• 30.11.2012, 13:17:47
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Jungbauern: 140 Teilnehmer am Tag der jungen Landwirtschaft

Innovationspreis an kreative Betriebsführer verliehen

Utl.: Innovationspreis an kreative Betriebsführer verliehen =

Wien (OTS) - Rege war die Nachfrage zur Teilnahme am gestrigen "Tag
der jungen Landwirtschaft" in Wien. Rund 140 Junglandwirte fühlten
sich vom Thema "Der Strukturwandel in der Land- und Forstwirtschaft"
angesprochen und nützten die Gelegenheit zur Diskussion mit den
Referenten. Hochkarätig war auch die Riege der Ehrengäste, die Stefan
Kast, Bundesobmann der Österreichischen Jungbauernschaft -
Bauernbund-Jugend, willkommen heißen konnte. Mit Bundesminister
Nikolaus Berlakovich und Staatssekretär Sebastian Kurz waren gleich
zwei Mitglieder der Bundesregierung anwesend. Weiters stellten sich
Bundesratspräsident Georg Keuschnigg, Bauernbund-Vizepräsident
Johannes Schmuckenschlager, Bauernbund-Direktor Johannes Abentung und
NÖ-Bauernbund-Direktorin Klaudia Tanner ein. "Dieser
Junglandwirte-Tag ist eine wichtige Informations- und
Diskussionsveranstaltung, zu der wir Experten und Repräsentanten aus
unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft eingeladen haben, um
über Zukunftsthemen junger Hofnachfolger zu diskutieren", so Kast.

Peyr, Girtler und Karmasin als Referenten

Zu diesen Referenten gehörten Stefan Peyr, der mit vielen Daten
und Fakten den jungen Landwirten über die statistische Entwicklung
der Land- und Forstwirtschaft berichtete. Unter anderem hob er
hervor, dass Österreich die jüngsten Landwirte in der EU hat und dies
sich auch auf das Image der Landwirtschaft positiv auswirkt. Konträr
zu diesem statistischen Wissen skizzierte Roland Girtler (besser
bekannt als "vagabundierender Kulturwissenschafter") die Herkunft des
Berufsstandes Landwirt und konnte mit vielen Anekdoten über seine
Erlebnisse mit älteren Landwirten bei den anwesenden Teilnehmern
punkten. Sophie Karmasin, vom gleichnamigen
Meinungsforschungsinstitut, spannte in ihrem Vortrag den Bogen vom
Stellenwert der Landwirtschaft in der heutigen Gesellschaft bis hin
zum Konsumverhalten der Österreicher. Sie betonte, dass es von
ungeheurer Wichtigkeit ist, den Menschen mit einem Lebensmittel auch
ein gewisses Lebensgefühl mitzugeben und weiterhin auf Regionalität
und Qualität zu setzen.

Innovationspreis wurde verliehen

Bei den Finalisten des Innovationspreises, der heuer bereits zum
dritten Mal von der Österreichischen Jungbauernschaft ausgeschrieben
wurde, stieg im Anschluss der Adrenalinpegel. Nach einem festlichen
Musikstück der Gruppe "D'Hoagoatla" wurden die ersten zehn
Preisträger gekürt. Stefan Kast erklärte die Innovationskraft junger
Betriebsübernehmerinnen und -übernehmer als ganz zentralen Schlüssel
für die Zukunft. "Wir wollen mit diesem Projekt vorbildhaft
engagierte und wirtschaftende junge Betriebsideen in Österreich
auszeichnen. In Zeiten tiefgreifender wirtschaftlicher und
politischer Veränderungen brauchen wir Jungbäuerinnen und Jungbauern,
die Neues mit Mut, Tatkraft und wirtschaftlichem Geschick umsetzen
können", so Kast über die Beweggründe der Jungbauernschaft zur
Auslobung dieses Preises.

Nicht verwunderlich waren die vielen Einreichungen und
Bewerbungen, winkten als Gewinn doch jeweils Sachpreise im Gesamtwert
von EUR 10.000,-, die vom Lagerhaus als Hauptsponsor zur Verfügung
gestellt wurden. Aufsichtsratsvorsitzender der RWA Raiffeisen Ware
Austria AG Johann Lang freut sich über die gute Zusammenarbeit mit
der Jungbauernschaft: "Innovationen sind ein wesentlicher Motor für
eine dynamische und zukunftsorientierte Landwirtschaft. Diesem
Prinzip folgen auch die Lagerhäuser, die das bewährte Angebot stets
durch neue leistungsfähige Produkte und Dienstleistungen erweitern.
Darum freue ich mich ganz besonders, im Namen des Lagerhauses den
Innovationspreis 2012 heuer wieder an junge Landwirte überreichen zu
dürfen, die sich durch ihre Neugier und ihr fortschrittliches Denken
auszeichnen."

Sehen lassen konnte sich damit auch wieder die Palette der
eingereichten Ideen zur bäuerlichen Betriebsführung. Die Bewerbungen
gingen quer durch die modern interpretierten Klassiker Land-, Wein-
und Gemüseanbau sowie Viehzucht. Auch innovative Ansätze im zuletzt
boomenden Segment "Ökoenergie" durften natürlich nicht fehlen.

Die Gewinner des Innovationspreises 2012

Dieses Jahr holte sich Karl Kronberger (37) mit seinem
"Kindererlebnishof Funtasia" den unumstrittenen Finalsieg. Nach der
Hofübernahme stellte er seinen Betrieb mit Schweinezucht und -mast
auf die Schiene der Kinderbetreuung um. Kronbergers Konzept
verspricht den Kindern ein voll auf die Landwirtschaft konzentriertes
Spieleerlebnis, bei dem - angefangen mit einem Indianerdorf über
einen Streichelzoo bis zur Möglichkeit der Absolvierung eines
Trettraktorführerscheins - alle Kinder auf ihre Rechnung kommen. Die
Anzahl der Kindergeburtstage (über 200), die er auf seinem Hof
alleine in diesem Jahr ausrichtete, geben seinem Innovationsgeist
recht.

In eine Nische stößt eine 33-jährige Oberösterreicherin.
Zweitplatzierte Brigitte Doblhammer vermarktet unter der Marke
"Schnatterhof" eine stattliche Anzahl an Gänsen und Enten. Die
Ganslstubm, eine Mostschänke, in der auch selbst erzeugtes Fleisch
verarbeitet wird, Übernächtigungsmöglichkeiten für 30 Personen sowie
die Teilnahme am Projekt Schule am Bauernhof runden das Gesamtkonzept
der Preisträgerin ab.

Mit dem Brennen von "Sauwald-Erdäpfeln" zu Wodka hat Martin
Paminger ein Innovationskonzept realisiert, das auf eine
ausgeklügelte und ungewöhnliche Vermarktung setzt. So produziert der
28-jährige Jungbauer gemeinsam mit einigen Landwirten in der Region
"Sauwald" 28 ha Erdäpfel, von denen ein Teil zu Wodka gebrannt wird.
Das Besondere an diesem alkoholischen Getränk ist wohl die
Verpackung: Die Flaschen mit schrägem Boden sollen die hügelige
Landschaft der Region widerspiegeln. Die vielen verkauften Produkte,
unter anderem nach Südkorea, Israel und Indien, geben dem Jungbauer
einen guten Grund, mit diesem tollen Projekt weiterzumachen. Die Jury
prämierte diese innovative Idee mit dem dritten Platz.
(Schluss)

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