• 21.11.2012, 15:41:52
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Lunacek/Lichtenberger: "Europaparlament warnt vor Risiken der Schiefergasförderung"

Grüne: OMV auf ökologischem Auge blind

Utl.: Grüne: OMV auf ökologischem Auge blind=

Straßburg (OTS) - "Das Europaparlament hat sich von den
Schalmeientönen der Energieindustrie nicht beirren lassen und heute
zur Vorsicht gegenüber der Schiefergasförderung aufgerufen. Solange
die Folgen der Förderung von Schiefergas für Gesundheit und Umwelt
noch nicht vollständig untersucht sind, darf es keine nur
wirtschaftlichen Gesichtspunkten geschuldete Ausweitung dieser
Technik in Europa geben. Mitgliedsstaaten sollten es sich sehr gut
überlegen bevor sie Genehmigungen für diese umstrittene Technologie
erteilen. Viele Mitgliedsstaaten haben deshalb bereits ein Moratorium
erlassen. Leider fand der Antrag der Grünen auf ein EU-weites
Moratorium für die Schiefergasförderung keine Mehrheit, aber immerhin
hat sich das Parlament für ein Verbot von Fracking in besonders
sensiblen Gebieten ausgesprochen", kommentieren Ulrike Lunacek,
Europasprecherin der Grünen und ihre Fraktionskollegin Eva
Lichtenberger, die Berichterstatterin für eine Stellungnahme zu
diesem Thema im Rechtsausschuss (JURI) des Europaparlaments, die
beiden heute abgestimmten Berichte zu dem Bereich. Die Grünen
stimmten dabei für den vom Umweltausschuss eingebrachten Bericht zur
Förderung von Schiefergas, jedoch gegen den Bericht des
Industrieausschusses zum gleichen Thema.

Lichtenberger: "Schon jetzt sind die katastrophalen Folgen bekannt,
die beispielsweise die Anwendung giftiger Chemikalien auf das
Grundwasser haben kann. Auch die Kommission hat die Vereinbarkeit von
Fracking mit EU-Gesetzgebung zur Wasserqualität infrage gestellt. Wir
sind der Auffassung, dass genügend Risiken bekannt sind, um die
Förderung von Schiefergas zu verbieten Wenn das nicht geschieht, muss
zumindest die existierende EU-Gesetzgebung umfassend auf diese
riskante Technologie angewendet werden. Das hat auch das Parlament
heute gefordert. Zudem sollen Schiefergasfirmen vollständig für
entstandene Schäden haftbar gemacht werden können."

In diesem Sinn kritisiert Lunacek auch OMV-Chef Gerhard Roiss, der
kürzlich laut Medienberichten einen europäischen "Weg ins
Schiefergas" gefordert hat und die Meinung vertritt, "für die OMV
führe langfristig daher kein Weg an Schiefergas vorbei". Diese
schiefergasfreundliche Position gleicht dem von uns heute abgelehnten
Berichtes des Industrieausschusses.

Lunacek: "So wie die Mineralölindustrie verwechselt auch dieser
Bericht noch immer Hoffnung und Realität und ist auf dem ökologischen
Auge blind. Der Bericht behauptet, das gegenwärtige europäische
Regelwerk reiche für Schiefergas aus. Nur bei einer umfassenden
Ausbeutung dieser unkonventionellen Energiequelle sei eine mögliche
Anpassung nötig. Allerdings kommen zahlreiche neue Studien zu einem
anderen Ergebnis. Das europäische Regelwerk zu Schiefergas muss rasch
um Umweltverträglichkeitsprüfungen ergänzt werden. Wir bedauern, dass
der Antrag der Grünen auf ein generelles Moratorium für die
Schiefergasförderung vom Plenum nicht angenommen wurde. Wir werden
dafür weiter kämpfen!"

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | FMB

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