- 23.11.2012, 15:30:56
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BZÖ-Petzner für Streichung der Presseförderung und Abschaffung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks
"Zeitungen haben die Deutungshoheit über die Welt an das Netz verloren" - Der Medienmarkt regelt sich selbst - Print ist nicht tot
Utl.: "Zeitungen haben die Deutungshoheit über die Welt an das Netz
verloren" - Der Medienmarkt regelt sich selbst - Print ist
nicht tot=
Wien (OTS) - Im Zuge einer Podiumsdiskussion der Mediensprecher
bei einer Enquete von VÖZ und Nationalratspräsidentin Barbara Prammer
über die Zukunft der Print- und Medienlandschaft in diesem Land
sprach sich BZÖ-Mediensprecher NRAbg. Stefan Petzner für eine
gänzliche Streichung der Presseförderung, aber auch für die
Abschaffung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und damit der
ORF-Gebühren aus. Petzner begründete dies mit Verweis auf die
Entwicklung des Internets und das Entstehen von Blogs sowie sozialen
Netzwerken wie Facebook, Twitter und Youtube damit, dass eine
Presseförderung aber auch ein öffentlich-rechtlicher Rundfunk nicht
mehr zeitgemäß und auch gar nicht mehr notwendig seien. Dazu
formulierte Petzner bewusst provokant und überspitzt: "Ich brauche
nicht mehr den Herrn Rainer vom Profil, der mir als Herausgeber in
jeder Ausgabe die Welt erklärt, sondern ich habe wie viele andere
User auch, tausende Facebook-Freunde und Twitter-Follower, die mir
jeden Tag die Welt erklären und ich ihnen. Und sie antworten im
Gegensatz zu Rainer auch noch, wenn ich mit ihnen diskutieren
möchte!" Auch den Einwand, nur Journalisten könnten für die nötige
Qualität der Information sorgen, teilt Petzner ganz und gar nicht:
"Auch im Netz hat am Ende des Tages nur die Information mit Qualität
tatsächlichen Erfolg und wird wirklich gelesen, gesehen, gehört und
umfassend wahr genommen. Ich brauche nicht mehr den Herrn Rainer vom
profil, der mir als Herausgeber in jeder Ausgabe die Welt erklärt,
sondern ich habe tausende Facebook-Freunde, die mir die Welt erklären
und wo ich meine Meinung darlege. Und sie antworten im Gegensatz zu
Rainer auch noch, wenn ich mit ihnen diskutieren möchte!"
Petzner weiter: "Die Zeitungen haben die Deutungshoheit über die Welt
an das Netz verloren. Durch das Internet wird der Medienkonsument der
Zukunft zugleich sein eigener Medienmacher sein. Während sich manche
Verleger und Herausgeber vor dieser Entwicklung panikartig fürchten,
halte ich diese Entwicklung für gut und spannend und begreife sie als
riesige Chance für uns alle. Das Internet ist in seiner historischen
Bedeutung mit der Erfindung des Buchdruckes gleichzusetzen. Und so
wie der Buchdruck die Welt verändert und revolutioniert hat, tut dies
auch das Internet." Der BZÖ-Mediensprecher betonte aber auch, dass er
Print nicht für tot halte, sondern der Überzeugung sei, "dass jene
Zeitungen überleben und auch wirtschaftlich erfolgreich sein werden,
die es schaffen, ihr Printangebot auf attraktive und interessante Art
und Weise mit ihrem Online-Angebot zu verknüpfen und zu verbinden."
"Dafür braucht es aber keine Presseförderung, sondern der Markt wird
das selbst regeln und für einen natürlichen Marktbereinigungsprozess
sorgen. Nämlich in dem Sinne, dass sich nur jene Printmedien
durchsetzen und Bestand haben werden, die die Herausforderung
Digitalisierung erfolgreich meistern. Und daran wird auch eine
Presseförderung nichts ändern."
Sehr wohl plädiert der BZÖ-Mediensprecher aber für die Abschaffung
der unnötigen Werbeabgabe. Zudem müsse man mit Blick auf
US-amerikanische Internetkonzerne wie Google über die Klärung von
steuerrechtlichen Fragen bei Netzangeboten nachdenken. Und nicht
zuletzt sei durch das Internet eine Neugestaltung des Urheberrechtes
sowie ein modernes Leistungsschutzrecht dringend notwendig. Die
größte Herausforderung liegt für Petzner aber in der Bildung: "Wir
müssen den künftigen Internetgenerationen den richtigen Umgang mit
dem Netz lehren und lernen und einen Ausbildungsschwerpunkt in diesem
Bereich setzen." So würden Medienmacher genau jene Gratiskultur im
Internet beklagen, die sie selbst mit forciert hätten. "Richtig aber
wäre schon von klein auf zu lehren, dass geistiges und kreatives
Eigentum auch einen materiellen Wert hat und daher nicht komplett
gratis sein kann, um dieser Gratiskultur entgegen zu wirken."
Zum Thema der Bildung und Internet formulierte Petzner abschließend
seine Zukunftsvision: "Ich wünsche mir, dass der nächste Mark
Zuckerberg aus Österreich kommt. Wir sollten uns alle die Frage
stellen, warum denn Facebook kein Unternehmen aus Österreich und von
Österreich ist und sein kann und wie wir es schaffen, dass das in
Zukunft möglich wird."
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