- 11.12.2012, 11:15:00
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Neuer Ökostrombericht der E-Control: Deutlicher Anstieg bei gefördertem Ökostrom im Jahr 2012 nach Rückgang im Vorjahr
Neues Ökostromgesetz wirkt - Anteil des geförderten Ökostroms steigt im ersten Halbjahr nach vor allem witterungsbedingtem Rückgang im Vorjahr
Utl.: Neues Ökostromgesetz wirkt - Anteil des geförderten Ökostroms
steigt im ersten Halbjahr nach vor allem witterungsbedingtem
Rückgang im Vorjahr =
Wien (OTS/E-Control/BMWFJ) - Nach einem vor allem witterungsbedingten
Rückgang im Vorjahr ist die Ökostromproduktion im ersten Halbjahr
2012 wieder deutlich gestiegen. Das geht aus dem heute
veröffentlichten neuen Ökostrombericht hervor, den die E-Control
aufgrund einer Berichtspflicht des Ökostromgesetzes an das
Wirtschafts- und Energieministerium erstellt hat. "Die
Ökostromproduktion hat durch das Ökostromgesetz deutlich an Schwung
gewonnen. Damit unterstützen wir den Weg in Richtung Marktreife und
lösen milliardenschwere Investitionen in grüne Technologien aus",
sagt Wirtschafts- und Energieminister Reinhold Mitterlehner. Das im
Gesetz festgelegte Ziel eines Anteils von 15 Prozent geförderten
Ökostroms im Jahr 2015 wird voraussichtlich übertroffen. Aus heutiger
Sicht ist mit einem Wert von 17,7 Prozent zu rechnen. Insgesamt lag
der Anteil Erneuerbarer Energien am Stromverbrauch im Vorjahr bei 63
Prozent.
Entgegen dem langjährigen Aufwärtstrend war der Anteil des
geförderten Ökostroms (ohne nicht-geförderten Ökostrom wie
Großwasserkraft) an der Abgabe an Endverbraucher aus dem öffentlichen
Netz von 10,7 im Jahr 2010 auf 9,3 Prozent im Jahr 2011
zurückgegangen. Die Gründe dafür waren vielschichtig und vor allem
witterungsbedingt: ein schlechtes Wasserjahr, unterdurchschnittlicher
Windertrag, das Verlassen des Förderregimes einiger
Kleinwasserkraftanlagen und Turbulenzen der rohstoffabhängigen
Technologien. Dazu ist der Stromverbrauch gestiegen. "2011 war leider
kein gutes Jahr für die Ökostromerzeugung", sagt Martin Graf,
Vorstand der E-Control. Hingegen ist die Menge des geförderten
Ökostroms in den ersten sechs Monaten 2012 wieder deutlich auf 10,6
Prozent gestiegen. Dies ist neben besseren Witterungsbedingungen für
Ökostrom vor allem auf den Bau zahlreicher neuer Anlagen im Bereich
Wind und Photovoltaik (PV) zurückzuführen. Allein im ersten Halbjahr
2012 wurden 29 Windkraftanlagen und 1.587 Photovoltaikanlagen
zusätzlich in Betrieb genommen.
Summe der ausbezahlten Einspeisetarife 2011 gesunken
Das Unterstützungsvolumen (exklusive Marktpreis) für die
Ökostromerzeugung sank von 350 Millionen Euro im Jahr 2010 auf 308
Millionen Euro im vergangenen Jahr. Diese Entwicklung hängt mit dem
gestiegenen durchschnittlichen Marktpreis (bezogen auf das Jahr 2010)
zusammen. Heuer soll das Unterstützungsvolumen laut Prognosen der
E-Control auf insgesamt 373 Millionen Euro steigen. "Umfragen zeigen,
dass die Österreicher bereit sind, mehr für nachhaltig erzeugten
Strom zu bezahlen. Gleichzeitig müssen wir ein Ausufern des
Umlagesystems vermeiden und Energie leistbar halten. Daher deckeln
wir anders als in Deutschland die jährliche Fördersumme und haben
degressive Elemente in der Tarifförderung etabliert, um den Weg in
Richtung Marktreife weiter zu forcieren", betont Mitterlehner.
Während ein durchschnittlicher Haushalt in Deutschland heuer rund 144
Euro an Ökostromkosten zahlt, sind es in Österreich nur circa 36
Euro.
