- 24.11.2012, 10:15:46
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- OTS0016 OTW0016
Gesundheitsreform: Ärztekammer fordert Antworten ein
Offene Antwort auf offenen Brief - viele Fragen unbeantwortet - Sorge um Zukunft der freien Praxis und Arbeitsbedingungen der Ärztinnen und Ärzte
Utl.: Offene Antwort auf offenen Brief - viele Fragen unbeantwortet
- Sorge um Zukunft der freien Praxis und Arbeitsbedingungen
der Ärztinnen und Ärzte=
Wien (OTS) - Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) weist die von der
politischen Steuerungsgruppe Gesundheitsreform erhobenen Vorwürfe
zurück. Die Politik habe Geheimverhandlungen geführt und sei nun
offensichtlich überrascht, dass die betroffenen Ärztinnen und Ärzte
das nicht einfach hinnehmen würden. Die Ärztekammer verunsichere
nicht die Bevölkerung sondern informiere über die zu erwartenden
Auswirkungen der "Gesundheitsreform", so ÖÄK-Präsident Artur
Wechselberger in einer offenen Antwort auf den offenen Brief der
Steuerungsgruppe, der Finanzministerin Maria Fekter,
Gesundheitsminister Alois Stöger, Landeshauptmann Josef Pühringer,
Hauptverbands-Vorsitzender Hans-Jörg Schelling und die Wiener
Krankenkassenobfrau Ingrid Reischl angehören.
Wechselberger greift in seinem Schreiben Fragen auf, die die
Gesetzesentwürfe zur "Gesundheitsreform" offenließen. Das betreffe
etwa den Vorrang der ambulanten Gesundheitversorgung durch
niedergelassene Ärzte und die dringend erforderliche Entlastung der
überfüllten Spitalsambulanzen und der Spitalsärzte. In den Entwürfen
sei indes von neuen Einrichtungen der Krankenhäuser die Rede, die zu
einer weiteren Verschärfung der Ambulanzsituation führen würden. Die
für die Spitalsentlastung und den Ausbau der wohnortnahen
Gesundheitsversorgung erforderliche Aufstockung der Finanzmittel
bleibe ebenso unberührt wie die Bindung der öffentlichen
Gesundheitsausgaben an die Wirtschaftsentwicklung nicht der
Versorgungsnotwendigkeit der Bevölkerung entspreche. Welche flexiblen
Zusammenarbeitsformen für Ärzte seien von der Gesunheitspolitik
geplant, um das medizinische Angebot außerhalb der Spitäler
inhaltlich und zeitlich zu verbessern und welche Maßnahmen seien
vorgesehen, um die Attraktivität des Arztberufes zu heben und dem
drohenden Ärztemangel entgegenzuwirken, fragt Wechselberger weiter.
Diese offenen Fragen führten zur begründeten Sorge um die Zukunft
der freien Arztpraxis und um die wohnortnahe Versorgung.
Die Spitalsärztinnen und Spitalsärzte wiederum befürchten eine
weitere Verschärfung des Arbeitsdruckes, obwohl die Bevölkerung schon
jetzt mit überlangen Wartezeiten und überfüllten Spitalsambulamzen
konfrontiert sei.
Betroffen sei die Österreichische Ärztekammer darüber hinaus von
den Bestrebungen, in die Selbstverwaltung der Ärztinnen und Ärzte als
Angehörige eines freien Berufes einzugreifen. Dabei stünden die
Bereiche der Qualitätsicherung, Ausbildung und das bewährte
Gesamtvertragssystem zur Diskussion.
Abschließend verweist der Ärztepräsident auf die beim jüngsten
Protestkonvent der Ärztinnen und Ärzte einstimmig beschlossene
Resolution. Darin fordert die ÖÄK eine Gesundheitsreform, die die
optimale Versorgung der Bevölkerung als Kernanliegen hat, die
Entwicklung der Medizin fördert und die ärztlichen Arbeitsbedingungen
verbessert. Zur Erreichung dieser Ziele sei die ärztliche
Interessenvertretung einzubinden. (ms)
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