• 01.12.2012, 11:13:17
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33. Grüner Bundeskongress (4) - Glawischnig: Sind Kinder und Jugendliche wirklich das Allerwichtigste?

Führen wir das Land durch eine Bildungsreform ins 21. Jahrhundert!

Utl.: Führen wir das Land durch eine Bildungsreform ins 21.
Jahrhundert! =

Wien (OTS) - Neben Sauberkeit in der Politik, einem Systemwechsel in
der Umwelt- und Wirtschaftspolitik wird eine Bildungsreform im
Zentrum der Auseinandersetzung des Wahljahrs 2013 stehen, fuhr Eva
Glawischnig, die Bundessprecherin der Grünen, in ihrer Rede vor dem
33. Bundeskongress der Grünen in Linz fort. "Kinder und Jugendliche
werden von der Regierung immer wieder als 'das Allerwichtigste'
bezeichnet. Das ist für mich die größte politische Lüge der
Gegenwart. Denn würde das stimmen, dann wäre es nicht so, dass fast
ein Drittel der 15-Jährigen in Österreich nicht sinnerfassend lesen
können. Dann gäbe es kein 100-Millionen-Euro-Belastungspaket für die
Eltern jener 250.000 Kinder in unserem Land, die derzeit private
Nachhilfe benötigen", kritisierte Glawischnig. "Wären Kinder der
Regierung wirklich das Allerwichtigste, dann würde es
gentechnikfreies, pestizidfreies Bio-Essen in allen Kindergärten und
Schulen geben und das Absenken der Feinstaubbelastung wäre ein
parteiübergreifendes Anliegen. Und dann hätten wir Unis, auf die wir
stolz sein können."

Glawischnig will eine Bildungsrevolution. "Bauen wir die
Bildungslandschaft des 21. Jahrhunderts, in der alle Eltern einen
guten Kinderbetreuungsplatz für ihre Kleinen finden, in der Väter und
Mütter am Abend nicht mit ihren Kindern Matheformeln büffeln müssen,
sondern Zeit zum Spielen haben."

Reichensteuern notwendig für Erhalt des sozialen Friedens

"Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auf. Mehr als
500.000 Menschen leben in Österreich in verfestigter Armut. Diese
Menschen haben zu niedrige Einkommen, sie sind mit Zahlungen für
Strom, Gas und Miete im Rückstand. Dies ist ein Armutszeugnis für die
Sozialdemokratie, die seit sieben Jahre unser Land führt, gern von
Gerechtigkeit redet, aber nichts dafür tut", kritisierte Glawischnig.
Kritik übt Glawischnig auch an ÖVP und FPÖ, deren Vertreter wörtlich
sagen, dass Reichensteuern Diebstahl an den arbeitenden Menschen
seien und die das Eigentum vor 'Umverteilungsfetischisten' schützen
wollen. "Wer soll da geschützt werden?", fragte Glawischnig. "Die
Millionenerben, die für ihr leistungsloses Einkommen keine Steuern
zahlen? Warum ist steuerfreies Erben schützenswert? In vielen Ländern
wollen Millionäre von sich aus mehr Steuern zahlen. Zum Beispiel auch
Strabag-Boss Hans-Peter Haselsteiner, der ein gerechteres System als
wichtig für den sozialen Zusammenhalt bezeichnet. Die große
Schieflage bei der Vermögensverteilung führt zu einer Spaltung der
Gesellschaft. Wir brauchen eine reformierte Erbschafts- und
Schenkungssteuer für hohe Vermögen. Reichensteuern sind notwendig, es
geht dabei um nichts weniger als den Erhalt des sozialen Friedens."

"Saubere Politik, Saubere Umwelt, eine Bildungsrevolution, die Grüne
Energiewende, ein starkes Europa und Solidarität als Grundwert
unseres Handelns: das ist unser Angebot, daran arbeiten wir mit
voller Überzeugung. Ich bin zuversichtlich, dass es uns gelingen
wird, mit einem Grünen Wahlerfolg den Grundstein für eine neue
Politik in Österreich zu legen."

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