- 16.11.2012, 12:46:18
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Concrete Student Trophy 2012 Fiktive Sporthalle für Klosterneuburgs Happyland
Österreichs Architektur- und Bauingenieurnachwuchs bleibt am Ball
Utl.: Österreichs Architektur- und Bauingenieurnachwuchs bleibt am
Ball=
Wien (OTS) - Im Rahmen der Preisverleihung am 13. November 2012 wurde
der Entwurf "das geordnete chaos" des TU Wien-Studententeams Bernhard
Parzer, Robert Vierlinger, Dominik Joelsohn und Thomas Schaumberger
mit dem ersten Preis ausgezeichnet. "Dreifachhalle" und "Korbarena"
teilten sich ex aequo den zweiten Platz. "Die Art, wie die Projekte
umgesetzt wurden, zeigt große Affinität zum Wettbewerb. Der
sportliche Teamgeist macht sich stark bemerkbar. Ein eindeutiges
Zeichen dafür, dass man Architekten und Bauingenieure als Teamplayer
unterstützen soll", erklärt DI Felix Friembichler, Geschäftsführer
der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie. Die Concrete
Student Trophy war 2012 mit Preisgeldern von insgesamt 13.000 Euro
dotiert.
Die siebente Ausgabe des interdisziplinären Wettbewerbs widmete
sich einem sportlichen Thema. Aufgabe für die Studententeams aus den
Fachrichtungen Architektur und Bauingenieurwesen war es, gemeinsam
eine barrierefreie Basketball-Wettkampfhalle als multifunktionale
Sportstätte für nationale Clubs zu entwerfen. Als fiktiver Bauplatz
wurde das Klosterneuburger Happyland herangezogen. Ziel war der
Entwurf eines Bauwerks in Beton als Werkstoff zur freien Formgebung,
wobei das Hauptaugenmerk auf dem architektonischen und statischen
Konzept der interdisziplinären Teams liegen sollte. Gleichzeitig
sollten Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz eine wichtige Rolle
einnehmen. Klosterneuburgs Vize-Bürgermeister Richard Raz zeigt sich
von den Entwürfen begeistert: "Unser Gemeinderat hat erst vor wenigen
Wochen eine Renovierung der Sportstätte bewilligt. Dieser Wettbewerb
kommt sehr gelegen, um sich wertvollen Input zu holen." Unter dem
Vorsitz der Wiener Architektin Hemma Fasch von fasch&fuchs
Architekten hat die Jury aus insgesamt zwölf vollständig
eingereichten Projekten die Gewinner ermittelt. Einmal mehr
beeindruckte das hohe Niveau der Arbeiten, sei es durch die
gestalterische Auseinandersetzung mit dem Thema an sich und der
beengten Situation des Bauplatzes wie auch die Raffinesse und gute
Umsetzbarkeit der Konstruktionen.
Souveränes Siegerprojekt "das geordnete chaos"
Dem Studententeam der TU Wien - Bernhard Parzer, Robert
Vierlinger, Dominik Joelsohn und Thomas Schaumberger - gelang eine
überraschende Lösung für die Bauaufgabe. Sie versenkten das Bauwerk
teilweise in den Untergrund und errichteten mit einer zeltförmigen
Konstruktion in der Gegenrichtung ein fast rituelles Szenario, das
einem archaischen Kampfplatz gleichkommt. Besondere Beachtung der
Jury fand die unkonventionelle Form und Konstruktion der Gebäudehülle
als unregelmäßig ausgeführte Gitterschale, die mit einem einfachen,
klaren Baukonzept einhergeht. Die Idee des Siegerteams ist
aufgegangen: "Wir haben es geschafft, mit einer einfachen Form den
gesamten Raum zu schaffen." Der Innenraum ist übersichtlich
strukturiert und bietet unter der beeindruckenden Kuppel ein
stimmungsvolles Ambiente für Spieler und Publikum. Auch konstruktiv
blieben bei "das geordnete chaos" keine Fragen offen. Die Statik ist
gut überlegt und die Konstruktion allgemein stimmig und plausibel.
