- 02.12.2012, 18:56:40
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Neues Volksblatt: "Radikal?" von Michael KALTENBERGER
Ausgabe vom 3. Dezember 2012
Utl.: Ausgabe vom 3. Dezember 2012 =
Linz (OTS) - Die Botschaft vom Bundeskongress der Grünen am
Wochenende in Linz war klar: Wir sind wie wir sind. Die alte und neue
Frontfrau Eva Glawischnig hat gesagt, wofür und wogegen man ist: Für
neue Steuern, für die Zwangstagsschule, gegen die Autofahrer -
vorerst in Wien, was aber in ganz Österreich als bedrohliches Signal
gesehen wird -, für die Umwelt und die Energiewende, was mittlerweile
aber politisches Allgemeingut ist.
Überraschungen muss also niemand fürchten. Mit einer Ausnahme
vielleicht: Neben Sauberkeit und Solidarität nannte die grüne
Parteichefin die Radikalität als einen der wichtigsten Werte für die
nächsten Jahre.
Radikalität als Wert an sich, das ist neu. Bisher war man radikal in
der Durchsetzung seiner Werte und Ziele - aber was tut eine Partei,
die radikal den Wert "Radikalität" durchsetzen will? Das blieb offen.
Aber vielleicht müssen wir uns gar nicht so fürchten, denn der
einzige Radikalinski und Scharfmacher in der Partei, der
beispielsweise nie ein Hehl daraus gemacht hat, dass er das
Bundesheer ganz abschaffen will, hat mit Mühe seinen Platz auf der
Bundesliste für die Nationalratswahl verteidigen können. Worauf Peter
Pilz - angeblich aus Zeitgründen - seine Kandidatur für den grünen
Bundesvorstand zurückgezogen hat.
Man sieht: Radikalität wird von der grünen Führung zum Wert erhoben;
aber wenn einer das lebt, wird er radikal abgestraft. Sie sind halt
wie sie sind.
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