- 11.12.2012, 13:40:44
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Grünewald zur Gesundheitsreform: Euphorie ohne konkrete Pläne ist zu wenig
Grüne fordern Verhandler auf, konkrete Pläne der Umsetzung und Finanzierung vorzulegen
Utl.: Grüne fordern Verhandler auf, konkrete Pläne der Umsetzung und
Finanzierung vorzulegen =
Wien (OTS) - "Dass Reformen im Gesundheitssystem angebracht sind,
pfeifen die Spatzen seit Jahrzehnten von den Dächern. Auch der
Wunsch nach Aufwertung des niedergelassenen Bereiches und nach
Profilbildungen in Spitälern ist alles andere als neu", äußert sich
der Grüne Gesundheitssprecher, Kurt Grünewald, kritisch zu den
Aussagen der Verhandler über die Gesundheitsreform. "Ich kann dem
Präsidenten des Hauptverbandes nur Recht geben, dass die noch offenen
Punkte in den Gesprächen zwischen Bund, Ländern und Kassen ganz
zentrale sind. Die besten Ideen nützen aber nichts und bleiben
Papier, wenn man sich nicht über verbindliche Finanzierungspläne
einigt und klare Kompetenzen und Verantwortlichkeiten festschreibt.
Die Expertise der Länder in der ambulanten Versorgung ist nicht
überwältigend und die Kassen haben zu wenig Mitsprache in den
defizitären Krankenanstalten. Kostenverschiebungen von einem Bereich
in einen anderen sind keine volkswirtschaftlichen Ersparnisse", gibt
Grünewald zu bedenken.
Grünewald sieht die Äußerungen, dass die Kassen nun großteils saniert
wären sehr kritisch. "Es gibt klare Daten und Fakten, dass trotz
eines guten Gesundheitssystems noch zahlreiche Versorgungsdefizite
existieren, die massive Probleme aufwerfen und ganze
PatientInnengruppen diskriminieren. Da gibt es den unwürdigen Streit
um die Finanzierung der Hospizversorgung und peinliche Schwachstellen
in der Kinder- und Jugendheilkunde. Die Psychiatriereform vollzieht
sich nur langsam und Psychotherapie auf Krankenschein können nur halb
so viele Menschen in Anspruch nehmen wie sie eigentlich benötigen
würden. Schwächen in der Rehabilitation und Prävention sind evident.
Deshalb werden sich hier budgetäre Lücken auftun, die bislang
peinlichst verschwiegen wurden", hält Grünewald fest.
"Es wäre hoch an der Zeit, dass die Verhandler hinter dem Vorhang
hervortreten und dem Parlament wie den Betroffenen konkrete Pläne der
Umsetzung und Finanzierung vorlegen. Pro und kontra der
Verhandlungsergebnisse müssen mit ExpertInnen interdisziplinär
debattiert und dann möglichst außer Streit gestellt werden", fordert
Grünewald.
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