• 07.11.2012, 11:18:30
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Grüne Wien/Hebein: Wiener Energieunterstützung - Rot-Grün geht einen neuen Weg zur Bekämpfung von Energiearmut

Wien (OTS) - Rot-Grün geht einen neuen Weg zur Bekämpfung von
Energiearmut. "Uns lassen die Menschen nicht kalt. Wir wollen
Betroffene erreichen und die oft vorhandene Scham von Menschen in Not
überwinden. Wir gehen neue Wege und sichern Menschen warme Wohnungen
- langfristig, sozial und ökologisch", so die Sozialsprecherin der
Grünen Wien, Birgit Hebein anlässlich der heutigen Präsentation des
neuen rot-grünen Projektes.

105.000 Menschen in Wien können sich das Heizen nicht leisten - auch
rund 25.000 Kinder sind von dieser gravierenden Situation betroffen.
Die Energiepreise steigen laufend, und mit ihnen auch die Zahl derer,
die von Energiearmut betroffen sind. Gleichzeitig bezeichnet sich
niemand als arm, denn oft spielt Scham eine große Rolle. Daher
braucht es ein aktives Herantreten an die Zielgruppen: BezieherInnen
der Bedarfsorientierten Mindestsicherung und des Mobilpasses,
BezieherInnen der Mietbeihilfe, und MindestpensionistInnen - und auch
Menschen in ganz spezifischen Notlagesituationen. "Ziel ist es,
soviele betroffene Haushalte wie möglich zu erreichen. Wir setzen auf
die Zusammenarbeit von sozialen Einrichtungen und EnergieberaterInnen
sowie auf die Unterstützung durch aufsuchende BetreuerInnen wie etwa
Pflegepersonal und Kontaktdienste", so Hebein.

Die Ursachen für steigende Energiearmut sind vielfältig: Wohnungen
liegen in schlecht gedämmten Gebäuden, haben undichte Fenster und oft
auch keine feste Heizung installiert ist. Dadurch muss oft mit
E-Strahler teuer Wärme erzeugt werden. Zudem sind vielfach alte oder
in der Anschaffung günstige Haushaltsgeräte im Einsatz, die einen
hohen Energieverbrauch haben. Vor allem Menschen mit
Bildungsdefiziten und vererbter Armut haben vermehrt mit der
Kostenfalle Energie zu kämpfen.

Rot-Grün hat sich deshalb für einen neuen Weg entschieden: Der
Heizkostenzuschuss, bisher ein Zuschuss von 100 Euro für rund 54.000
Haushalte, wird durch ein Gesamtpaket an Geld- und Sachleistungen,
Energieberatung und Thermenaustausch-Aktionen, die die dringend
notwendige Sicherheit erhöhen, neu gestaltet. Dazu gehören eine enge
Verknüpfung des Sozialbereichs und Energieberatung. Neben der
Flexibilität der Wiener Energieunterstützung, die individuell
entsprechend der Lebenslage reagieren kann, ist vor allem die
ganzjährige Antragstellung neu und nicht mehr an die Heizperiode
gebunden. Zielsetzung ist es eine nachhaltige Kostenreduktion für die
betroffenen Haushalte zu erreichen. Dies wird durch begleitende
Evaluierung regelmäßig überprüft, die Maßnahmen angepasst und mündet
mittelfristig in eine neue Struktur der Energieunterstützung.

So sieht das Maßnahmenpaket der Wiener Energieunterstützung aus:

+ Konkrete finanzielle Unterstützung je nach Bedarf für
einkommensschwache Haushalte: Bezahlung von Energiekostenrückständen,
Reparaturen in den Haushalten: Wartung von Thermen, Einbau neuer
Heizungsregler, Erneuerung der Fensterdichtungen.

+ Kostenlose Energieberatung in den Haushalten durch ExpertInnen und
Maßnahmen, die die Energieeffizienz steigern und die Kosten dauerhaft
senken (pro Haushalt einmalig Kosten bis zu 1.000 Euro für mehrere
hundert Haushalte). Aktuell läuft das Pilotprojekt NEVK der Wiener
Umweltberatung und von Wien Energie (federführend dabei ist die MA
20/Energieplanung), zukünftig in enger Kooperation mit der MA40.

+ Härtefallregelung: im Einzelfall und nach individueller Prüfung
können Menschen in einer Notlage hier ebenfalls eine Förderung als
Hilfe in besonderen Lebenslagen erhalten.

+ Alte Klein-Gasgeräte ohne Kaminanschluss sind nicht nur teuer, sie
stellen oftmals ein hohes Sicherheitsrisiko dar. In Wien gibt es noch
allein rund 1.600 Haushalte dieser Altgeräte von KlientInnen der
MA40. Eine Thermentausch Aktion über die Sozialzentren wird in
Kooperation mit Wien Energie und der Installateur-Innung
durchgeführt.

+ Schulungsangebote im Bereich Energiesparen zur Sensibilisierung von
Heim- und Pflegehilfen und KollegInnen der aufsuchenden Arbeit werden
geprüft damit diese mobilen Dienste zur Reduktion der Energiekosten
beitragen können.

+ Parallel dazu wird am Aufbau entsprechender Strukturen gearbeitet,
die auf Ebene der Energieberatung als Grundlage für kleinere
Investitionsmaßnahmen nachhaltige Kostenreduktionen erwirken könnten.

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