- 13.11.2012, 12:03:37
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AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer fordert erneut Bonus-Malus-System für ältere Beschäftigte ein
Linz (OTS) - "Die Vorschläge des Ischler Sozialpartner-Dialogs vom
Oktober 2011 zur Beschäftigung älterer Arbeitnehmer müssen endlich
umgesetzt werden", verlangte Präsident Dr. Johann Kalliauer heute
erneut bei der Vollversammlung der AK Oberösterreich. Konkret
forderte er die sofortige Einführung eines Bonus-Malus-Systems.
"Ältere Arbeitnehmer können nur dann bis zum regulären
Pensionsalter in Beschäftigung gehalten werden, wenn die Unternehmen
dazu mit einem Anreizmodell gezwungen werden", so der Präsident.
Konkret schaut das Modell so aus: Boni sollen jene Unternehmen
bekommen, die die verpflichtende Beschäftigungsquote einhalten,
überproportional viel für ältere Beschäftigte tun, diese als Chance
begreifen und nicht abstempeln. Betriebe, die die verpflichtende
Beschäftigungsquote nicht einhalten und die Arbeitsfähigkeit von
(älteren) Mitarbeiter/-innen nicht aktiv erhalten, sollen dafür
bezahlen.
"Die Grundlage zur Einführung dieses Bonus-Malus-Systems wurde
gemeinsam von den Sozialpartnern vor einem Jahr ausgearbeitet",
erläutert Kalliauer. "Jetzt erwarten wir von der Politik, dass dieses
Modell endlich umgesetzt wird und wir erwarten von den
Wirtschaftsvertretern, dass sie dieses Modell nicht weiter
blockieren."
Skeptisch ist AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer angesichts der
wirtschaftlichen Entwicklung in den nächsten Monaten. Er fordert
deshalb finanzielle Anreize im sozialen Wohnbau und Investitionen im
Pflege- und Sozialbereich. "In den letzten Jahren wurden die Mittel
für den sozialen Wohnbau um 20 Prozent zurückgenommen. Wenn die
Mittel wieder um diesen Satz aufgestockt werden, dann hätte das zwei
Effekte", erklärt der Präsident, "zum einen wäre eine preisdämpfende
Wirkung gegeben und zum anderen hätte das natürlich auch positive
Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt."
Kalliauer forderte auch eine dringende Entlastung der Pendler
durch eine Reform des Pendlerpauschales sowie eine Änderung in der
Steuerstruktur. "Bei den letzten Steuerreformen gab es immer nur
Steuersenkungen, die letztendlich aber nichts anderes als der
notwendige Ausgleich für die 'kalte Progression' in den Vorjahren
waren. Jetzt muss es endlich einmal eine strukturelle Reform geben.
Zum Beispiel ist ein Eingangssteuersatz von 36 Prozent nicht mehr
länger tragbar", so AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.
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