Mehr Solarstrom erzeugt
Die Stromerzeugung aus Sonnenenergie hat 2011 aufgrund der
Tarifförderung und des Abbaus der langen Warteliste durch das neue
Ökostromgesetz deutlich zugenommen. Insgesamt lieferten die
Photovoltaikanlagen mit 39 Gigawattstunden Strom um 50 Prozent mehr
Strom als im Jahr zuvor (2010: 26 GWh). Das Vergütungsvolumen lag
2011 bei 19,3 Millionen Euro. Sowohl Einspeisetarife als auch
Investitionsförderungen haben sich in der Vergangenheit als Anreiz
bewährt. Aufgrund der deutlich gesunkenen Anschaffungskosten für
PV-Anlagen sind die Einspeisetarife zuletzt reduziert worden.
"Insgesamt leistet der geförderte Solarstrom mit einem Anteil von
0,07 Prozent aber erst einen kleinen Beitrag zur Stromerzeugung in
Österreich", betont E-Control-Vorstand Martin Graf.
Mehr Windkraft-Anlagen, aber weniger Strom
Bei der Windkraft ist sowohl die Anzahl der Anlagen, die in einem
Vertragsverhältnis mit der OeMAG stehen, als auch die installierte
Leistung gestiegen. Bis Ende 2011 wurden in Summe 2.033 Megawatt an
Windkraftanlagen genehmigt. Der Zuwachs von ca. 183 MW Windkraft im
Jahr 2011 entspricht 129 neuen Windrädern. "Die installierte Leistung
ist um knapp zehn Prozent gestiegen, auch wenn die eingespeisten
Mengen witterungsbedingt leicht gesunken sind. Durch den Abbau der
Wind-Warteliste über das Ökostromgesetz rechnen wir in den nächsten
Jahren mit einem deutlichen Anstieg der Windenergie", sagt
Mitterlehner. Wind trug im Jahr 2011 3,2 Prozent zur Abgabe an
Endverbraucher aus dem öffentlichen Netz bei. Das sind 1.883 GWh
Strom bei einem Vergütungsvolumen von 147 Millionen Euro.
Rückgang bei geförderter Kleinwasserkraft
Im Bereich der geförderten Kleinwasserkraft haben sich die Anzahl
der Anlagen, die Leistung und die eingespeiste Menge im Vorjahr
reduziert. Dies ist neben der niedrigeren Stromproduktion durch die
geringere Wasserführung auch auf Austritte aus dem Förderregime
zurückzuführen. Da sich die durchschnittlichen Einspeisetarife für
Kleinwasserkraft 2011 in der Nähe des Marktpreises bewegten, machte
ein Austritt wirtschaftlich durchaus Sinn. "Diese Situation hat sich
allerdings mittlerweile umgekehrt. Aufgrund des niedrigen
Marktpreises im Jahr 2012 sind einige
Kleinwasserkraftanlagenbetreiber wieder in das Subventionsregime
eingetreten", erläutert E-Control-Vorstand Graf. Weiters sind für
neue Anlagen wieder Einspeisetarife vorgesehen (zuletzt gab es nur
Investitionsförderungen) - was das Förderregime erneut attraktiver
machen wird.
Biomasse und Biogas blieben konstant
Bei den rohstoffabhängigen Technologien - "Biomasse fest" und
Biogas - kam es bei der installierten Leistung und der Anzahl der
Anlagen nur zu äußerst geringfügigen Änderungen. Auch die
eingespeiste Menge an Strom ist nahezu konstant geblieben. Die feste
Biomasse hat einen Anteil von 3,4 Prozent und Biogas einen Anteil von
0,9 Prozent an der Abgabe an Endverbraucher aus dem öffentlichen
Netz. Bei der festen Biomasse lag die Abnahme bei 1.959 GWh und die
Vergütung bei 271,1 Millionen Euro. Bei Biogas lagen diese Werte bei
520 GWh und 83,9 Millionen Euro. "Gerade die rohstoffabhängigen
Technologien gerieten zuletzt stark unter Druck, da die
Rohstoffpreise stark schwanken und zuletzt sehr hoch waren. Bei
vielen Anlagen scheinen die Voraussetzungen für einen
wirtschaftlichen Betrieb nicht mehr gegeben", konstatiert Graf, der
die Zukunft von Biomasse und Biogas vor allem in der Wärmeproduktion
und nicht vorrangig in der Stromerzeugung sieht.
Der neue Ökostrombericht der E-Control kann unter folgendem Link
heruntergeladen werden: http://www.ots.at/redirect/e-control2
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