- 25.11.2012, 11:09:41
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Berufsarmee im Frieden zu groß, im Einsatz zu klein, auf jeden Fall zu teuer
Außerordentliche Delegiertenversammlung der Offiziersgesellschaft verabschiedet Resolution für die Wehrpflicht
Utl.: Außerordentliche Delegiertenversammlung der
Offiziersgesellschaft verabschiedet Resolution für die
Wehrpflicht=
Wien (OTS) - Bei der außerordentlichen Delegiertenversammlung der
Österreichischen Offiziersgesellschaft, am 24.11.2012 im Haus der
Industrie am Schwarzenbergplatz in Wien, ging ÖOG Präsident Hptm HR
Dr. Eduard Paulus in seiner Begrüßung der Delegierten der 9
Landesoffiziersgesellschaften und zahlreicher Gäste auf die aktuelle
Situation ein. Er führte aus, dass eine angestrebte Berufsarmee im
Frieden zu groß, im Einsatz zu klein und auf jeden Fall zu teuer
wäre. Deshalb spreche sich die Österreichische Offiziersgesellschaft
bei der Fragestellung der Volksbefragung am 20. Jänner 2013 für das
Ankreuzen der Frage 2 aus: Für die Beibehaltung der Allgemeinen
Wehrpflicht und des Zivildienstes.
Paulus weiter: Das Österreichische Bundesheer hat tausende
Soldaten, die höchst professionell handeln. Das Einzige, was nicht
professionell ist, ist die politische Führung. Österreich verfügt im
Bundesheer über mehr Profis als viele Berufsarmeen, weil sich das
Bundesheer aus den Grundwehrdienern z.B. die besten Handwerker,
Zimmerleute, Metallfacharbeiter etc. für die Pioniere aussucht und
aus anderen Berufen - z.B. im EDV-Bereich - für andere Verwendungen.
Für ein paar Jahre "Zeitsoldatendasein" wird es in Österreich sicher
nicht genug Freiwillige geben. Das beweisen die Pilotversuche des
Ministers bereits jetzt schon. Die noch gegebene Selbstbestimmung
Österreichs liegt in der Aufrechterhaltung der Souveränität und
Neutralität mit allen zu Gebote stehenden Mitteln und somit in der
Allgemeinen Wehrpflicht mit Zivildienst.
Die Kosten eines Berufsheeres sind eklatant hoch, wie zuletzt
nicht nur zuständige Fachleute im BMLVS, sondern auch der Linzer
Wirtschaftsprofessor Dr. Schneider vorgerechnet haben. Fachleute
setzen allein für die Umstellung auf ein Berufsheer über 4 Mrd. Euro
an.
Näheres in den einstimmigen Beschlüssen der Delegiertenversammlung -
siehe www.oeog.at:
- Resolution für die Allgemeine Wehrpflicht
- Wehrpolitische Position der Österreichischen
Offiziersgesellschaft
- 5 Säulen für ein zukunftsorientiertes Bundesheer
Ehrengast Frau Bundesministerin für Inneres Mag. Johanna
Mikl-Leitner: "Wir brauchen auch in Zukunft ein vielseitig
einsetzbares Bundesheer, um die Souveränität und Neutralität unseres
Landes zu verteidigen. Nur die allgemeine Wehrpflicht garantiert die
notwendige Mannstärke für ein vielseitig einsetzbares Bundesheer."
General Mag. Edmund Entacher, Chef des Generalstabs, erläuterte
fachlich fundiert erneut seine Bedenken, vom bewährten Mischsystem
aus Rekruten, Berufs-, Zeit- und Milizsoldaten abzugehen. Er führte
aus, dass die Grundwehrdiener im Budget lediglich 70 Mio. Euro p.a.
ausmachen und 57 % der höchst anerkannten österreichischen Soldaten
im Ausland Milizsoldaten mit profunder ziviler Berufsausbildung sind.
Dasselbe gilt für die Pioniereinheiten, die sich die besten
Handwerker aus den Rekruten aussuchen.
General Franz Lang, Direktor des Bundeskriminalamtes des
Bundesministeriums für Inneres referierte über die Bedeutung der
österreichischen Gefahrengemeinschaft Heer / Behörden /
Einsatzorganisationen / NGO aus Sicht des Innenministeriums und
unterstrich die Bedeutung des Schutzes kritischer Infrastruktur.
General Lang führte u.a. aus: Österreichs bewährtes Heeresmodell
steht eindeutig im Gegensatz zu einem EU-, russischen oder
amerikanischen Muster eines Berufsheeres. Ich wünsche mir ein
Neutralitätsheer, das vor allem auch für die vielen Schutz- und
Hilfsaufgaben in Österreich zur Verfügung steht - eben ein
"österreichisches Heer" - und keine dreieinhalb Nato-Elemente aus
Österreich!
Mag. Peter Korecky/SPÖ, Vizepräsident der Gewerkschaft
Öffentlicher Dienst führte in seiner Grußbotschaft "124 Jahre Einsatz
für die Wehrpflicht" u.a. aus: "Ich bin Sozialdemokrat und trete für
die Allgemeine Wehrpflicht ein! Das wäre noch vor wenigen Monaten
auch kaum verwunderlich gewesen."
Präsident Paulus dankte der Österreichischen
Unteroffiziersgesellschaft (ÖUOG) mit ihren 30.000 Mitgliedern, der
Bundesheergewerkschaft und der Interessensgemeinschaft der
Berufsoffiziere (IGBO) sowie der Bundesvereinigung der Milizverbände,
die eindeutig für die Allgemeine Wehrpflicht eintreten, ebenso dem
Österreichischen Kameradschaftsbund, dem Österreichischen
Feuerwehrverband und dem Roten Kreuz mit jeweils rund 300.000
Mitgliedern, die sich große Sorgen hinsichtlich einer Abschaffung der
Wehrpflicht machen und appelliert an alle ÖOG-Mitglieder, bis zum
20.1.2013 für die Frage 2 "Wehrpflicht und Zivildienst" zu werben.
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