• 06.12.2012, 09:48:16
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  • OTS0056 OTW0056

Brunner: Heute Tierversuchsgesetz im Nationalrat - Grüne fordern Nachbesserungen

Grüne: Die SPÖ muss den Änderungsvorschlägen aus ihrem Ministerium zustimmen

Utl.: Grüne: Die SPÖ muss den Änderungsvorschlägen aus ihrem
Ministerium zustimmen =

Wien (OTS) - Heute werden aufgrund einer EU-Richtlinie Änderungen des
Tierversuchsgesetztes im Parlament beschlossen. Die Grüne
Tierschutzsprecherin Christiane Brunner fordert dringende
Nachbesserungen um Tierversuche zu reduzieren und, wo es möglich ist,
durch Alternativmethoden zu ersetzen. "Wir wollen, dass ein
unabhängiges Fachgremium eingesetzt wird, dass alle
Tierversuchsanträge sowohl im universitären Bereich, als auch im Zuge
aller anderen Genehmigungsverfahren beurteilt und gegebenenfalls
ablehnen kann. Diesbezügliche Änderung der Regierungsvorlage werden
wir heute im Parlament beantragen", erklärt Brunner. Besondere
Aufmerksamkeit werden die Grünen dabei der SPÖ schenken. "Unser
Änderungsantrag in diesem Bereich entspricht auf Punkt und Beistrich
der Forderung, die das Gesundheitsministerium in seiner Stellungnahme
zum Begutachtungsentwurf aufgestellt hat. Wenn die SPÖ gegen diese
Änderung stimmt, brüskiert sie ihr eigenes Ministerium und stellt
dessen Fachkompetenz in Frage", sagt Brunner.

Da Christiane Brunner derzeit auf der Kimakonferenz in Doha ist, wird
sie durch Wolfgang Pirklhuber, den Landwirtschaftsprecher der Grünen
vertreten.

Durch die Regierungsvorlage bleibt die Möglichkeit bestehen,
Tierversuche, die schweres Leid verursachen, das lange anhält und
auch nicht gelindert werden kann, durchzuführen. Ein Verbot, das
EU-rechtlich möglich ist, wird in der Gesetzesvorlage relativiert.
Wenn dies "aus wissenschaftlich berechtigten Gründen" erforderlich
ist, sollen auch solche Versuche möglich sein. "Auch in der
Wissenschaft müssen Grenzen eingezogen werden, die nicht
überschritten werden dürfen. Deshalb fordern wir ein absolutes Verbot
für Tierversuche, die solch schweres Leid verursachen, das lange
anhält und auch nicht gelindert werden kann. Auch hier wird es
spannend, ob die Regierungskoalition das anders sieht", meint
Pirklhuber.

Die dritte Änderung, die die Grünen heute beantragen betrifft die
rückblickende Bewertung von Tierversuchen. Die Grünen beantragen,
dass künftig für alle Tierversuche eine rückblickende Bewertung
durchgeführt werden muss. "Bei der im Vorhinein vorgenommenen
Einschätzung der Schwere der Belastung für das Tier bestehen große
Unsicherheiten. Die rückblickende Bewertung ist eine wichtige
Informationsquelle für künftige Tierversuche. Dadurch können
Belastungskataloge optimiert werden, so dass zumindest künftige
Belastungen der Tiere gesenkt werden. Diese Sichtweise bestätigt auch
die Veterinärmedizinische Universität", stellt Pirklhuber klar.
"Heute ist die Nagelprobe, wie ernst es die einzelnen Parteien mit
dem Schutz der Tiere meinen und ob sie wirklich vermeidbares Tierleid
verhindern wollen", sagen Brunner und Pirklhuber unisono.

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