• 09.11.2012, 10:21:07
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H.P. Martin an Harvard-Universität: "Can the EU be saved?"

Cambridge (OTS) - Vortrag an der renommierten J.F. Kennedy School for
Business and Government / Nur radikale Reformen können EU retten /
Aktuelle China-Erfahrungen / Wirtschaftsführer rechnen mit Nord-Euro
/ Frankreich in Zwickmühle / Europa als Erholungsoase statt Global
Player

Auf Einladung der Harvard-Universität in Cambridge, Massachusetts
hält der unabhängige EU-Abgeordnete Hans-Peter Martin aus Österreich
heute an der Kennedy School for Business and Government einen
Grundsatzvortrag mit anschließender Diskussion zum Thema "Can the EU
be saved?"

H.P. Martin, Mitglied des Wirtschaftsausschusses und der
China-Delegation des EU-Parlaments: "Die Fragestellung war bis vor
Kurzem noch undenkbar, jetzt steht sie in den USA auf der Agenda der
Politstrategen. Die EU in ihrer jetzigen Form ist gefährdet, nicht
nur der Euro.

Bei aktuellen Gesprächen mit globalen Wirtschaftsführern in Europa
und in China zeigt sich, dass sie den Euro-Zerfall trotz aller
Rettungsbemühungen weiterhin ernsthaft einplanen. Persönlich erwarte
ich einen Austritt von EU-Südstaaten, um wieder wettbewerbsfähig zu
werden. Sofern es dann zu einem Süd-Euro kommen sollte, könnte sich
Frankreich mit seiner schwachen Produktivität ökonomisch besser als
Anführer eines Süd-Euros behaupten als im Nordverbund. Dies würde
aber die alten Gräben zum deutschen Nachbarn
bald wieder aufreißen. So droht auch eine politische Spaltung der EU,
erst recht mit Großbritannien.

Nur radikale Reformen können dies abwehren: Wie in meinem Buch
"Die Europafalle" (Piper-Verlag 2009) beschrieben, brauchen wir eine
kühne neue europäische Demokratie, mit einer durchgreifenden
Kontrolle der Finanzmärkte, echter Bürgerbeteiligung und konsequenter
Subsidiarität. Eine solche neue revolutionäre Verfassung kann bei
Volksabstimmungen in den Mitgliedsstaaten noch immer Mehrheiten
bekommen, wenngleich die EU-Skepsis fast überall aus begreiflichen
Gründen wächst. Nach den Wahlen in den USA und dem Machtwechsel in
China wird die EU jedenfalls weiter international an Boden verlieren.
Als globale Regenerationsoase und Museumsmeile können wir Europäer
uns aber sicher weiter profilieren."

Bereits in den vergangenen Jahren war H.P. Martin als Buchautor
und unabhängiger Abgeordneter an verschiedene US-amerikanische
Eliteuniversitäten zu Vorträgen und Diskussionen eingeladen worden.

Hinweis: Die zum Ausdruck gebrachten Meinungen liegen in der
alleinigen Verantwortung der jeweiligen Verfasser und geben nicht
unbedingt den offiziellen Standpunkt des Europäischen Parlaments
wieder.

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