- 20.11.2012, 14:35:46
- /
- OTS0262 OTW0262
Lunacek: EU-Parlament stimmt für stärkere Regeln zur Regulierung von Schattenbanken
Grüne: Zentrale Datenerfassung soll bessere Informationen zur Verteilung von Risiken und Liquidität im Schattenbankensystem liefern
Utl.: Grüne: Zentrale Datenerfassung soll bessere Informationen zur
Verteilung von Risiken und Liquidität im Schattenbankensystem
liefern=
Wien (OTS) - "Das Europäische Parlament hat heute einen wichtigen
ersten Schritt für mehr Transparenz und Regulierung von
Schattenbanken gemacht. So soll eine zentrale Datenerfassung bessere
Informationen zur Verteilung von Risiken und Liquidität im
Schattenbankensystem liefern. Dieser Zugewinn an Klarheit soll ein
effektives Vorgehen in Krisenfällen ermöglichen. Bessere
Buchhaltungsstandards sollen außerdem Risiken erfassen, die bisher
auf undurchsichtige Weise in Schattenbanken verschoben werden", sagt
die Europaabgeordnete der Grünen, Ulrike Lunacek.
Zur Gattung der "Schattenbanken" gehören etwa Hedgefonds und
Geldmarktfonds, die bisher ein kaum geregeltes "Parallelbankensystem"
bilden. In dieses Schattenbankensystem übertragen Geschäftsbanken
Risiken, bzw. übernehmen sie aus Transaktionen, die Schattenbanken
abgewickelt haben. Eine breite Mehrheit des Europäischen Parlaments
fordert in dem Bericht mehr Transparenz und bessere Regeln für
Schattenbanken. Für die Grünen verhandelte der Europaabgeordnete
Philippe Lamberts.
Das Europäische Parlament geht in wichtigen Fragen auch über die
reine Transparenzanforderung hinaus und verlangt, dass
Finanzinstitutionen nur begrenzt Sicherheiten an Dritte weitergeben
können, die von Handelspartnern bei ihnen hinterlegt wurden. "Damit
soll eine Verwässerung dieser Sicherheiten verhindert und die
Stabilität des Finanzsystems verbessert werden. Außerdem zielen neue
Regeln für Finanzinstrumente wie börsengehandelte Fonds ("exchange
traded funds") darauf ab, die Spekulation mit Rohstoffen
einzudämmen", erläutert Lunacek weiter. Zukünftige Gesetzesvorschläge
wollen die Parlamentarier mit Analysen über die Auswirkungen der
entsprechenden zentralen Maßnahmen auf andere Bereiche des
Finanzsektors versehen. Dadurch sollen Schlupflöcher im Regelwerk der
Finanzmarktregulierung frühzeitig erkannt und effektiver geschlossen
werden.
Eine weitere Grüne Kernforderung für eine stärkere Rolle der
Europäischen Finanzaufsichtsbehörden fand leider aufgrund der
Ablehnung von Konservativen (EPP) und Liberalen (ALDE) keine Mehrheit
im Ausschuss. Demnach hätten die Aufsichtsorgane verbesserte
Analysekapazitäten bekommen sollen und wenn notwendig,
Finanzinstrumente mit hoher Destabilisierungsgefahr für das
Finanzsystem, ganz oder teilweise oder verbieten können. "Jetzt liegt
es an der Kommission, mit einem Gesetzesvorschlag, unter
Berücksichtigung unserer Vorschläge, einen konstruktiven Beitrag für
mehr Transparenz und effektive Regeln für Schattenbanken zu leisten",
hält Lunacek fest.
Den Bericht des Wirtschafts- und Währungsausschusses (ECON) des
Europäischen Parlaments zu Shadow Banking finden Sie hier:
http://bit.ly/SMr9At
Das Grünbuch der Kommmission zu Shadow Banking finden Sie hier:
http://bit.ly/10kSPBy
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | FMB






