- 13.11.2012, 19:35:54
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Neues Volksblatt: "Bruchlinien" von Markus EBERT
Ausgabe vom 14. November 2012
Utl.: Ausgabe vom 14. November 2012=
Linz (OTS) - SPÖ und Grüne sind sich einig: Die allgemeine
Wehrpflicht müsse weg, weil man jungen Männern nicht sechs Monate
stehlen könne. Solidarisches Denken sieht anders aus, dass gerade die
Linken wenig davon halten, dass man sich in ein Gemeinwesen auch
einbringen muss, ist immer wieder aufs Neue bemerkenswert. Wie
überhaupt diese unterschiedliche Kategorisierung von Leistungen im
Dienste der Allgemeinheit bemerkenswert ist - und damit einhergehend
die Bandbreite von Freiwilligkeit.
Die Feuerwehren etwa basieren ausschließlich auf dem Prinzip der
Freiwilligkeit; die öffentliche Hand bringt Sachleistungen, die
Arbeit der Freiwilligen aber ist unentgeltlich. Freiwillig, aber
finanziell abgegolten soll indes künftig der Zivildienstersatz sein,
geht es nach den Plänen der SPÖ. So gesehen ist das natürlich ebenso
ein Euphemismus wie ein Freiwilligenheer - ob freiwilliges soziales
Jahr oder Heeresdienst, es geht um bezahlte Jobs. Bezahlen will man
schließlich auch jene, die nach Vorstellungen des
SPÖ-Verteidigungsministers beispielsweise anrücken sollen, wenn bei
Katastrophen die freiwilligen Feuerwehrleute die ärgste Drecksarbeit
schon erledigt haben.
Die ÖVP wolle nicht, dass nur mehr gefragt werde "Was kann und muss
der Staat für mich tun?", so Innenministerin Mikl-Leitner. Es ist
gut, wenn die Wehrpflicht-Debatte auch diese Bruchlinien im
Solidaritätsverständnis deutlich macht.
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