- 07.11.2012, 09:00:46
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Geschäftsklima in Mittelosteuropa weiter abgekühlt
Weniger optimistische Geschäftserwartungen ziehen OeKB Geschäftsklima-Index leicht nach unten - Konjunkturerwartungen sind für die Region ebenfalls gesunken.
Utl.: Weniger optimistische Geschäftserwartungen ziehen OeKB
Geschäftsklima-Index leicht nach unten - Konjunkturerwartungen
sind für die Region ebenfalls gesunken.=
Wien (OTS) - Die Oktober-Erhebung des OeKB Geschäftsklima-Index
Mittelosteuropa lässt eine weitere leichte Eintrübung des
Geschäftsklimas in der Region erkennen. Nachdem der Index bereits im
Juli 2012 gesunken war, setzt sich die Abwärtsbewegung nun in
gemäßigter Form fort. Während sich die Direktinvestoren mit der
aktuellen Performance ihrer Niederlassungen insgesamt weiter
zufrieden zeigen, sind die Erwartungen in Bezug auf die zukünftige
Geschäftsentwicklung weniger optimistisch.
Der quartalsweise errechnete Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa
der Oesterreichischen Kontrollbank basiert auf den Einschätzungen und
Erwartungen von rund 400 Headquarters, die von Österreich aus ca.
1.500 MOE-Beteiligungen steuern. Für die aktuelle Befragung liegt der
Indexwert des Geschäftsklimas (2007=100) mit 82,2 etwas unter dem
Juli-Wert von 83,4. Die Direktinvestoren haben vor allem ihre
Erwartungen für die Geschäftsentwicklung in den kommenden sechs
Monaten zurückgeschraubt. So sinkt der Indexwert der
Geschäftserwartungen von 82,9 im Juli auf 80,9 im Oktober. Die
Aktuelle Geschäftslage ihrer MOE-Beteiligungen bewerten die
Headquarters hingegen im Vergleich zum Juli wenig verändert: Der
Oktober-Wert bleibt mit 83,2 nur knapp unter dem Niveau vom Juli 2012
(83,6).
MOE insgesamt: Geschäftslage, Geschäftserwartungen,
Geschäftsklima(Index: Mittelwert 2007=100)
Hier finden Sie eine Grafik in Druckqualität:
http://www.ots.at/redirect/OeKB_Infografik
Quelle: OeKB Information Services
Regional unterschiedliche Strategien beim Ausbau bestehender
Beteiligungen
Sehr zurückhaltend fallen laut aktueller Erhebung die
Einschätzungen der Direktinvestoren zum Konjunkturverlauf in den
kommenden Monaten aus. So geht der betreffende Index im Oktober auf
75,6 (Juli 78,3) zurück. Vorsichtig äußern sich die
Befragungsteilnehmer auch bezüglich des Ausbaus bestehender
Beteiligungen: Der Index der Erweiterungsinvestitionen sinkt
geringfügig gegenüber Juli und weist eher auf eine Konsolidierung der
bestehenden Standorte bzw. auf eine vorsichtige Expansion in der
Region hin. Konkret sollen in den nächsten zwölf Monaten 12 % der
Unternehmensbeteiligungen ausgebaut werden, 9 % stehen vor einem
Abbau und rund 80 % der Standorte bleiben unverändert. Auffallend
sind dabei die regionalen Unterschiede: Vor allem in Russland und
Polen soll die künftige Marktpräsenz ausgebaut werden, während in
Kroatien, Slowenien, Bosnien Herzegowina, Bulgarien und insbesondere
Serbien jeweils mehr Standortverkleinerungen oder -schließungen
geplant sind als Erweiterungen.
Polen bleibt wichtigstes Zielland für Neuinvestitionen
Wichtigstes Zielland für Neuinvestitionsprojekte ist, wie schon in
der Juli-Erhebung, Polen: 16 % der insgesamt 38 für die Region MOE
geplanten Markteintrittsprojekte sollen in diesem Land realisiert
werden. Auch Bosnien Herzegowina und Serbien (jeweils
11 %) sind unter den Investoren für die Errichtung neuer
Unternehmensstandorte besonders gefragt. In Summe sind jedoch die
Bestrebungen der befragten Headquarters zur Erschließung neuer Märkte
im Vergleich zu Juli etwas zurückgegangen.
