- 11.12.2012, 12:21:58
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Volkshilfe warnt vor "Schuldenfalle Energierechnung"
Steigende Energiekosten werden zur existenziellen Bedrohung für armutsbetroffene Menschen
Utl.: Steigende Energiekosten werden zur existenziellen Bedrohung
für armutsbetroffene Menschen =
Wien (OTS) - "Heizen ist jener Belastungsfaktor, der
einkommensschwache Haushalte am meisten trifft", kritisiert
Volkshilfe Präsident Univ. Prof. Dr. Josef Weidenholzer und warnt
aufgrund der stark steigenden Energiekosten vor neuen Armutsfallen:
"Armutsbetroffene Haushalte zahlen nicht nur zwischen 30 und 40
Prozent mehr für die Energie als vergleichbare "normale" Haushalte,
in Österreich haben bereits 447.000 Menschen Zahlungsrückstände bei
laufenden Wohnkosten."
Im Vergleich zum Vorjahr müssen die Menschen in Österreich für
Energie um 6,1 Prozent mehr bezahlen. Sozial benachteiligte Haushalte
stehen unter besonders großem finanziellen Druck. Grund dafür sind
Zusatzkosten wie Mahnspesen oder die Kosten für das Ab- und
Einschalten von Strom beziehungsweise Gas. In Summe zahlt ein sozial
benachteiligter Haushalt mit einem monatlichen Stromverbrauch von
3.500 kWh bis zu 200 Euro mehr als ein "normaler" Haushalt. "Die
Situation hat sich soweit verschärft, dass heute 313.000 Menschen in
Österreich in ihren Wohnungen frieren. Die Volkshilfe bekommt täglich
Hilfsansuchen von Menschen mit Kindern, die keine Heizung haben, weil
das Gas aufgrund von Zahlungsrückständen abgedreht ist. Das ist ein
unerträglicher Zustand", sagt Weidenholzer und fordert: "Die Menschen
haben ein Grundrecht auf Energie. Für die knapp 200.000
MindestsicherungsbezieherInnen in Österreich ist die Situation
besonders drastisch. Von dem Grundbetrag von 580 EUR, der für den
Lebensunterhalt vorgesehen ist, müssen nicht nur immer teurere
Nahrungsmittel gekauft, sondern auch die steigenden Energiekosten
beglichen werden. Wir fordern, dass die tatsächlichen Energiekosten
berücksichtigt werden." Dasselbe gilt für das Recht auf Wohnen. Um
dieses zu gewährleisten, müssen unterschiedliche Maßnahmen gesetzt
werden. "Das beginnt beim ausreichenden Neubau von leistbaren
Wohnungen, diskriminierungsfreier Wohnungsvergabe und endet bei
professioneller flächendecker Delogierungsprävention", so
Weidenholzer abschließend.
Wärme schenken
Mit dem Projekt SchenkBAR, einem Spendenshop im Wiener
Westbahnhof, sammelt die Volkshilfe Spenden, um Energierechnungen für
armutsbetroffene Menschen in Österreich begleichen zu können.
Mehr Infos www.volkshilfe.at/Armut und www.volkshilfe.at/SchenkBAR
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