• 23.11.2012, 13:45:40
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Darabos: Profiheer gewährleistet besseren Katastrophenschutz

Profiheer-Modell liegt am Tisch - im Gegensatz zu jenen der politischen Mitbewerber

Utl.: Profiheer-Modell liegt am Tisch - im Gegensatz zu jenen der
politischen Mitbewerber=

Wien (OTS/SK) - Verteidigungsminister Norbert Darabos legte am
Freitag in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Stabschef
Generalmajor Karl Schmidseder und Brigadier Klemens Hofmeister die
Vorzüge des Profiheer-Models anhand des Katastrophenschutzes dar.
"Mit diesem Konzept sind wir auch für Jahrhundertereignisse bestens
gerüstet", ist Darabos überzeugt. Hofmeister resümierte im
Zusammenhang mit dem Katastrophenschutz: "Das dargestellte Modell des
Profiheeres ist effektiver und effizienter." ****

Der Verteidigungsminister erklärte, dass eine umfassende Reform des
Bundesheeres notwendig sei. "Aus meiner Sicht ist ein Profiheer -
eine gute Mischung aus Berufs-, Zeit- und Miliz-Soldatinnen und
-Soldaten - die adäquate Antwort für Österreich und für das
Bundesheer auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts." Diese
Herausforderungen - Cyber-Attacks, Terrorismus, Friedensmissionen im
Ausland oder Hilfe im Katastrophenfall - "verlangen nach Profis und
gut ausgebildeten Spezialisten".

"Im Gegensatz zu den politischen Mitbewerbern und auch dem
Koalitionspartner ÖVP habe ich ein Modell, das auf dem Tisch liegt,
während die ÖVP ihr Modell in der Schublade hält", sagte Darabos. Und
was davon bekannt geworden sei, "ist sogar von den
Hardcore-Befürwortern der Wehrpflicht zerrissen worden".

Der Verteidigungsminister betonte, die Bevölkerung solle bei der
Befragung am 20. Jänner nicht die Katze im Sack kaufen müssen. Er
lege die Karten auf den Tisch und stehe klar für ein Profiheer, das
aus 8.500 Berufssoldaten, 7.000 Zeitsoldatinnen und -soldaten sowie
9.300 Soldatinnen und Soldaten der Profi-Miliz bestehen soll. Darüber
hinaus stehen weitere 23.000 Soldatinnen und Soldaten der beorderten
Miliz zur Verfügung. Reduziert werden soll bei der Verwaltung - von
derzeit 8.400 auf 6.500 Bedienstete.

Darabos: "Wir wollen die Truppe stärken und nicht die Verwaltung. Die
Verwaltung muss so schlank wie möglich aufgestellt sein." Durch das
Streichen des Zwangsdienstes Wehrdienst werden Ressourcen von 200
Mio. Euro und Personal frei, das bisher für die Ausbildung der
Grundwehrdiener, die Stellung etc. eingesetzt war. "Diese Summe
könnte in einem anderen Bereich des Bundesheeres verwendet werden."

Im Pionierbereich, der "das Rückgrat der Katastrophenhilfe in
Österreich" darstellt, würde mit dem neuen Modell eine
Qualitätsoffensive gestartet. Durch dieses Modell würden die
Grundwehrdiener 1:1 durch Profis ersetzt. Darabos: "Das bedeutet
gleiche Mannstärke bei deutlich besserer Ausbildung." Außerdem soll
ein Pionier-Schwerpunkt bei der Profi-Miliz gesetzt werden. So ist
geplant, pro Bundesland eine Pionierkompanie aufzustellen.

Ziehe man die Soldaten ab, die sich im Auslandseinsatz befinden, so
sind für die Inlandsaufgaben insgesamt ca. 23.000 Soldaten verfügbar
- ca. 13.700 Berufs- und Zeitsoldaten und 9.300 Soldaten der
Profi-Miliz. Das sind um über 1.000 Soldatinnen und Soldaten mehr,
als in der Sicherheitsstrategie der Regierung festgelegt. Konkret
stehen 2.400 Pioniere de facto sofort zur Verfügung. Bei Katastrophen
größeren Ausmaßes stehen zusätzlich 11.300 Berufssoldaten sofort zur
Verfügung. Binnen fünf Tagen sind außerdem 9.300 Soldatinnen und
Soldaten der Profi-Miliz zusätzlich einsatzbereit.

Als "Kronzeugen" für das Profiheer-Modell führt Darabos General i.R.
Hubertus Trauttenberg an, der den Einsatz beim Jahrhunderthochwasser
2002 geleitet hat. Er erklärte in einem Interview in der Tageszeitung
"Der Standard", dass bei vorliegendem Modell eine bessere Qualität
bei der Hilfe gewährleistet wäre, als bei den derzeitigen Einsätzen.

Der in der Gruppe Grundsatzplanung des Generalstabs federführend mit
der Ausarbeitung des Profiheeres befasste Brigadier Hofmeister
erklärte, dass die Bewertung der Gesamtleistungsfähigkeit in
Schulnoten beim Wehrpflicht-Heer bei 2 liegt und beim Profiheer bei
1,5. Die Vorteile würden beim Profiheer beim Fähigkeitenzuwachs durch
einen höheren Professionalisierungsgrad, die Einsatzbefähigung im In-
und Ausland, die ökonomische Nutzung der Ausbildung, die längere
Verweildauer und die Mehrrollenfähigkeit gegeben sein.

Generalmajor Schmidseder betonte, dass ein junges, reaktionsschnelles
und einsatzbereites Heer benötigt werde. Das würde durch 400
Berufssoldaten, 1.300 Zeitsoldaten und 850 Soldaten für die
Profi-Miliz gewährleistet sein. Das Bundesheer als Arbeitgeber würde
attraktiv gestaltet werden. Dazu gehört bei den Zeitsoldaten u.a. die
Auslandseinsatzzulage von 7.200 Euro pro Jahr und eine großzügige
Berufsförderung (Übernahme von Ausbildungskosten etc.), um den
Einstieg ins zivile Erwerbsleben zu erleichtern. Profi-Miliziönere
erhält eine Anerkennungsprämie von 5.000 Euro netto im Jahr und eine
zusätzliche Abgeltung der Übungstätigkeiten - was derzeit nicht der
Fall ist. Schmidseder: "Wenn man die Miliz ernst nimmt, muss sie üben
und das muss auch abgegolten werden." (Schluss) up

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