- 10.12.2012, 11:25:59
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AKNÖ: Privatschulen werden immer teurer
Schon in der Volksschule fallen enorm hohe Kosten an
Utl.: Schon in der Volksschule fallen enorm hohe Kosten an =
Wien (OTS) - Eltern, deren Kinder eine Privatschule besuchen, müssen
jedes Jahr immer tiefer in die Geldbörse greifen. Denn die
Schulkosten steigen und steigen. Alljährlich erhebt die AKNÖ die
Preisentwicklung an den Privatschulen in Niederösterreich. Neben den
Kosten für mittlere und höhere Schulen wurden heuer erstmals auch
alle Pflichtschulen erfasst. Das Ergebnis: Private Volks- und
Hauptschulen sind um vieles teurer als weiterführende Schulen. "Die
hohen Kosten bei den Pflichtschulen sind gerade für Wenigverdiener
eine enorme Belastung", kritisiert AKNÖ-Präsident Hermann Haneder:
"Für jemanden, der 1.500 Euro verdient, sind 150 Euro Schulkosten im
Monat eine wesentlich stärkere Belastung als für Gutverdiener mit
3.000 Euro Monatseinkommen.
Die Schulkosten für den Besuch einer weiterführenden Schule liegen
bei durchschnittlich 1.199 Euro pro Jahr. An privaten Volks- und
Hauptschulen zahlen Eltern durchschnittlich 2.840 Euro im Jahr. Noch
teurer sind alternativpädagogische Schulen, wie etwa
Montessori-Schulen, die mit 4.066 Euro Spitzenreiter sind. Die
meisten und teuersten privaten Pflichtschulen findet man im
Industrieviertel, im Schnitt geben die Eltern hier 3.359 Euro aus.
Ausgaben für Exkursionen und Anschaffungen wie Sportbekleidung für
den Turnunterricht und vieles mehr sind darin noch nicht enthalten.
Auch was die Preissteigerung betrifft, verzeichnen die Pflichtschulen
einen deutlich höheren Wert. Um 88 Euro stiegen die Kosten für
Volks- und Hauptschulen seit dem Vorjahr (+ 3,5 %), um 17 Euro mehr
muss man an den weiterführenden Schulen zahlen (+1,7 %). "Insgesamt
beobachten wir bei privaten Schulen über die letzten fünf Jahre
hinweg eine sehr starke Preiserhöhung um 19 %", stellt
AKNÖ-Bildungsexperte Stefan Schober mit Hinweis auf die
Inflationsrate fest, die im Vergleichszeitraum bei rund 9 % lag.
Sorgenkind Mostviertel: Es mangelt an öffentlichen Schulen
Die extrem hohen Kosten sind besonders dort problematisch, wo es zu
wenige oder gar keine öffentlichen mittleren oder höheren Schulen
gibt, wie etwa im Bezirk Melk. Hier stehen die Eltern vor der Wahl,
ihre Kinder entweder in andere Bezirke pendeln zu lassen oder sie
zahlen für teure Privatschulen. Das Mostviertel gilt generell als
unterversorgt mit öffentlichen höheren Schulen. Hier besucht jede/r
dritte OberstufenschülerIn eine Privatschule, im Industrieviertel
jede/r Vierte und im Weinviertel nur jeder/r Siebte. "Die Zahlen
sprechen für sich. Ausbildung darf keine Frage der Geldbörse der
Eltern sein. Wir brauchen daher dringend ein zeitgemäßes,
öffentliches Schulwesen. Kostenlose Ganztagsschulen können zukünftig
dazu beitragen, um soziale Unterschiede auszugleichen", so
AKNÖ-Präsident Hermann Haneder.
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