- 26.11.2012, 15:35:51
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Morde und Mordversuche an Frauen passieren oft in Trennungszeiten
Frauenhelpline 0800 222 555 bietet Hilfe bei Gewalt
Utl.: Frauenhelpline 0800 222 555 bietet Hilfe bei Gewalt =
Wien (OTS) - Der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser ist
tief erschüttert über die Morde und Mordversuche an Frauen in den
letzten Nächten. Die Ereignisse der letzten Tage zeigen auf die
traurigste Weise, wie wichtig der internationale Tag gegen Gewalt an
Frauen und die Kampagne "16 Tage gegen Gewalt an Frauen" sind.
Bei beiden Mordfällen und bei einem der zwei Mordversuche am
Wochenende mussten die Kinder die Schrecknisse miterleben. In einem
Gewaltvorfall wurde die 15-jährige Tochter leicht, der 20-jährige
Sohn bei dem Versuch, seine Mutter vor der Messerattacke des Vaters
zu schützen, sogar schwer verletzt.
Kinder und Jugendliche sind in 70 Prozent der Fälle, in denen
Frauen männlicher Gewalt ausgesetzt sind, ebenfalls direkt betroffen.
Das Ausmaß der Betroffenheit von Kindern und Jugendlichen zeigt sich
in den Gewaltverbrechen der letzten Tage: Zwei Jugendliche wurden
beim Mord ihrer Mutter zum Teil schwer verletzt, bei einem
Mordversuch verständigte der zehnjährige Sohn die Polizei.
Bisher ist bereits bei zwei Fällen bekannt geworden, dass dem Mord
bzw. dem Mordversuch jahrelange Streitigkeiten und Gewalt an den
Frauen vorausgegangen sind. Beide Frauen wollten sich aus diesen
Beziehungen befreien. Trennung und Scheidung birgt die größte Gefahr
für Frauen, vom (Ex-) Partner ermordet zu werden. Gewalttätige Männer
können den Verlust der Familie meist kaum ertragen - das Aufgeben der
Kontrolle und der Macht über die Frau führt dann zu schweren
Gewaltdelikten.
Viele Frauen und Kinder, die von Gewalt betroffen sind, und auch
ihr Umfeld weiß meist nicht, an wen sie sich wenden können, um Hilfe
und Unterstützung für sich, ihre Kinder oder für Angehörige zu
bekommen. Die österreichweite Frauenhelpline gegen Männergewalt
0800/222 555 stellt kostenlos, anonym und rund um die Uhr Hilfe zur
Verfügung. Sie bietet auch muttersprachliche Beratung in Arabisch,
Bosnisch-Kroatisch-Serbisch und Türkisch an.
Mag.a Maria Rösslhumer, die Leiterin der Frauenhelpline, fordert
alle Medien zur Verbreitung der Nummer auf: "Die Nummer der
Frauenhelpline 0800 / 222 555 sollte in allen österreichischen Medien
täglich kostenlos geschalten werden, damit betroffene Frauen und
Kinder rasch und jederzeit Hilfe finden können." Die Nummer 0800/222
555 muss in allen Haushalten aufliegen und bekannt sein, ähnlich wie
die der Polizei, Rettung und Feuerwehr.
"Auch die Frauenhäuser müssen noch bekannter werden", so die
Obfrau des Vereins AÖF und Geschäftsführerin des Salzburger
Frauenhauses, Mag.a Birgit Thaler-Haag.
Grundlegend und wichtig im Zusammenhang mit Gewalt an Frauen und
Kindern ist die Sensibilisierungs- und Bewusstseinsarbeit für alle
relevanten Berufsgruppen. Besonders ÄrztInnen und (Kindergarten-)
PädagogInnen sind oftmals die ersten, die Gewalt an Frauen und
Kindern erkennen können. Eine mögliche Gewaltbetroffenheit muss von
ihnen erkannt und angesprochen werden. Nur so kann Gewalt früher
erkannt werden.
Um das zu erreichen, appelliert der Verein Autonome
Österreichische Frauenhäuser für verpflichtende Schulungen zu Gewalt
in der Familie für alle Berufsgruppen, die mit Gewalt betroffenen
Menschen konfrontiert sind. Das trifft besonders für JuristInnen
sowie für medizinisches und pädagogisches Personal zu.
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