• 06.11.2012, 14:47:08
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Musiol gegen Mitterlehner-Vorstoß, Steuer-Absetzbarkeit von Kinderbetreuung stärker auszuweiten

Sachleistungen bringen Familien mehr

Utl.: Sachleistungen bringen Familien mehr=

Wien (OTS) - "Die nicht ausgenutzten Steuervorteile sollten sofort in
den Ausbau der Kinderbetreuung investiert werden", fordert Daniela
Musiol, Familiensprecherin der Grünen. Sie reagiert damit auf den
Vorstoß von ÖVP-Minister Mitterlehner, der mit dem "liegen
gebliebenen Geld" sowohl die steuerliche Absetzbarkeit ausweiten will
als auch die Kinderbetreuung ausbauen. Bei der Ausweitung handelt es
sich um die Möglichkeit der steuerlichen Absetzbarkeit von
Kinderbetreuungskosten bei Nachmittags- oder Ferienbetreuung bis zum
14. Lebensjahr.

"Die Variante, die Absetzbarkeit auszudehnen, ist nur die zweitbeste
Lösung. In Österreich fehlen immerhin nach wie vor bis zu 80.000
Kinderbetreuungsplätze, in die investiert werden könnte", sagt
Musiol. Und weiter: "Wir wissen, dass Sachleistungen den Eltern mehr
Erleichterungen bringen als Geldleistungen. Auch bei einer Ausdehnung
würden die steuerlichen Vorteile nur den Besserverdienenden was
bringen. Wir sollten uns deshalb eher darum bemühen, einen Platz für
die unter 6-Jährigen und für die über 6-Jährigen eine
Nachmittagsbetreuung zu garantieren."

Auch die Eltern selbst fordern seit langem Investitionen für bessere
Rahmenbedingungen im elementarpädagogischen Bereich. Musiol verweist
in diesem Zusammenhang auf eine GfK-Studie aus 2012 im Auftrag des
Hilfswerks Österreich: Darin wollen 82% der Befragten mehr und
erschwingliche Betreuungsangebote in den Ferien, 84% mehr
Betreuungsangebote in der Nähe des Wohnorts, 78% zeitlich flexiblere
Kinderbetreuungsangebote bzw. bessere Öffnungszeiten, 82% mehr
Betreuungsangebote in der Nähe des Arbeitsplatzes. Musiol: "Auch
namhafte Expertinnen und Experten wie der Familienforscher Wolfgang
Mazal sprechen sich für eine solche Nutzung des "nicht abgeholten"
Geldes aus.

Seit 2009 Jahren können Eltern Kosten für die Betreuung ihrer Kinder
von der Steuer absetzen. 2010 sind jedoch rund 130 Mio. Euro "liegen
geblieben". Lediglich für 135.000 von insgesamt 800.000 Kindern unter
zehn Jahren wurden Betreuungskosten geltend gemacht.

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