Euroländer: Slowenien droht negative Entwicklung, die Slowakei
hält sich gut
Bei Betrachtung der aktuellen Ergebnisse auf Länderebene sticht
vor allem Slowenien hervor. Die wirtschaftliche Lage des Landes wird
sich in den kommenden Monaten laut Direktinvestoren deutlich
verschlechtern. Dieser Pessimismus schlägt sich insbesondere in den
Indexwerten zu Konjunktur und Geschäftserwartungen nieder: Der
Konjunktur-Index für Slowenien bricht von 76,9 im Juli auf aktuell
66,2 ein, der Index der Geschäftserwartungen fällt im Oktober im
Vergleich zur letzten Erhebung von 80,5 auf 71,5. Im
Geschäftsklima-Länderranking rangiert Slowenien - knapp vor Ungarn -
aktuell an vorletzter Stelle.
Die Slowakei hingegen wird im Oktober vergleichsweise gut
bewertet. Dies zeigt, dass die Direktinvestoren bei ihren
Einschätzungen und Erwartungen sehr wohl zwischen den einzelnen
mittelosteuropäischen Euroländern differenzieren. Konkret spricht die
überwiegende Mehrheit der Stellungnahmen zur Slowakei von einer
gleichbleibenden Konjunktur- und Geschäftsentwicklung in den
kommenden Monaten. Die entsprechenden Indizes erreichen Werte von
75,9 (Konjunktur) und 80,5 (Geschäftserwartungen). Im
Geschäftsklima-Länderranking findet sich die Slowakei damit -
gleichauf mit Rumänien - unter den Top-5 MOEL.
Gute aktuelle Performance, aber getrübte Aussichten bei
Finanzdienstleistern
Trotz anhaltend schwieriger Rahmenbedingungen im Finanzsektor wird
die aktuelle Geschäftslage für Banken und Versicherungen von den
MOE-Direktinvestoren durchwegs positiv beurteilt. Die betreffenden
Indizes klettern im Vergleich zur Juli-Erhebung etwas nach oben.
Negativ entwickeln sich hingegen die Indizes der
Geschäftserwartungen, für den Bankensektor fällt der Wert von 82,6 im
Juli auf 77,3. Im Versicherungsbereich sinkt der Vergleichswert von
78,0 auf aktuell 74,4. Beide Bereiche zählen damit hinsichtlich ihrer
Geschäftsperspektive zu den am wenigsten optimistischen Branchen. Im
Detail bedeutet dies, dass für 15 % der Banken-Osttöchter mit einer
schlechteren Geschäftsentwicklung gerechnet wird, im Juli betrug
dieser Anteil noch 6 %. Im Versicherungsbereich liegt der negative
Meldungsanteil ("die Geschäftsentwicklung wird sich verschlechtern")
im Oktober bei 12 % (Juli 7 %).
Der OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa (MOE) basiert auf
vierteljährlichen Primärerhebungen unter rund 400
Entscheidungsträgern von MOE-Headquarters mit Sitz in Österreich, die
zu rund 1.500 ihrer Unternehmensbeteiligungen in Mittelosteuropa
befragt werden. Erhoben werden die Einschätzungen der
Direktinvestoren zur Aktuellen Geschäftslage sowie deren Erwartungen
hinsichtlich der Geschäftsentwicklung in den
Unternehmensbeteiligungen vor Ort (Geschäftsklima), Expansions- und
Investitionsstrategien der Unternehmen in MOE, Beurteilungen der
Standortqualität Österreichs als Brückenkopf für das
Mittelosteuropa-Geschäft und schließlich Einschätzungen zur
allgemeinen Wirtschaftsentwicklung in der Region.
Der OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa bietet
differenzierte Analysen nach Ländern, Branchen und
Unternehmensgrößen. Als Ergebnis stehen der Wirtschaft
Frühindikatoren zur Verfügung, die praxisnahe Aussagen und Prognosen
u.a. über den Geschäftserfolg von Direktinvestoren in einzelnen
Ländern Mittelosteuropas bzw. in der Gesamtregion ermöglichen.
Über die OeKB
Die Oesterreichische Kontrollbank Aktiengesellschaft (OeKB) ist
Österreichs zentraler Finanz- und Informationsdienstleister für
Exportwirtschaft und Kapitalmarkt. Ihre speziellen Services stärken
den Standort Österreich und unterstützen die Wirtschaft im globalen
Wettbewerb. Die vielfältigen Dienstleistungen stehen Unternehmen und
Finanzinstitutionen sowie Einrichtungen der Republik Österreich zur
Verfügung.
Die OeKB handelt sektorübergreifend, zentral, neutral und in
Übereinstimmung mit ihrer Nachhaltigkeitspolitik. Das 1946 gegründete
Spezialinstitut steht im Eigentum österreichischer Banken.
www.oekb.at
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