• 27.11.2012, 14:16:31
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Sexualerziehungsbroschüre: Heftige Kritik von Familienexperten

Kirchlicher Familienexperte Danhel: Behelf "Ganz schön intim" des Bildungsministeriums enthält falsche Tatsachen und differenziert zu wenig - Ministerin Schmid will jetzt Einzelheiten korrigieren

Utl.: Kirchlicher Familienexperte Danhel: Behelf "Ganz schön intim"
des Bildungsministeriums enthält falsche Tatsachen und
differenziert zu
wenig - Ministerin Schmid will jetzt Einzelheiten korrigieren =

Wien, 27.11.12 (KAP) Kritik von katholischen Familienexperten erntet
das Bildungsministerium für die Broschüre "Ganz schön intim -
Sexualerziehung für 6- bis 12-Jährige". Der Behelf, den der "Verein
Selbstlaut" erstellt hat, behaupte falsche Tatsachen über
Familienformen, differenziere zu wenig und stelle gesetzeswidrige
Praktiken unkritisch dar, sagte Günter Danhel vom Institut für Ehe
und Familie (IEF) gegenüber "Kathpress". Sein Vorschlag, die
Verwendung der Broschüre zu stoppen und unter Miteinbezug der Eltern
neu aufzusetzen, war auch Tenor einer parlamentarischen Anfrage
durch FPÖ- und ÖVP-Mandatare am Dienstag. Bildungsministerin Claudia
Schmid erklärte gegenüber dem Ö1-Mittagsjournal (Dienstag), sie
werde Einzelheiten korrigieren, halte jedoch an den Grundsätzen des
Behelfes fest.

Ein zentraler Kritikpunkt Danhels bezieht sich auf die
Argumentationslinie der Broschüre, homo-, trans- und intersexuelle
Lebensformen deshalb gleichwertig mit der klassischen
Mutter-Vater-Kind-Familie zu präsentieren, da sich letztere
"hartnäckig als anzustrebendes Ideal" halte, "ungeachtet der
Tatsache, dass knapp die Hälfte aller Kinder in Österreich in
anderen Verhältnissen leben". Danhel widerspricht dieser
Darstellung: "Drei Viertel der Kinder unter 18 Jahren leben in
Österreich bei ihren leiblichen Eltern."

Adoption vor Zeugung genannt

"Systematische Mängel" und fehlende Differenzierung ortet Danhel vor
allem beim Abschnitt "Wie kommen Babys zu uns". Als "echte
Möglichkeiten neben den vielen Unsinnsgeschichten" führt die
Broschüre ab Seite 124 an oberster Stelle "Adoption und Pflege" an,
wobei das Kind dann "mit den Adoptiv- oder Pflegemüttern oder
-vätern" lebe. Nachgereiht an zweiter Stelle wird die Option
"Schwangerschaft nach einer Zeugung genannt" - "Ein Paar oder
einfach zwei Leute haben miteinander Sex", so die nähere
Erläuterung. "Künstliche Befruchtung" erwähnt die Broschüre als
dritte Möglichkeit, als vierte die "Babyklappe". Fünftens wird die
"Leihmutterschaft" angeführt.

Bei der Leihmutterschaft fehlt allerdings die Erwähnung, dass sie in
Österreich verboten ist und auch durch eine Stellungnahme der
Bioethikkommission beim Bundeskanzleramt abgelehnt wurde. Unter
Ausblendung kritischer Aspekte erklärt man: "Eine Frau trägt für
eine andere Frau deren Baby aus. (...) Nach der Geburt kommt das
Baby zur sogenannten 'biologischen Mutter', die schon neun Monate
gewartet hat und sich freut, dass das Baby jetzt geboren ist. Die
sogenannte Leihmutter, mit der alles vorher besprochen und so
ausgemacht wurde, erholt sich von der Geburt."

Mehr auf www.kathpress.at (ende) per/fam/

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