- 12.11.2012, 10:39:47
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Wechselberger zu Gesundheitsreform: Politikerreaktionen bestätigen Rationierungsabsicht
Sparreform im Gesundheitswesen ignoriert Entwicklungsbedarf - Sobotka-Äußerung bedenklich
Utl.: Sparreform im Gesundheitswesen ignoriert Entwicklungsbedarf -
Sobotka-Äußerung bedenklich=
Wien (OTS) - Gelassen reagierte der Präsident der Österreichischen
Ärztekammer (ÖÄK), Artur Wechselberger, auf die von einigen
Politikern am Wochenende geäußerte Kritik an der Informationskampagne
der Ärztekammer zur Gesundheitsreform.
"Die überschießenden Reaktionen und die Nervosität der Politiker
bestätigen, dass die Sparreform für das österreichische
Gesundheitswesen negative Auswirkungen haben wird", so der
Ärztepräsident Montag in einer Aussendung. Gesundheitsminister Alois
Stöger, die Wiener Gesundheitslandesrätin, Sonja Wehsely, und der
niederösterreichische Finanzlandesrat, Werner Sobotka, hatten Samstag
laut gegen die Ärztekammer opponiert.
Die verantwortlichen Politiker seien nun gezwungen, ihr Geheimpapier
über die Gesundheitsreform offenzulegen und sachlich auf die Vorwürfe
und Sorgen der Ärzteschaft einzugehen. Wechselberger zur Forderung
des niederösterreichischen Finanzlandesrates Sobotka, die Kammern,
insbesondere die Ärztekammer, abzuschaffen: "Diese Aussage will den
freien Berufen den Mund verbieten. Sie zeigt, dass manche Politiker
in Österreich äußerst bedenkliche Vorstellungen über das Prinzip der
Subsidiarität und eine demokratische Diskussionskultur haben."
Wenn bis zum Jahr 2016 im österreichischen Gesundheitswesen 3,4
Milliarden Euro eingespart werden müssten, dann stehe das in krassem
Gegensatz zu den Bedarfsprognosen, so Wechselberger. Denn dieser
Ansatz berücksichtige weder den steigenden Anteil älterer, mehrfach
kranker Menschen, noch die zunehmenden chronischen,
lebensstilbedingten Erkrankungen oder die Fortschritte der Medizin.
Die Bindung der Gesundheitsausgaben an das Wirtschaftswachstum
wiederum führe bei schlechter Konjunktur direkt in eine
Mangelverwaltung. Auch seien bereits jetzt massive Auswirkungen
laufender Einsparungen im Gesundheitswesen erkennbar. Wechselberger:
"Spitalsärztestellen bleiben unbesetzt, die meisten Kolleginnen und
Kollegen in den Krankenhäusern arbeiten hart am Limit. Ordinationen
und Kassenstellen können aufgrund widriger Bedingungen nicht mehr
besetzt werden."
Die Politik sei daher dringend aufgefordert, der Bevölkerung reinen
Wein einzuschenken und nicht Sand in die Augen zu streuen, sagte der
ÖÄK-Präsident abschließend.(ms)
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