Montecuccoli appelliert "Natur schützen durch nützen"

Starke Signale für nachhaltige Bewirtschaftung im Rahmen der Holzgespräche

Wien (OTS) - "Die Ökosysteme der heutigen mitteleuropäischen Kulturlandschaft waren und sind, bedingt durch eine kleinflächig strukturierte Landschaft und dichte Besiedlung, auf den Menschen ausgerichtet. Durch jahrhunderte lange Landnutzung und Bewirtschaftung durch private Land- und Fortwirtschaftsbetriebe können wir gegenwärtig in Österreich auf einen Lebensraum mit einer unglaublichen Artenvielfalt und Biodiversität stolz sein. Zudem hat sich die österreichische Familienforstwirtschaft seit Generationen dem Konzept der Nachhaltigkeit und Multifunktionalität verpflichtet und gewährleistet damit, dass der Wald seine vielfältigen Funktionen erfüllen kann", hebt DI Felix MONTECUCCOLI, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich, die Bedeutung der nachhaltigen multifunktionalen Familienforstwirtschaft im Rahmen der Österreichischen Holzgespräche 2012 hervor.

Nachhaltige, multifunktionale Bewirtschaftung sichert das Ökosystem Wald

Mit knapp vier Millionen Hektar bedeckt unser heimischer Wald rund 48 Prozent der Staatsfläche und stellt somit flächenmäßig das größte Kulturgut Österreichs dar. Dieses wird von rund 145.000 Waldbesitzern gepflegt. 80 Prozent der Waldfläche befinden sich dabei in privatem Eigentum.

Der Wald wandelte sich im Laufe seiner Kulturgeschichte von der reinen Holz- und Jagdnutzung zu einem Leistungsträger und Erholungsraum und erbringt wichtige Leistungen wie Nutzfunktion, Wohlfahrtswirkung und Schutz vor Naturgefahren für unsere Gesellschaft. Für die Waldbesitzer und Forstbewirtschafter bedeutet dies, über eine nachhaltige Bewirtschaftung einen achtsamen und sorgfältigen Umgang mit dem Ökosystem Wald zu leben. Lebende Pflanzen, lebende Tiere, lebendiger Boden, die Erhaltung der Funktionen des Waldes und natürlich das Generationendenken stehen im Fokus der Betrachtung. Es werden alle ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekte auf einer Fläche berücksichtigt und sehr erfolgreich Holzproduktion, Biodiversität, Erholung, Schutz vor Naturgefahren, touristischen Interessen und Umweltschutz auf ein und derselben Fläche vereint.

Großflächige Wildnis- und Schutzgebiete bedrohen heimische Forstwirtschaft

Obwohl sich in Europa das Modell der nachhaltigen und multifunktionalen Forstwirtschaft über Jahrhunderte und Generationen erfolgreich etabliert hat, treten vermehrt auf europäischer Ebene und auch in Österreich Diskussionen und Forderungen nach Wildniskonzepten und großflächigen "Außer-Nutzung-Stellungen" von Wäldern für den Naturschutz auf. Eine "Außer-Nutzung-Stellung" auf großen Flächen, wie sie in Nordamerika und Asien, aufgrund ihrer Landschaftsstrukturen und dünn besiedelten Gebieten üblich ist, kann allerdings auf die in Europa geprägte Kulturlandschaft nicht angewendet werden. Diese würde nicht nur eine nachhaltige Bewirtschaftung und damit den Erhalt des ländlichen Raumes an sich bedrohen, sondern sogar das komplexe Ökosystem Wald massiv gefährden.

Erhalt der Biodiversität und Artenvielfalt durch nachhaltige Bewirtschaftung

"Die österreichische Forstwirtschaft ist gefordert, weiter den integrativen Weg einer nachhaltigen, multifunktionalen Forstwirtschaft voranzutreiben, um die nachgefragten Leistungen des Waldes für unsere Gesellschaft als auch den Bestand und Erhalt des Eigentums sowie der Biodiversität langfristig zu sichern. Naturschutzberufene Institutionen und Organisationen müssen begreifen, dass falsch motivierte Zurufe von außen für die Erhaltung des Ökosystems Wald mit seiner Artenvielfalt und Biodiversität kontraproduktiv sind. Die Ansicht, dass "Außer-Nutzung-Stellungen" zu einer Erhöhung der Artenvielfalt führen ist diesbezüglich ein weit verbreiteter Irrtum. Die Hauptursachen für den Verlust der biologischen Vielfalt sind Belastungen der Ökosysteme durch Landschaftsverbrauch, Zerschneidung von Lebensräumen, Umweltverschmutzung und Klimawandel. Die Bestrebungen aller sollte darin liegen, dass erfolgreiche europäische Modell der nachhaltigen Waldbewirtschaftung in unseren Breiten weiter zu entwickeln. Alleine, dass wir weltweit mit dieser Form der multifunktionalen Denk- und Wirtschaftsweise anerkanntes Vorbild sind, zeigt, dass dieser Weg im Sinne der Umwelt, der Gesellschaft und der Wirtschaft weitergeführt werden muss", erläutert DI Felix MONTECUCCOLI.

Waldbewirtschaftung braucht Wertschätzung und gesicherte Rahmenbedingungen

"Die heimische Forstwirtschaft steht heute vor der Herausforderung, der Wertschätzung und Wertschöpfung des Waldes gleichermaßen zu begegnen. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, sind sicheres Eigentum, der Erhalt des Wertes der Familie und ein stabiler Staat die Grundvoraussetzung. Die Politik in Europa und Österreich hat die Aufgabe und die Verantwortung, diese Werte zu sichern und zu unterstützen. Dies nicht zuletzt auch mit rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen, die die Substanz und den Erhalt derselben generationenübergreifend absichern. Es erfordert auch einen Schulterschluss zwischen der Familienforstwirtschaft, dem holzverarbeitenden Sektor und den Verbänden, zukünftig ein noch integrativeres Verständnis von Wald als multifunktionale Fläche zu erzeugen. Neben der nachhaltigen Bewirtschaftung des Waldes ist allerdings auch die Wertschätzung durch die Öffentlichkeit von Bedeutung, damit der Wald für seine Anliegen Unterstützung erfährt. Für unsere wertvollen Ressourcen Wald und Holz muss das Motto "Natur nützen - Natur schützen" lauten, um allen politischen und gesellschaftlichen Anforderungen nachhaltig gerecht werden zu können und den Wald als Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Menschen auch für die nächsten Generationen sicherzustellen. Wenn dies gelingt, werden wir auch dem Motto der diesjährigen Holzgespräche "Holz. Wege in die Zukunft" im Sinne der österreichischen Gesellschaft gerecht werden können", richtet DI Felix MONTECUCCOLI seinen Appell an alle, die Verantwortung für das Ökosystem Wald wahrzunehmen.

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