- 10.12.2012, 09:29:15
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Montag, 10. Dezember, internationaler Tag der Menschenrechte: Demonstration des Refugee Protest Camps zur UNO
Nach zwei Wochen Protestcamp bei Kälte und Frost Appell an internationale Institutionen
Utl.: Nach zwei Wochen Protestcamp bei Kälte und Frost Appell an
internationale Institutionen =
Wien (OTS) - Seit zwei Wochen harren Refugees, die am 24. November
mit dem Protestmarsch von Traiskirchen nach Wien gekommen sind und
bereits am 10. November in Wien für ihre Rechte demonstriert hatten,
im Protestcamp im Sigmund Freud Park aus. "Wir warten hier im Park
seit zwei Wochen darauf, dass wir von der österreichischen Regierung
endlich eine Antwort auf unsere Forderungen bekommen. Die Kälte setzt
uns zu und einige von uns sind krank. Trotzdem kümmert sich der
österreichische Staat bislang nicht um die Gründe, warum wir hier
sind", so ein Vertreter der Geflüchteten im Sigmund Freud Park.
Angesichts des Schweigens von österreichischer Seite wollen die
BewohnerInnen des Refugee Protest Camps nun heute, am 10. Dezember,
dem internationalen Tag der Menschenrechte, im Rahmen einer
Demonstration zur UNO-City ihre Forderungen an das UN-Flüchtlingswerk
UNHCR herantragen. Der Protestzug beginnt um 12 Uhr beim Camp im
Sigmund Freud Park, gegen 15 Uhr ist ein Treffen mit VetreterInnen
des UNHCR geplant.
"Wir gehen jetzt zu den Vereinten Nationen, weil die österreichischen
Institutionen uns keine Antwort geben wollen. Wir haben bereits eine
Einladung an den österreichischen Präsidenten Fischer, an den Kanzler
Faymann und an die Nationalratspräsidentin Barbara Prammer
ausgesprochen, zu uns zu kommen und uns anzuhören, aber sie sind
ihrer Verantwortung nicht nachgekommen und haben sich nicht blicken
lassen. Auch die Botschaften unserer Länder tun nichts für uns. Darum
erwarten wir vom UNHCR, das weltweit für die Menschenrechte von
Flüchtlingen eintreten muss, dass sie unseren Forderungen Gehör
schenkt und uns dabei unterstützt, unsere Rechte zu bekommen", so die
Geflüchteten.
Folgende zentrale Forderungen wollen die Geflüchteten dem UNHCR
unterbreiten:
1) Wir fordern Asyl für alle unsere Fluchtgründe, denn in unseren
Ländern gibt es aus vielen verschiedenen Gründen für uns kein
sicheres Leben.
2) Wir wollen nicht in Lagern, sondern an menschenwürdigen Orten
leben.
3) Wir wollen Zugang zu Deutschkursen und Ausbildung.
4) Wir fordern das Recht zu arbeiten.
5) Wenn Österreich sich weigert, uns aufzunehmen, fordern wir von den
Institutionen der UN, dafür zu sorgen, dass unsere Fingerabdrücke
gelöscht werden und uns dabei zu unterstützen, in ein sicheres Land
weiterzureisen, wo wir leben und bleiben können.
Die ca. 50 Geflüchteten, die bis heute im Sigmund Freud Park
ausharren, nachdem viele in die verschiedenen Bundesländer
zwangstransferiert wurden, sind trotz der widrigen Umstände fest
entschlossen, ihren Protest fortzusetzen, solange ihre Forderungen
nach einem menschenwürdigen Leben nicht erfüllt sind. Sie erklären:
"Wir versichern der Regierung, dass wir uns nicht kleinkriegen und
aussitzen lassen. Sie müssen aufhören, mit AsylwerberInnen und
Flüchtlingen in Österreich Ping Pong zu spielen. Wenn unsere
Forderungen nicht erfüllt werden, wird es morgen auch in anderen
Städten und Regionen Österreichs Protestcamps geben. Wir setzen
darauf, dass in der nächsten Zeit viele solidarische Menschen -
andere Refugees und MigrantInnen ebenso wie ÖsterreicherInnen - zu
uns ins Camp kommen und unseren Kampf unterstützen. No border, no
nation, stop deportation!"
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