieren weit
hinausgehen. Bei Erni Mangold bedeutete das beispielsweise ihren
Papagei zu betreuen, während sie am Set arbeitete; im Fall von Tobias
Moretti den Einbau eines Bettes, damit sich der Schauspieler während
der langen Fahrten zum und vom Set ausruhen kann. Auch internationale
Stars wie Christoph Waltz, John Malkovich und Isabelle Huppert hatte
Joschi bereits in seinem Auto sitzen - und weiß auch darüber
interessante Geschichten zu erzählen.
Über die Jahre ist der Filmfahrer für manche aber auch zu einer Art
"Beichtvater" geworden, zu einem persönlichen Betreuer, dem sich
viele gerne anvertrauen. Als etwa Tobias Moretti 2007 einen
Motorradunfall hatte, wusste Joschi genauer über die
Genesungsfortschritte des Schauspielstars Bescheid als sein
Management. Er weiß, wann man Stars wie Christiane Hörbiger oder
Klaus Maria Brandauer ansprechen kann und wann man es besser lassen
sollte, er hat ein Gespür entwickelt für die Stimmungslagen von
Regisseuren wie Michael Haneke und Götz Spielmann.

Mehr Informationen zum Film sind unter http://presse.ORF.at abrufbar.

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