Durch das Versenken der Spielebene in den Untergrund wird für die
Ankommenden eine gute Übersicht über den gesamten Innenraum
geschaffen. Insbesondere der direkte Blick auf die Spielfläche macht
den Zugang zu den Zuschauertribünen sehr attraktiv. Ein weiteres
Highlight ist die Belichtungssituation über die Dachhaut, die eine
raffinierte Lichtinszenierung ermöglicht und dem jeweiligen Spiel
noch mehr Dramatik zu verleihen vermag.
Zwei Mal zweiter Platz - Dreifachhalle und Korbarena
Die Projekte "Dreifachhalle Klosterneuburg" und "Korbarena
Klosterneuburg" teilen sich ex aequo den zweiten Platz. Das Team
Johanna Aufner und Patrick Hollinsky (TU Wien) setzte auf eine als
Dreifachhalle konzipierte Arena, die einen starken Bezug zum
Außenraum aufweist. Beeindruckt haben die Bezugspunkte zur realen
Situation, in dem die Nutzräume teilweise in den Altbestand
ausgelagert werden. Das Gesamtprojekt reflektiert gut auf die
beengten Platzverhältnisse. Im Innenraum überzeugen die bewusst
gesetzten Freiflächen im Zuschauerraum, wodurch dieser einer Vielzahl
von Rollstuhlfahrern nicht nur zugänglich, sondern auch besonders gut
nutzbar gemacht wird. "Wir wollten ein Projekt entwerfen, das auch
baubar wäre", erklärt Johanna Aufner. "Die gesamte Hülle besteht aus
Porenbeton, den Baustoff halten wir für sehr zukunftsweisend". "Die
beiden sind immer als Team aufgetreten. Und die Architektin war nicht
verlegen, auch Fragen zur Statik zu beantworten", erklärt Betreuer DI
Christoph Müller von der TU Wien den Erfolg.
Die Korbarena von Stefan Prattes, Christoph Fladl und Paul Öller,
einem Studententeam der TU Graz, hat die Form eines verkehrt
gesetzten Pyramidenstumpfes, der selbst eine Arena visualisiert. Der
Projektentwurf als reine Spielstätte hat sich minutiös an den
vorgegebenen Bauplatz gehalten und bietet eine Landmark unter sehr
beengten Verhältnissen. Die wohl überdachte Nutzung des
Bestandplatzes mit Fokussierung auf das Spielfeld lässt in der
konstruktiven Idee allerdings nur einen asymmetrischen Aufbau des
Zuschauerraums zu. "Wir haben uns vom Start weg sehr schwer getan mit
der Aufgabenstellung, haben uns das Grundstück angeschaut und
dachten, mit den Vorgaben schaffen wir es nicht. Doch der Statiker
hat ein Konzept vorgeschlagen", so das Grazer Team. "Wir freuen uns
auch, dass wir als einziges Team für die TU Graz weitergekommen
sind."
Drei Anerkennungspreise an Teams der TU Wien
Gleich drei Mal vergab die Jury einen Anerkennungspreis an Teams
der TU Wien für die Projekte "vessel for dukes" von Rene Mathe und
Martin Reithmeier, "BK Twister" von Friedrich Brauner, Alban Wagener
und Florian Brauner, sowie "boiling pot" von Robert Breinesberger,
Matthias Kositz und Erwin Winkler.
Kreativ, aber realistisch
Die Zusammenarbeit zwischen Studenten der Fachrichtungen
Architektur und Bauingenieurswesen im Rahmen der Concrete Student
Trophy stellt eine interdisziplinäre Herausforderung dar, die gut
angenommen wird. Hohe architektonische Ansprüche und konstruktive
Kreativität sowie ökologische Aspekte und Barrierefreiheit,
sicherlich Hauptrichtlinien im künftigen Berufsleben, können im
Rahmen einer solchen Aufgabenstellung gut trainiert werden. "Wir
möchten, dass die Zusammenarbeit für den Wettbewerb beflügelt, aber
nicht abheben lässt. Ein realitätsbezogenes Arbeiten ist uns enorm
wichtig, damit die Teilnehmer ein Gefühl dafür bekommen, was machbar
ist und was nicht", sagt Friembichler.
Weitere Infos unter www.zement.at
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