• 16.11.2012, 10:42:53
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AKNÖ gibt grünes Licht für Ganztagsschule neu

Vollversammlung für ein verschränktes System bis 2020

Utl.: Vollversammlung für ein verschränktes System bis 2020=

Wien (OTS) - Bei der gestrigen Vollversammlung der AKNÖ in Schrems
beschlossen die KammerrätInnen mehrheitlich die Forderung nach einer
bundesweiten Umstellung auf ein verschränktes Ganztagsschulsystem.
Bis 2020 soll der Schulbesuch von 8 bis 16 Uhr an drei Tagen pro
Woche zum Regelfall werden. "Die Halbtagsschule hat ausgedient. Wir
müssen bei den Pflichtschulen endlich internationales Niveau
erreichen. Das gelingt jedoch nur mit einer ganztägigen Schule. Nur
so können wir die Qualität des Unterrichts nachhaltig verbessern, die
Eltern entlasten und die Talente unserer Kinder individuell fördern",
erklärt AKNÖ-Präsident Hermann Haneder nach dem Beschluss.

Immer mehr Eltern und SchülerInnen wünschen sich einen anderen
Unterricht. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass Familien in
Österreich jährlich 110 Millionen Euro für Nachhilfe ausgeben und
zusätzlich daheim mit den Kindern Hausaufgaben machen und lernen
müssen. "Die Anforderungen an unsere Schulen und die SchülerInnen
werden immer vielschichtiger, dafür ist in den wenigen
Vormittagsstunden einfach nicht genügend Zeit. Derzeit werden die
Kinder zu Mittag mit umfangreichen Haus- und Lernaufgaben, aber ohne
jede weitere Unterstützung nach Hause geschickt. Davon profitieren
allein die teuren Nachhilfeinstitute, viele Talente gehen aber
verloren, weil es zu wenig Zeit für individuellen Unterricht gibt",
so AKNÖ-Bildungsexperte Günter Kastner. Die Halbtagsschule führt
außerdem dazu, dass die soziale Schere im Bildungsbereich immer
weiter aufgeht, was schlecht für die Leistung des Schulsystems
insgesamt ist.

Fördern statt Nachhilfe
"Wir wollen eine Schule, die möglichst vielen Kindern ein ausreichend
hohes Maß an Bildung ermöglicht. Deshalb freue ich mich, dass wir
ArbeitnehmerInnenvertreter ein modernes Konzept für Ganztagsschulen
präsentieren konnten", so AKNÖ-Direktor Helmut Guth: "Fördern und
Fordern statt Nachhilfe und Sitzenbleiben ist unsere Devise." Konkret
fordert die Arbeiterkammer die Umstellung auf ein für alle Kinder
teilverpflichtendes und verschränktes Ganztagsschulsystem bis zum
Jahr 2020. Dabei wechseln sich Unterricht und pädagogisch geleitete
Erholungsphasen an zumindest drei Schultagen pro Woche im Zeitraum
von 8 bis 16 Uhr ab. So ist ein individuelles Eingehen auf alle
SchülerInnen möglich und hebt gleichzeitig die Qualität des
Schulsystems. Außerdem bleibt Zeit für Erholung, gesundes Essen,
Sport, Musik oder Theater. Die Zusammenarbeit mit den örtlichen
Sport- und Kulturvereinen, Musikschulen und Jugendinitiativen ist
dabei von besonderer Bedeutung.

Ausreichend Bewegung
Auch den modernen Familienmodellen und geänderten gesellschaftlichen
Herausforderungen wie etwa Sprachförderung, soziales Lernen und
sinnvolle Freizeitgestaltung kann durch eine Ganztagsschule besser
Rechnung getragen werden. In solch einer Schulform ließe sich auch
die Forderung nach einer täglichen Stunde Sport und Bewegung endlich
erfüllen, womit ein wichtiger Beitrag zur Gesundheit unserer Kinder
geleistet werden kann.

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