- 28.11.2012, 09:59:39
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Forschung, die rasch in die Praxis kommt
Kolloquium Forschung & Entwicklung für Zement und Beton
Utl.: Kolloquium Forschung & Entwicklung für Zement und Beton =
Wien (OTS) - Das Kolloquium Forschung & Entwicklung für Zement und
Beton, das kürzlich in der Wirtschaftskammer in Wien abgehalten
wurde, widmete sich den neuesten Erkenntnissen und Entwicklungen in
den Bereichen Bauverfahren, Betontechnologie und Baupraxis. Es stand
aber auch im Zeichen des 100-jährigen Bestehens des
Forschungsinstitutes der Österreichischen Zementindustrie. Den über
300 TeilnehmerInnen präsentierten 21 Experten aus dem In- und Ausland
ihre aktuellsten Erkenntnisse. VÖZ-Geschäftsführer DI Felix
Friembichler: "Forschung hat ihren Zweck besonders gut erfüllt, wenn
die Ergebnisse rasch in der Praxis angewendet werden können. Wir sind
stolz darauf, dass unser Forschungsinstitut VÖZfi mit ihrem Leiter
Johannes Steigenberger in diesem Sinne erfolgreich arbeitet."
Dr. Henrietta Egerth, Geschäftsführerin FFG (Österreichische
Forschungsförderungsgesellschaft), und Dr. Johann Jäger,
Geschäftsführer ACR (Austrian Cooperative Research), hielten ein
Plädoyer auf die Zusammenarbeit mit dem VÖZfi und dessen wichtige
Rolle in der außeruniversitären Forschung. "Mit seinen 100 Jahren
zählt das VÖZfi zu den ersten Forschungsinstituten der Baubranche in
Österreich. Jetzt, im 3. Jahrtausend, gehören wir auch international
zu den führenden Instituten", betont Dr. Johannes Steigenberger,
Leiter des VÖZfi. Kurzbeiträge:
www.zement.at/index.php/7-news-teaser/193-kolloquium-2012
Die Kraft der Carbonfaser
Wurden den ultrahochfesten Betonen (UHPC) bisher Stahlfasern
beigemischt, um höchste Druck- und Zugfestigkeit zu erreichen, kann
künftig ein optimiertes Zugtragverhalten durch Zugabe von
Carbonfasern erreicht werden. Diese Kohlenstofffasern werden
industriell hergestellt, zeigen hohe Festigkeiten und Steifigkeiten
bei gleichzeitig geringer Bruchdehnung und werden zur Verstärkung von
Kunststoff oder Herstellung textiler Strukturen eingesetzt.
Alles fließt
Selbstverdichtender Beton (SCC) braucht ein besonderes
Fließverhalten, da seine Konsistenz ein wesentliches Qualitätsmerkmal
darstellt. Dafür ist eine optimale Zusammensetzung nötig.
Mischanlagen, die für die Herstellung von Normalbeton verwendet
werden, können die Konsistenz nicht exakt genug messen, weshalb bei
der Herstellung von SCC eine zusätzliche Prüfung nötig ist. Professor
Wolfgang Kusterle und DI Florian Fleischmann sowie DI Peter
Christlmeier entwickelten im Rahmen eines Forschungsprojekts in
Deutschland das Betonrheometer "BT2e", ein Messgerät, das künftig die
zusätzlichen Prüfungen erspart.
Risiken minimieren
Durch die Weiterentwicklung in Richtung selbstverdichtender Betone
ist eine immer schnellere Steiggeschwindigkeit beim Betonieren
möglich. Dies führt zu erhöhter Wirtschaftlichkeit von
Ortbetonarbeiten. Allerdings übt die größere Menge, die in kürzerer
Zeit verarbeitet wird, einen erhöhten Druck auf die Schalungen aus.
Das kann zu Verformungen und Versagen der Schalung führen und stellt
ein Sicherheitsrisiko dar. DI Stefan Marchtrenker, Mag. (FH) DI Dr.
Stefan Krispel (VÖZfi) und DI Dr. Alexander Reinisch (Doka Industrie
GmbH) erklärten, dass ab einer Betonierhöhe von ca. 3,3 m eine
Abstimmung der Schalung auf den auftretenden Druck in Abhängigkeit
von der Betonzusammensetzung und der Steiggeschwindigkeit erfolgen
muss. Im Rahmen eines von der FFG unterstützten Projekts wird derzeit
anhand von Versuchswänden ein Feldversuch durchgeführt.
Ultraleichte Betonwände für Zaha Hadid
Das Architekturbüro Zaha Hadid Architects, London, hat für den
Sanitärhersteller Roca, Barcelona, einen Ausstellungsraum in London
entworfen. Inspiriert von der gleitenden Bewegung von Wasser wurde
eine Raumgestaltung konzipiert, die von organisch geschwungenen
Formen dominiert wird. Dafür wurde eigens ein zementbasiertes
Composite-System zur Herstellung von großflächigen, doppeltgekrümmten
und ultraleichten Betonwänden entwickelt.
Energie aus dem Tunnel
Mit der neuesten Entwicklung von Tübbingen (Bauteile aus Beton für
die Tunnelinnenschale) kann Energie aus dem Erdboden und aus dem
Tunnel selbst gewonnen werden. Diese sensationelle Methode der
Energietübbinge stellte Ing. Robert Breithofer am Beispiel des
Tunnelprojektes Jenbach in Tirol vor. Durch das Einbringen von
Absorberrohren in die Betonschalen können diese thermisch aktiviert
und Wärme aus dem Tunnel gewonnen werden, die z.B. für umliegende
Bahnstationen oder Kommunen genutzt oder
Energieversorgungsunternehmen zur Verfügung gestellt werden kann.
Weitere Themen wie der Verbund von Beton mit Beton oder auch Beton
mit Metallplatten wurden im Rahmen des Kolloquiums vorgestellt. Neben
Simulationen zur Prüfung der Sicherheit in Tunneln im Brandfall
wurden ebenso neueste Erkenntnisse im Bereich der Weißen Wannen und
der Errichtung von Brücken mit Halbfertigteilen vorgetragen.
Infos unter: www.zement.at
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