- 04.12.2012, 14:17:48
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Grünewald: Regierung unterstützt behinderte Studierende zu wenig
Grüne enttäuscht über Trägheit des Wissenschaftsministers
Utl.: Grüne enttäuscht über Trägheit des Wissenschaftsministers =
Wien (OTS) - Gestern war der Internationale Tag der Menschen mit
Behinderung. Dieser Gedenk- und Aktionstag soll das Bewusstsein der
Öffentlichkeit für die Probleme von Menschen mit Behinderung stärken
und den Einsatz für die Würde, Rechte und das Wohlergehen fördern.
Mit enormer Verspätung wurde Ende voriger Woche der Bericht zur
sozialen Lage der Studierenden mit Behinderung sowie zum
Berufseinstieg behinderter AkademikerInnen von Bundesminister
Töchterle präsentiert. "Ein ausnahmslos und schonungslos guter
Bericht, der klar aufzeigt: Es gibt noch viel zu tun. Die Reaktionen
des zuständigen Ressorts auf diese Studie strapazieren allerdings die
Geduld der Betroffenen", kritisiert der Wissenschafts- und
Gesundheitssprecher der Grünen, Kurt Grünewald.
"Es gibt ein Behindertengleichstellungsgesetz und auch in den
leitenden Grundsätzen für die Universitäten wird die besondere
Berücksichtigung der Erfordernisse von behinderten Menschen explizit
genannt. Wenn, wie vom Ministerium betont wird, die bestmöglichen
Studienbedingungen für behinderte Menschen ein großes Anliegen sind,
dann hätte ich mir mehr erwartet, als den Verweis auf die Autonomie
der Universitäten" ärgert sich Grünewald.
"Die psychologischen Beratungsstellen für Studierende mit psychischen
Problemen stehen zunehmend unter Druck, eine qualitativ ausreichende
Versorgungssituation gewährleisten zu können. Aufnahmestopps und die
nicht Nachbesetzung von PsychologInnen und PsychotherapeutInnen
erschweren rechtzeitige Beratungen, Interventionen und Therapien.
Aufgrund zu weniger Kassenstellen für Psychotherapie können sich
Studierende vielfach keine Behandlungen leisten" kritisiert Grünewald
und sieht hier Gründe für Studienabbrüche oder Verzögerungen.
"Der Verweis von Minister Töchterle, es gäbe für die verbesserte
Inklusion von Menschen mit chronischen Krankheiten und Behinderungen
keinerlei zusätzliche Mittel aus seinem Ressort oder von Ministerin
Fekter, ist hart, und schiebt wieder einmal den Universitäten den
Schwarzen Peter zu. Die knappen Budgetmittel erlauben es kaum,
dringend notwendige Verbesserungen aus dem Globalbudget zu
begleichen, wie dies Töchterle in seiner Pressekonferenz forderte"
analysiert Grünewald die unbefriedigende Situation.
"Es wird notwendig sein, den Behindertenbeauftragen mehr Rechte auch
per Gesetz zuzuschreiben und diese stärker an Rektorat und Uni Räte
zu binden. Auch Ihre Ressourcen sind im Sinne bundeseinheitlicher
Qualitätsstandards zu verbessern" fordert Grünewald ebenso wie eine
bessere österreichweite Vernetzung mit Behindertenorganisationen.
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