• 10.11.2012, 15:26:37
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Hainfeld Konvent: Investitionen in soziale Dienstleistungen schaffen Arbeitsplätze

Das Thema "Wachstum und Beschäftigung - durch mehr personenbezogene Dienstleistungen?" wird am Nachmittag diskutiert

Utl.: Das Thema "Wachstum und Beschäftigung - durch mehr
personenbezogene Dienstleistungen?" wird am Nachmittag
diskutiert=

St. Pölten/Hainfeld (OTS) - Bei der Nachmittags-Diskussion am
Hainfeld Konvent ging es um das Thema "Wachstum und Beschäftigung -
durch mehr personenbezogene Dienstleistungen". Investitionen in
soziale Dienstleistungen sieht LHStv. Dr. Sepp Leitner als notwendig
an: "Sie schaffen Arbeitsplätze, die unsere Gesellschaft dringend
benötigt, eben im Bereich der Kinderbetreuung und der Pflege. Ein
gutes Angebot an sozialen Dienstleistungen sorgt aber auch für eine
Entlastung derjenigen, die Pflege- und Betreuungsaufgaben wahrnehmen,
weil sie dann ihre Qualifikationen am Arbeitsmarkt einsetzen können."

"Sozialstaat fairbessern" lautet der aktuelle Schwerpunkt des ÖGB und
der Gewerkschaften. Im Mittelpunkt stehen die konkreten Leistungen
des Sozialstaats für alle Menschen. "Den Sozialstaat schlecht reden
zu wollen, ist nicht nur sozial- und gesellschaftspolitisch extrem
kurzsichtig, sondern auch wirtschaftlich verantwortungslos. Denn
gezielte Investitionen in den Sozialstaat beeinflussen die
wirtschaftliche Entwicklung bereits nach kurzer Zeit sehr positiv",
erklärt die ÖGB-Vizepräsidentin NR Dr. Sabine Oberhauser: "So tragen
beispielsweise die Investitionen im Bereich des Pflegefonds oder des
Ausbaus der Kinderbetreuung zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und
Familie, zur Erhöhung der Frauenerwerbsquote und weiteren positiven
Beschäftigungseffekten bei. Hier können neuen Arbeitsplätze
geschaffen werden und so Menschen wieder in das Erwerbsleben
integriert werden."

Investitionen wie der Pflegefonds sowie die Fortführung der
Kindergartenmilliarde (Beschluss noch in Schilling) führen auch in
nächster Zeit zu einem starken Wachstum im gesellschaftlich wichtigen
Bereich der sozialen Dienstleistungen. Mit den Mitteln aus dem
Pflegefonds werden von 2012 bis 2016 rund 56.810 Arbeitsplätze in der
Pflege geschaffen. "Vor allem Frauen profitieren dabei: Einerseits
werden pflegende Angehörige, die zu 80 Prozent Frauen sind,
entlastet, andererseits kommen die neu geschaffenen Arbeitsplätze
wiederum 80 Prozent Frauen zugute", erklärt Bundesminister Rudolf
Hundstorfer. Nicht zu unterschätzen sei auch der Ausbau der
Kinderbetreuung seit 2008, der auch zur Schaffung neuer Arbeitsplätze
beigetragen habe. Mittels einer 15a Vereinbarung mit den Ländern
sollen im Zeitraum 2012 bis 2014 bis zu 20.000 zusätzliche
Kinderbetreuungsplätze geschaffen werden. Damit können rund 5.000
weitere Arbeitsplätze geschaffen werden.

Hundstorfer weist auf eine Rekordbeschäftigung in Österreich hin, den
höchsten Beschäftigungsstand, den die Republik je hatte: "Es gibt ein
starkes Wachstum der Beschäftigten, besonders im
Dienstleistungsbereich und bei den Älteren." Mit Ende September war
der Beschäftigungsstand bei 3.507.062. Gestern wurde bei der
Regierungsklausur zudem ein Fachkräftestipendium beschlossen. "Damit
sollen künftig Menschen ihren Lebensunterhalt bestreiten können,
während sie eine Pflegeausbildung oder eine andere Ausbildung in
einem Mangelberuf machen", so Hundstorfer. Das Fachkräftestipendium
wird es ab Frühjahr 2013 sowohl für Beschäftigte wie auch für
Arbeitslose geben. Das wird zusätzlich zu den bereits jetzt
bestehenden AMS Ausbildungen gemacht.

LHStv. Dr. Sepp Leitner, der Vorsitzende der SPÖ NÖ, hob in seinem
Resümee die Wichtigkeit des Themas hervor: "Viele Menschen können von
ihrem Einkommen nicht mehr leben, die Belastungen steigen, nicht
zuletzt durch hohe Mieten, Lebensmittel- und Treibstoffpreise. Die
soziale Balance, die unser Land jahrzehntelang ausgezeichnet hat,
scheint in Frage gestellt. Daher ist die Bereitstellung einschlägiger
Schutzmechanismen von gleich großer Bedeutung. Investitionen in
soziale Dienstleistungen sind unverzichtbar." Hat jemand
Schwierigkeiten, dann sei es die Pflicht der Politik zu helfen. Eine
wirksame Unterstützung der BürgerInnen ohne soziale Investitionen -
in Kinderbetreuung, Gesundheitswesen, Aus- und Fortbildung, sozialen
Wohnungsbau, kulturelle Integration - sei nicht möglich, so Leitner:
"Wer heute an sozialen Investitionen spart, wird morgen Armut ernten.
Deswegen verlieren diese Investitionen auch in Zeiten der Krise nicht
an Bedeutung. Die europäischen Länder, die am intensivsten in ihre
sozialen Strukturen investiert haben, sind auch diejenigen Länder,
die von der Krise am wenigsten hart getroffen wurden." Leitner
fordert deshalb mehr Gerechtigkeit in allen Lebensbereichen: "Der
Weg zu mehr Gerechtigkeit führt über mehr Chancengleichheit,
besonders in den Bereichen Arbeit, Bildung, Kinderbetreuung, Pflege
und Wohnraum muss die Politik für einen gerechten Zugang für alle
sorgen."

Beim diesjährigen Hainfeld Konvent diskutierten zum Thema "Wachstum
und Beschäftigung - durch mehr personenbezogene Dienstleistungen?"
neben Sozialminister Rudolf Hundstorfer diskutierten die
ÖGB-Vizepräsidentin NR Dr. Sabine Oberhauser und KommR Gerhard
Flenreis (Bundesvorsitzender Personaldienstleister WKÖ). "Ich sehe
den Hainfeld Konvent als Diskussionsgremium, das Zukunftsperspektiven
formulieren soll, an denen sich die Sozialdemokratie in ihrer Arbeit
orientiert", erklärt Mag. Wolfgang Luftensteiner, Organisator des
Hainfeld Konvent und Leiter des RI NÖ abschließend.

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