• 14.11.2012, 12:13:19
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Steigende Grundstückskosten bringen leistbares Wohnen in Bedrängnis

Gemeinnützige fordern preislimitierte Widmungskategorie für geförderten Wohnbau

Utl.: Gemeinnützige fordern preislimitierte Widmungskategorie für
geförderten Wohnbau=

Wien (OTS) - Erschwingliche Wohnungen für Klein- und Mittelverdiener
- dieses wohnungspolitische Ziel gerät immer mehr außer Reichweite.
"Maßgeblich dafür verantwortlich sind die steigenden
Grundstückspreise in Städten und Ballungszentren", strich heute Mag.
Karl Wurm, Obmann des Dachverbandes der gemeinnützigen
Bauvereinigungen (GBV) hervor. "Untermauert" wird dieser "Befund"
durch eine im Rahmen einer Pressekonferenz der Arbeiterkammer Wien
präsentierte "Analyse der Angebots- und Preisentwicklung von
Wohnbauland und Zinshäusern in Wien" der TU Wien.

Die Preisentwicklung in dem Grundstückssektor, auf dem vor allem
der mehrgeschossige Wohnbau (Bauklasse IV und V) möglich ist, zeigt
"steil nach oben", lautet die Kernbotschaft der Untersuchung. Der
Durchschnittspreis pro Quadratmeter Boden ist in den letzten zehn
Jahren um 67% von 575Euro auf 961Euro gestiegen, wobei vor allem seit
2008 der Preisauftrieb besonders markant ist.

Stark zu leiden hat unter dieser Entwicklung der geförderte
Wohnbau, da hier nach den WBF-Bestimmungen "kein höherer Bodenpreis
als 235Euro/m2 Wohnnutzfläche gezahlt werden darf", macht der
GBV-Obmann aufmerksam:"Unsere Wiener Mitgliedsvereinigungen stehen
hier vor der immer schwieriger werdenden Aufgabe, dem aktuellen
Wohnungsbedarf bei zunehmender Knappheit an kostenmäßig geeignetem
Bauland nachzukommen." Eine Herausforderung, die sich aber nicht nur
in der Bundeshauptstadt breit macht, sondern mit der die
Gemeinnützigen in allen Ballungszentren konfrontiert sind.

Zu den stark angestiegenen Grundkosten (laut Berechnungen des
GBV-Verbandes haben sie sich in den letzten 30 Jahren auf Wiener
Ebene verdreifacht) kommen durch hohe Qualitätsnormen und
energetische Anforderungen verursachte stetig steigende Baukosten.
Mit dieser kostentreibenden Entwicklung hält die Wohnbauförderung
nicht Schritt, ihre Mittel sind in den letzten Jahren real
zurückgegangen. Hätten die Gemeinnützigen diese Lücke durch den
vermehrten Einsatz ihres Eigenkapitals nicht teilweise kompensiert,
wäre es zu einem empfindlichen Anstieg der Wohnkosten gekommen.

Als Schritt zur Mobilisierung von erschwinglichem Bauland plädiert
GBV-Obmann Wurm daher für eine neue Widmungskategorie "geförderter
Wohnbau". Dadurch soll bei Umwidmungen künftig ein Teil der
Grundstücksfläche für den geförderten Wohnbau unter Berücksichtigung
einer Kostenobergrenze bereitgestellt werden.

"Die Entwicklung auf dem Grundstückssektor ist nur ein Indiz
dafür, dass der freie Markt nicht geeignet ist, genügend leistbare
Wohnungen zu generieren", schlägt der GBV-Obmann eine "Brücke" zur
aktuellen Diskussion um Rezepte gegen die steigenden Wohnkosten.
"Neben der Sicherung der Leistungsfähigkeit der Wohnbauförderung, zu
der die Zweckbindung der Rückflüsse aus Altdarlehen kräftig beitragen
könnte, wird es vor allem darauf ankommen, jene Akteure im Wohnbau
wieder verstärkt heranzuziehen, die den Kundennutzen und nicht
Renditeorientierung im Fokus ihres Geschäftsmodells haben", betont
Karl Wurm.

"Die Gemeinnützigen mit ihrer Orientierung an der Kostendeckung
bei den Wohnungen, der Verwendungspflicht ihres Eigenkapitals
ausschließlich für den Wohnbau, ihrer Langfrist-Orientierung in der
Bewirtschaftung ihrer Objekte, die sich in hoher Sanierungstätigkeit
und dementsprechend gutem baulichen, thermischen und energetischen
Zustand der Häuser manifestiert, stehen daher als bewährter Partner
für eine neue Offensive in Richtung auf die Sicherung leistbaren
Wohnraums bereit", so Wurm abschließend.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | VGB

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