- 05.12.2012, 19:26:22
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Neues Volksblatt: "Solidarität" von Markus EBERT
Ausgabe vom 6. Dezember 2012
Utl.: Ausgabe vom 6. Dezember 2012 =
Linz (OTS) - Neun von zehn Zivildiener beim Roten Kreuz sagen laut
dessen oberösterreichischem Präsidenten Walter Aichinger, dass sie
freiwillig nicht in dieses System eingestiegen wären. Sie wurden
sozusagen, dank bestehender allgemeiner Wehrpflicht, zu ihrem Glück
gezwungen. Glück deswegen, weil nämlich 80 Prozent dieser
"Zwangsverpflichteten" dem Roten Kreuz in Oberösterreich als
Freiwillige erhalten bleiben. Aus dem abverlangten Dienst am
Heimatland wird ein Ehrenamt, die ursprünglich Verpflichteten fühlen
offenbar eine Verpflichtung, der Gesellschaft unentgeltlich weiter
für eine bestimmte Zeit zur Verfügung zu stehen. Sie sind damit in
bester Gesellschaft, ist doch fast jeder zweite Österreicher
ehrenamtlich tätig.
Das Gegenteil dieses freiwilligen und unbezahlten Engagements ist die
"Verstaatlichung der Bürgergesellschaft", wie ÖVP-Klubobmann
Karlheinz Kopf gestern im Nationalrat sagte. Ob "bezahltes
freiwilliges Sozialjahr" oder ein "bezahltes Freiwilligenheer":
Beides sind schönfärberische Begriffe, die die von Kopf angesprochene
Verstaatlichung der Bürgergesellschaft kaschieren sollen. Die Warnung
vor der "moralischen Armutsgefährdung" ist angebracht, denn eine
entsolidarisierte Gesellschaft kann wohl niemand anstreben. Dass sich
SPÖ und Grüne gar so lustig machen über einen zeitlich befristeten
Dienst, zu dem man im Sinne des Gemeinwohls verpflichtet wird,
offenbart ein eigenartiges Verständnis von Solidarität.
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