• 14.11.2012, 13:30:03
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Die Verantwortung der FMA

Zweierlei Maß in Österreich

Utl.: Zweierlei Maß in Österreich=

Wien (OTS) - Da bekommt ein Waldviertler Unternehmen Probleme mit der
FMA, weil es seinen Finanzbedarf statt über Banken mit Hilfe privater
Geldgeber finanziert. Wer wurde dadurch geschädigt? Niemand, im
Gegenteil, die Geldgeber erhalten mit 4% Verzinsung einen in der
aktuellen Zinslandschaft sehr hohen Ertrag. Jeder Geldgeber hat sein
persönliches Risiko offensichtlich analysiert und für akzeptabel
erachtet, jedenfalls fühlt sich niemand geschädigt.
Szenenwechsel: Namhafte Großunternehmen, beispielsweise Banken
haben in den Neunzigerjahren ihre Pensionszahlungsverpflichtungen in
leistungsorientierte Pensionskassenverträge ausgelagert und dabei die
für Leistungsorientierung zugelassenen maximalen Rechenzinsen von bis
zu 6,5% in Anspruch genommen, also durch entsprechende
Abzinsungsfaktoren ihre Zahlungsverpflichtung deutlich reduziert.
Nachdem man die betroffenen Mitarbeiter in Sicherheit gewiegt hatte,
dass sich durch die Leistungsorientierung am System nichts ändere,
wurden die Pensionskassenverträge in beitragsorientierte umgewandelt,
ohne den Rechenzins dafür auf den seitens der FMA dafür vorgegebenen
Höchstsatz von 3,5% abzusenken, sprich: Kapital nachzuschießen. Denn
Beitragsorientierung heißt, dass das Veranlagungsrisiko beim
Pensionsempfänger liegt, während bei Leistungsorientierung der
Dienstgeber allfällige Pensionskassenmindererträge nachschießen
müsste.
Diese illegale Umwandlung zum Nachteil der Betroffenen hat die FMA
nicht geahndet bzw. stillschweigend einfach nicht beachtet.
Geschädigte? Rund 350.000 betroffene Pensionisten und
Pensionsanwärter sitzen derzeit auf bis zu 60% Realverlusten bei
ihrer in einem lebenslangen Berufsleben angesparten Zusatzpension.
Der Unterschied zwischen den beiden Fällen? Beim Waldviertler
Unternehmen handelt es sich um eine rein juristische Formalsache, in
der man nur aktiv wird, um Bürokratie umzusetzen, geschädigt wurde
niemand. Im zweiten Fall geht es um Großunternehmen, insbesondere
Banken, die es sich offensichtlich mit stillschweigender Hilfe der
FMA auf Kosten ihrer Mitarbeiter "richten" konnten.

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